Laufe leise durch die Linden Wende Dich mit den Winden Verbinde Dich ohne Dich zu binden mit den Bäumen und Du wirst Dich finden. In der Natur Zauberräumen gibt es keine Blinden. Es gibt nur die, deren Herzen offen sind, und die, die verloren haben ihr inneres Kind. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
über Wanderung und Bewegung
UNTER REISENDEN
Unterwegs
Unter Unbekannten
War ein Unterricht
Sie alle brannten
Sich in mich ein
Denn am Reiseende
Waren wir entweder
Freunde oder Feinde
Geworden.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ES WAR NICHT AUS SPASS
Es war nicht aus Spaß
Es waren nicht bloß Triebe
In jedem Apfel, den ich aß,
suchte ich wahre Liebe.
Wasser, Wasser überall
so trocken wie der Sand
bis ich endlich durch Zufall
mein Schicksal fand.
Wo ist der Hunger geblieben?
Wo ist der Durst hin?
Einst war ich getrieben
Jetzt weiß ich, wer ich bin.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DAS ÄUSSERE
Etliche Nationalitäten liefen nebeneinander auf der Straße. Keine dachte von einer anderen: „Hier ist jemand, den ich eigentlich haße.“ Sie merkten nicht mal ihre Verschiedenheiten Weil sie sich äusserlich ähnelten. Keine spürte ihre Einsamkeit Wo Einsamkeit und Einsamkeit sich spiegelten. So stark ist die Macht der Oberfläche Die Oberflächlichkeit ist zugleich unsere größte Stärke und größte Schwäche. In unserer Armut sind wir reich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
VON HEIMAT ZU HEIMAT
Wie viele Gedanken fallen dem Regentropfen ein während er langsam fällt von Wolke zum Stein? Denkt er an seine Heimat die er für immer verlässt? Denkt er an seine Heimat, der er nähert und bald nässt? Du verlässt Deine Heimat und kommt wo anders an; Und siehe: Du bist Zuhause in einem neuen Land. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DER DRANG NACH ENTWICKELUNG
Irgendetwas will, es will raus - In mir tobt April wie ein Kind Zuhaus. Lass mich hinaus als Kind in die Welt - ich komm zurück nach Haus fertig und entwickelt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
FLUSSBLATT
Ich bleibe Ausländer Flügel äußerer Ränder Ein Blatt auf dem Fluss vorbeifließend. Ein Gruß aus der Ferne, missverständlich stets beobachtend nachdenklich Sichtbarer Blitzableiter für Neugier für Habgier für Freundlichkeit für Feindseligkeit Ein Aussenseiter. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WEGGEFÄHRTEN, MENSCHEN UND BERGE
Die Berge bücken sich runter zu mir grüßen mich Ich nicke zurück eben so ernstlich eben so freundlich Schulter an Schulter fahren wir Weggefährten waren wir Doch wie bei allen Reisen trennten sich unsere Gleisen irgendwann. Sie blieben zurück mit einem Rück - und dachten vielleicht dasselbe von mir. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DIE GRUNDEINSTELLUNG
Die Grundeinstellung Demut, Mut, Bescheidenheit, Nichtigkeit, Ehrlichkeit, Wahrhaftigkeit, Einfachheit, Die Grundausstattung Für die Reise zum Frieden Wir sind alle der gleichen Herstellung Egal wie verschieden. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
UNTERSCHIEDLICHE WEGE
Du hast Deinen Weg Ich habe meinen Wenn Du am Ziel bist Bin ich noch auf dem Weg Auf meinen beiden Beinen - Eins Pessimist, eins Optimist - Gehe ich meinen Weg. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
