AN MEINE FRAU

Meine Tischlampe steht neben mir
wie ein Mensch mit warmen hellen Gedanken
Unaufdringlich durchdringt sein Leuchten
mein Sinnen. Ohne mich bei ihm zu bedanken
genieße ich den Anblick meiner erreichten Ideen
die ich nie hätte ahnend gesehen
ohne seine ruhige Anwesenheit in meinem Leben –
Wie die besten Partner in den schönsten Ehen.

– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

TREFFPUNKT DER NATION

Irgendwo müssen wir uns doch treffen

Wenn nicht in der Musik, dann
in der Sprache
Wenn nicht in der Wirtschaft, dann
im Sport
Wenn nicht in der Kultur, dann
in der Geselligkeit
Wenn nicht in der Geschichte, dann
in unserer Hoffnung
Wenn nicht in Schmerz und Freude, dann
in Neugier und Sympathie
und Solidarität
Wenn nicht in der Vergangenheit,
oder in der Gegenwart, dann
in der Zukunft

Irgendwo müssen wir uns doch treffen
als Nation.

– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

DEINE INNENSEITEN

Seit ewig kein neues Buch gelesen
Selbst neue Menschen sind alte Bücher
Neue Medien erzählen verjährte Geschichten
Diese Gesellschaft war schonmal gewesen

Wer ein neues Buch lesen will
muß selbst neue Geschichte schreiben
Wer eine neue Gesellschaft haben will
darf selbst im alten Denken nicht verbleiben.

Manchmal will man ein altes Kapitel neu schreiben
Manchmal will man zwei unterschiedliche Endungen
Manchmal ist man selbst das Buch, das gelesen werden will.

– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

WACHSENDE FREUNDSCHAFT

Freundschaft
Ein Sohn, der zu seinem Vater hoch schaut
und in ihm einen Freund sucht –
Wenn ihm die Zeit eines Tages den Vater klaut
Hinterlässt sie zwischen ihnen die Frucht der Sehnsucht:
Die Männerfreundschaft.

– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

FRANKFURT IST MEHR; UND KANN MEHR

Ich habe mich entschlossen, bei den nächsten Kommunalwahlen (14. März 2021) hier in Frankfurt am Main für die Kommunale Ausländervertretung (KAV/Ausländerbeirat) für ganz Frankfurt und für den Ortsbeirat (5 – Niederrad, Oberrad, Sachsenhausen) zu kandidieren, und bin dankbar über jede Unterstützung.

– Che Chidi Chukwumerije
https://che-chukwumerije.de/

EINMAL TÄGLICH LEBEN

Ich fange mehr Gedanken täglich
als ich nächtlich verarbeiten kann
Und lebe mehr Träume nächtlich
Als ich täglich ausleben kann
Und lIebe mehr Menschen in diesem Leben
als in all den anderen Leben zuvor je tat –
Irgendwas treibt mich an, ich weiß nicht wer
oder was, täglich zu einer guten Tat.

Ein Gedicht reicht nicht
Mildtätigkeit ist nur die halbe Meile
Ein Lächeln ist gut
Und dennoch ist es nicht gut genug…
Nicht die äußere Tat ist an sich die gute Tat
sondern die innere Befehlskette:
Mindestens einmal täglich muß ich den Mut haben,
auf meine innere Stimme zu hören.

– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

LETZTE CHANCE

Ich habe nie geglaubt
der Mensch lebt nur einmal –
doch was wenn das mein letztes Mal ist?

Mein letztes Mal, die Sonne zu sehen
Mein letztes Mal, Gedichte zu schreiben
Mein letztes Mal, Euch zu begegnen

Fast haben wir uns gestern gegrüßt
In der Bahn unsere Augen begegneten sich
kurz, und schauten wieder weg.

Wir bereuten es gestern.
Wir bereuen es heute.
Und wir werden es morgen noch bereuen.

– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

EIGENART MENSCH

An manchen Tagen bin ich zuerst Schwarz
An manchen Tagen bin ich zuerst Mensch
Nicht nur in meinen Augen
Auch in Deinem Kopf

Manchmal muss ich mich fast daran erinnern,
daß Mensch und Schwarz
sich nicht gegenseitig ausschließen –
Schwieriger ist‘s, Dir das klar zu machen.

Guten Morgen Tag, Du bist zu früh gekommen
Ich lebe für Generationen ungeboren
Und säe Samen, deren Früchte die ernten werden,
für die ich bloß ferne Geschichte sein werde.

– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

EIN STINK NORMALER ABEND

Kinderstimmen wie Straßenschilder
Ihr Lachen wie Laternen in der Nacht
Ihre Augen spiegeln vergessene Bilder
aus meiner Vergangenheit aufgewacht

Auch ich habe einst so glücklich gespielt
mit einem Bruder – der lebt nicht mehr.
Im Wirbelsturm der Erinnerung aufgewühlt
wird mir das Schwere leicht und das Leichte schwer.

Der heutige Abend ist so stink normal
Ihr werdet ihn wahrscheinlich vergessen –
Und doch ist Normal dafür ideal,
zu bleiben für immer unvergessen.

Ein Wort wird reichen, oder ein Lied
Ein Lachen, ein Geruch, der Euch mit uns verband –
Nach dem Euer Elternpaar lang verschied
und dieser Alltag für immer verschwand.

– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

VIERUNDZWANZIG STUNDEN

Was würde ich nicht geben, um
eine fünfundzwanzigste zu bekommen

Noch eine Stunde mit meinen Kindern
und mit meiner Frau mir gönnen

Alles, was mir die restlichen vierundzwanzig haben genommen –

Es sei: Wir holen uns jetzt DIESEN Moment
und nehmen daraus, was wir können.

– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung