WIEDERDAHEIM

Lange Fahrt
Bangen hart
Wangen zart
Fangart der Liebe:
Die Erwartung fächeln.
Klangart der Liebe:
Lautlose Lächeln.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Jahr der deutschen Dichtung

TONSKALA

Bin heute voll
Habe Musik getrunken
Dur und Moll
In Erinnerungen versunken
Traurig und toll
Doch Träume haben auch gewunken
Mich befreit vom Groll
Zündeten neu meine Funken
Beglichen Haben und Soll.

– Che Chidi Chukwumerije.
2019: Jahr der deutschen Dichtung

KARFREITAG

Karfreitag.
Da wurde die Liebe ermordet. Heute feiern wir wieder den Mord eines Unschuldigen, welcher Mord angeblich uns von genau jener Sündhaftigkeit befreien soll, die uns zu eben diesem Mord getrieben hat.
Dieser Gedankengang ist nicht nur unlogisch, er ist auch schon ziemlich perfide und zynisch.
Hätte die Menschheit Jesu Christus als Gottessohn anerkannt und seine liebestiftenden Worte zu Herzen genommen, hätten sie ihn natürlich nie und niemals ermordet.
Hätte er dann – in dem daß er die Menschen zur Liebe bewegt hätte und dadurch nicht mehr ermordet wäre – in seiner Mission versagt und seinen Auftrag nicht vollendet???
Oder hätte er dadurch erst Recht seine Mission erfüllt und wäre erfolgreich?
Menschen, erkennet bitte endlich Euren Heiland und seine Mission richtig. Nur die Liebe rettet die Welt, nicht das unsinnige Aufopfern eines Unschuldigen und das Glauben an seine angebliche fleischliche Wiederauferstehung. (Denn die war seelisch, nicht fleischlich).
Durch Jesus den Gottessohn sich retten zu lassen, heißt, seine Worte zu Herzen zu nehmen und danach zu leben; und nicht seinen Tod zu feiern – denn der war ein dreister Mord eines Unschuldigsten.
Dadurch zieht man keine Versöhnung und Vergebung Gottes zu sich, sondern seinen Zorn und seine richtende Hand.
Karfreitag.
Ich gedenke heute dem liebe-erfüllten ErdenLEBEN und Wirken eines göttlichen Helfers, der versucht hat, das Licht der Güte in dunklen Herzen anzuzünden, und dessen Liebe durch Haß erwidert wurde.
MÖGE SOLCHES NIE WIEDER GESCHEHEN!!

Che Chidi Chukwumerije
Karfreitag, 19.04.2019

MOMENTE DES LEBENS

Momente gesammelt
Denn ein Herz hat mehr Speicherplatz
Als alle Smartphone der Welt versammelt
Neben diesem einen Schatz:
Menschengeist.

Blatt um Blatt
Lese ich alle Menschen zwischen den Zeilen
Wie kann ich vergessen, was mich geprägt hat?
Momente markieren meine Meilen
Ich, Menschengeist.

Momente der Freude
Momente des Schmerzes, der Angst, der Liebe
Was mich einmal durchdringt, gehört im Gebäude
Meines Geistes fortan zum Getriebe
Je mehr ich erlebe
Desto mehr lebe
Ich, Menschengeist.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Jahr der deutschen Dichtung

NACHTRUHE

Ruhige Tage
Mein Sinnen vage
Frei von Sorgen
– das macht mir Sorgen

All meine Plagen
Das leise Unbehagen
Die vielen Fragen
… schweigen.

Die Wanduhr tickt leise
Wandschatten gehen auf Reise
Es weigern sich unerklärlicherweise
Meine Sorgen weiterhin sich zu zeigen…

Als ob heut Zuhause
Mit ner kleinen Verschnaufpause
Der sanfte Abend mich traf:
Schlaf, Kindlein, schlaf.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Jahr der deutschen Dichtung

FLÜCHTLINGE

Die Gegenwart ist auf der Flucht
Vor der Vergangenheit weit geschwommen
Und findet, egal wie hart so sucht,
Keine Gelegenheit sie zu entkommen.

Kein Geschehen ist Boot genug
Keine Gegenwart ein sicheres Meet
Der Getriebene schleppt mit sich im Zug
Seine Herkunft in die Zukunft mit hinterher.

Die Zukunft! Schimmernd in der Ferne
Trügerisches, höhnendes, herzloses Horizont
Man möchte dem Suchenden zurufen, “Lerne
Erkennen: Dein Leben selbst ist die Front!”

Dein Heute ist die zu häutende Haut
Wenn das Leben Dich haut, Deine dicke Haut
Lässt nur das durch bis unter die Haut
Unter dessen Wirkung Deine Mitwirkung auftaut…

Mitwirken beim eigenen Neuwerden
Beim Versöhnen Deiner alten mit Deiner neuen Welt
Beim gemeinsamen Streben aller Sucher auf Erden
Nach einer Zukunft, die sich friedvoller entwickelt.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Jahr der deutschen Dichtung

APRILGEDICHT

Ich sage manchmal Ja
Und ich bin da
Und manchmal Nein
Bitte laß mich allein

Der Regen zögert
Eingeschüchtert
Der Regen stürmt
Schuttelt und wurmt

April April
Du hast Deinen Stil
Und machst, was ich will

Befreist alle meiner Seiten
Schneller als ich es vermeiden
Kann, muß ich mich entscheiden

Täglich tausend Eindrücke
Und ich nur eine wackelige Brücke

Ein Dichter.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Jahr der deutschen Dichtung

KALEIDOSKOP MENSCH

Raum nach oben
Traum Bach unter
Kaum wach, törkelnd

Taumelnd, Politik
Baumeld, wild, Kritik
Von sich abgewiesen

Ausgewiesen
Sich ausgewiesen
In sich angekommen

Unter sich bleiben
Für sich ganz richtig
Harmonie bedürftig

Doch Grenzen fallen
Zwischen sich und sich
Was ist das, ein “Ich”?

Eingebürgert
Eingeschüchtert
Allerseits

Viele sind verunsichert
Nur die Mutigen
Lassen sich ändern

Denn sie wissen
Am Ende bleibt jeder
Trotzdem sich selbst.

– Che Chidi Chukwumerije

GESCHICK

Freunde finden Dich
Feinde auch
Höre auf das Gefühl
In Deinem Bauch

Freunde finden sich
Mit einem Blick
Ein Blick reicht immer
Zum Pech und zum Glück.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Mein Jahr der deutschen Dichtung

GWA ONWE GI EZIOKWU


Anyi ma ihe bu eziokwu
N’ime obi anyi –
Onweghi ihe obula ndi mmadu were ike ikwu
Wee ike ihichapu eziokwu ahu
Anyi na a hu
N’ime obi anyi –

Tupuu imechie anya n’abali
Meyee anya, lee eziokwu anya
N’ime obi gi

Maka n’ime ura, i ga a ro nro
N’ime nro i ga a hu ndi mmadu la ndi mmuo
Mana oburo ihenine ha ga e kwu
Ga a bu eziokwu…
I ma ihe bu eziokwu n’ime obi gi

Tupuu i meyee anya l’isi ututu
Mechie anya, nee eziokwu anya
n’ime obi gi

Maka tupuu chi e jie ozo
i ga e bi n’uwa, ruo oru n’uwa
Gwuo egwu n’uwa, kpagharia…
i ga e chefu onwe gi
Ma oge i ga echeta onwegi ozo n’abali
i ga a hu na i wogo onye ozo.

– Che Chidi Chukwumerije.