EIN REGNERISCHER SONNTAG

Es regnet
Grau
Ein Gedanke begegnet
Wie im Stau
Dem nächsten träge fließend
Träge grüßend

Sie flüßtert
“Schau
Nach Innen, es knistert
Hell und blau”
Meine Innere Stimme, aufmunternd
Wach überwinternd

Nicht jeden Sonntag scheint die Sonne
Und doch gibt’s Erneuerung, und Wärme

Es werde
Licht
Deines Lachens Erbe
Überwindet jedes Gewicht –
Bringe die Woche, was sie mag
Du wirst sie meistern, Tag für Tag!

– Che Chidi Chukwumerije

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DEIN LEBEN IST MEIN GEDICHT

Morgen schreibe ich Dir ein helles Gedicht
Denn Deine wolkigen Augen schreien nach Licht
Doch Herzen brechen ist wohl des Dichters Pflicht
Und heute Nacht bist Du dran

Gnadenlos und hungrig, ein harter Bösewicht
Dürstig und dürftig, bis Dein Herz zerbricht
Dringe ich immer tiefer ein in Deine intimste Einsicht
Bis ich Dein Wissen hab aufgetan

Ich will Dich enttarnen Schicht für Schicht
Will wissen, was Du weißt und ich noch nicht
Will Welt und Schmerzen und Sehnsucht sehen aus Deiner Sicht
Denn die Frau führt den Mann

Und verzehrt ihn langsam wie das letzte Gericht
Und zerdrückt ihn innigst mit ihrer Empfindung Gewicht
Und entlockt ihm morgen ein helles Gedicht
Und verschluckt ihn irgendwann.

– Che Chidi Chukwumerije.

2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

Ganz nebenbei, falls es jemanden interessiert oder einer sich fragt, was ich da so tue: Ich werde dieses Jahr täglich auf Deutsch dichten und auch posten in meinem Blog http://www.chechidi.me und auf Facebook und an anderen Stellen vielleicht auch. Wer will, darf gerne kommentieren, bewerten, sogar Wünsche äußern. Der Grund, warum ich das tue, ist ganz einfach. Es fließt gerade.

– Che Chidi Chukwumerije

FEHLER

Ich wiederhole Fehler
Wie eine kaputte Schallplatte
Habe heute die selbe gelochte Socke an
Die ich gestern schon an hatte
Ich wurde zum vierten verdammten Mal
An der selben Stelle geblitzt
Und komme jeden zweiten Morgen an
Bei der Arbeit verschwitzt

Ich vergesse die gleichen Namen
Der gleichen Menschen ständig
War oft auf selber Weise unanständig
Trotz Gebet und Amen
Meine Neujahrsvorsätze sind nur Parolen
Ich werde sie wieder brechen
Und Gewissensbisse werden erneut stechen –
Nur DICH werde ich nicht wiederholen.

– Che Chidi Chukwumerije

EIN REIFERER SUCHER GEWORDEN

All die Jahre hast Du gewartet
Und nicht gewusst, worauf
Kostbar muß es sein, deshalb
Nimmst Du alles in Kauf
Doch Du wirst nicht jünger, langsam
Nimmt das Leben seinen Lauf
Leben, lieben, leiden, wachsen
Und das Leben hat Dich getauft

All die Jahre hast Du gesucht
Unter jedem Dach und Fach
Bis in Dir selbst das Leben schüttelte
Einen besonderen Menschen wach

Ein Geheimnis verrat’ ich Dir dennoch
Ob Du es glaubst oder nicht
Es erwartet immer noch Dich da draußen
Der Gral, das Gesuchte, das Licht

Weiter geht Dein Suchen morgen
Doch mach Dir keine Sorgen
Du bist zu einem reiferen Sucher geworden.

– Che Chidi Chukwumerije

MENSCH SUCHT MENSCH

Du kannst das größte Herz haben
Es reicht trotzdem nicht
Die Welt ist nicht groß genug
Egal wie viel Du aufgibst
Sie wittert Betrug

Weil sie Dich schon bei Deiner Geburt
In eine Schublade steckte
Aus der Du ausgebrochen bist
Sie begreift keine unbefleckte
Empfängnis und keinen Christ

Kein selbstloses Handeln, kein Geben
Ohne trojanischen Plan
Du machst Dich nur glaubwürdig
Wenn Du vortäuschst, da ist mehr dran
Und teuer verkaufst Dich.

Doch laß ein inneres Auge offen
Ab und zu wirst Du einen Menschen treffen
Dem Du beschenken kannst ohne Deine Waffen.

– Che Chidi Chukwumerije.

SYMBOLIK

SYMBOLIK

Ohne Kult keine Kultur
Geheimnisse liegen in unserer Natur
Das Äußere vermag nicht zu wiedergeben
Das dem Inneren normale Erleben

Alle wissen wir
Realität ist krass, ist krank
Ist unglaublich, ist mehr
Als der schlimmste Gestank

Doch inmitten der Realität
Der Traum schnappt nach Luft
Ist er eine Erinnerung
Oder ist er ein Wunsch?

Verborgene Gesinnungen
Neu schwangere Kultur
Schade, daß man viel weiß
Aber wenig sagen kann nur.

– Che Chidi Chukwumerije

OHNE DICH KEIN MICH

Es lebe die Vielfalt
Hymne der Natur
Ohne jung kein alt
Jedem Inhalt vielerlei Gestalt
Jenseits der Zensur

Die Menschen, die wir nicht begreifen
Verhelfen uns am Schnellsten zum Weiterreifen
Durch Reibung, Herausfordern und Schleifen

Alles, was Du nicht bist
Freue Dich, daß jemand anders es ist
Das schöne Leben hat sich aufgeteilt
Über unzählige Miriaden in aller Welt.

– Che Chidi Chukwumerije

GEISTWESEN

Fernblick. Fernweh
Doch Zuhause ist in der Näh
Schaukeln. Ein See
An der Wand ein sehnendes Monet
Kuchen, Tee und Kaffee
Zum Luxus genügt Rinderfilet
Und eine Frau, deren Dasein
Allein reicht zum Zuhause sein.

Dennoch reicht es nur
Wenn man es hinter sich läßt
Denn die Hälfte eines Menschen ist Natur
Und der Geist ist der Rest.

– Che Chidi Chukwumerije.

DAS WEIHNACHTSGESCHENK

Das Geschenk, das alles ins Rollen brachte
Eine Schar, die einen Stern beobachtete
Ein Engel, der über einen Stall wachte
Ein Kind, das in einer Krippe lachte

Und Könige und Schäfer kamen und gingen
Doch dem Baby wird es gelingen
Daß Jahrtausende später unsre Herzen noch singen.

– Che Chidi Chukwumerije