Die einen Blumen waren nur Gedanken Sie blühten über meinem Kopf Ich war der Blumentopf Die anderen Blumen waren Worte Sie hüllten mich um Schön und dennoch krumm Einige Blumen dagegen waren Gefühle Wie sie in meinem Blute sprießen wilde Dufte hinterließen Und die aller ersten Blumen waren Empfindungen Es gibt einen himmlischen Garten in denen sie auf mich warten Aber die wichtigsten Blumen sind meine Taten Wenn ich sie Dir schenke weißt Du, was ich wirklich denke. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Dichtung
VERSTECKT SEIN
Sie zeigen alle Haut zeigen keine Seele Die Oberfläche hat uns die Tiefe geklaut. Schön ist die Blume, heilend ist das Kraut Sein Versteckt-sein zählt zu seinem höchsten Reichtume. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
NÄHE VON DISTANZ
Nähe enthüllt Distanz. Wenn Ihr Euch näher kommen wollt dann bleibet auf Distanz Sonst seht Ihr, was Ihr nicht sehen sollt: Die Nähe von Distanz. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
LAUFE LEISE DURCH DIE LINDEN
Laufe leise durch die Linden Wende Dich mit den Winden Verbinde Dich ohne Dich zu binden mit den Bäumen und Du wirst Dich finden. In der Natur Zauberräumen gibt es keine Blinden. Es gibt nur die, deren Herzen offen sind, und die, die verloren haben ihr inneres Kind. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
BEDACHTSAMKEIT
Lass uns schweigen denn mich dünkt unser Schweigen ist intimer als unsere vorsichtigen Worte Lass uns Abstand nehmen denn mich dünkt Der Abstand bindet uns fester zusammen als Beisammensein an einem Orte Lass uns warten denn mich dünkt Warten fördert Wachstum der gesunderen Sorte. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
NIRGENDWO
Wie weit bin ich gekommen um hier zu sein? Wo ist hier? IrgendNirgendwo. Hier bin ich allein. Hier ist Gleichschaltung Hier ist Folgsamkeit Hier ist Gruppenneigung Hier ist Einsamkeit Wie weit bin ich gekommen um hier zu sein? Wie weit muss ich noch gehen um Zuhause zu sein? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DURCHREISENDE UND DAUERGÄSTE
Manche werden durch Dein Herz rennen wie blinde Gäste durch Deine Wohnung aber sie werden die Schätze nicht erkennen die die Aufmerksamen erwarten als Belohnung. Rufe sie nie zurück, lass sie weitergehen, mache Dein Fenster auf, lüfte Dein Herz wieder. Neugierige schauen ohne wirklich zu sehen - Nur Feinempfindende lassen sich nieder. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
LICHTKRAFT
Die Müdigkeit durchdringt meine Knochen Aber sie erreicht meinen Geist nicht Ich bin stark, fröhlich und ungebrochen Denn ich glaube an das Licht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DER LÄRM
Der Lärm hat Körper, hat Gesicht, hat Stimme, hat Präsenz, hat Gewicht, hat System als Gesetz, als Kultur, durchdringt Gesellschaft und Natur, und ist unser Leben von Geburt bis zum Tod, von uns ausgehend, uns umhüllend, wie Od. Wo findet der Mensch für einen Augenblick das Schweigen, die Ruhe, der Seligkeit Glück, um zu erahnen und erfüllen sein wahres Geschick? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
UNAUFFÄLLIGKEIT
Im Zeitalter der Oberflächlichkeit Im Zeitalter der Bilder zählen nur Dinge, die an Sichtbarkeit gelangen. Masken. Schilder. Aber Du. Stets unauffällig. Ich weiß, Du bist gerne unsichtbar - Aber das macht Dich für mich noch mehr unverzichtbar. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
