Abend
Die Ruhe: Vielsagend
Die Zweisamkeit: Wohlhabend
Die Einsamkeit: Hervor-ragend
Und dann…
Hand bewegt sich richtung Hand
Und dann…
Der Zauber wieder, der sie immer verband.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Abend
Die Ruhe: Vielsagend
Die Zweisamkeit: Wohlhabend
Die Einsamkeit: Hervor-ragend
Und dann…
Hand bewegt sich richtung Hand
Und dann…
Der Zauber wieder, der sie immer verband.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Schnell über rot
schnell war sie tot:
diese junge Beziehung
Das tägliche Brot
wurde zum Verbot:
Liebe zur Verzeihung
Das fünfte Gebot
bringt in Erklärungsnot:
Bindung und Befreiung.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Georgien
Schwarze Seele
Felsengeist aus gefrorener Träne
Stolzer Schmerz, stolze Freude
Wenn Wurzeln Menschen wären, wären
sie Deine Kinder, sture Kinder
voller unruhiger Träume
von Georgien
Wie Dornröschen wach geküsst
befreite Lust verschönert sich
von Jahr zu Jahr ansteigend vom Meer
zu den Bergen richtung Georgen
Augen voller Fragen, doch die Antworten
wohnen in Dir, uralt, leise fließend
von den Bergen zum Schwarzen Meer
suchend Georgien.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Es hätte schlimmer ausgehen können
sagt Mutter, Aufprall hart, aus dem Nichts
aber es kommt nichts aus dem Nichts
Das Leben übt sich nie im Missgönnen
Aber es ist auch was anderes passiert,
was merk-würdiges, sagt sie. Der Aufprall
hätte mich brechen können überall
doch äußerlich hat‘s nur die Schulter kassiert
Der Hauptstoß war am Seelenkörper,
innerlich. Ich fühle mich von etwas befreit,
wie ein großer Bruch mit der Vergangenheit
bei kleinem Schulterbruch am Erdenkörper.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Es entgeht mir nicht
wenn auf einem Gesicht
ein blauer Himmel sich
verfinstert plötzlich
Es entgeht mir kaum
wenn in einem Raum
ein blauer See auf einmal
trüb wird und asozial
Denn plötzlich,
als man unter sich
wähnte, steht er da –
Der Schwarze da
Die hohe Rasse ist
doch genauso niedrig, ist
doch genau so blind
und auch noch ein Kind.
– Che Chidi Chukwumerije
02.03.2020 (23:05h)
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Einer hustet
Alle ziehen sich unauffällig
auffällig schnell zurück
auffällig wegschauend
auffällig alle ein paar Sekunden später
den Huster unauffällig musternd
auffällig verspannt
unauffällig wachsam
auffällig
Ich verschlucke mich auffällig
an meinem Tee
unterdrücke mit Mühe den Husten
unauffällig.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Veränderung verändert sich so schnell
Jedem Moment wohnt inne der Appell
Nimm mich! Nimm mich! Bin noch aktuell.
Jetzt nicht mehr.
Entfernung rückt unausweichlich näher
Ausgepackt, voll. Verschlossen, leer.
Ohne Gewähr.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Wie zerbrechlich die Schneeflocke
doch fragiler der Mensch.
Jedes Jahr erscheint die Schneeflocke
wieder; eines Tages ertönt dem Menschen
zum allerletzten Mal der Zeit Glocke.
Der Winter wird wieder kommen, oh Mensch;
dein Zeitalter ist kurz. Genieß es. Frohlocke.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Es war einmal eine Fee
So unsichtbar wie ein Gedanke
Genau so spürbar auch
Wie unausgesprochen Bitte oder Danke
Und so wie Du nicht nur
einen Gedanken vergisst, sondern
auch vergisst, daß da mal
ein Gedanke war, bleibt die Fee fern
unserer Erinnerung, unserem Begreifen,
unserem Begriffsvermögen und
Begreifenkönnen; äußert sich
nur noch aus dem kindlichen Mund.
Lebt und spielt, lächelt und lacht
in der kindlichen Welt
und winkt zum Abschied, wenn das Kind
zum harten Erwachsenen sich entwickelt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich suche Distanz
Ich versuche Nähe
als Auslöser von Distanz
Komisch, aber es funktioniert
Ich suche Nähe
Ich versuche Distanz
Als Eingang in die Nähe
Komisch, aber es funktioniert.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung