Manche reisen alleine zu zweit Andere reisen zu zweit allein Ein Flugzeug erzählt viele Geschichten Fliegen ist ein versammeltes einsam-Sein Der eine schaut zurück auf die Vergangenheit Die andere blickt nach Vorne in die Zukunft Jemand schläft und jemand guckt Fernsehen Alle warten auf die Ankunft. Aber selten kommt man an, wenn man ankommt - Die Reise geht meistens weiter… Ich war nur der Flug-, nicht der Lebens-, Begleiter. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
von Orten und Zeiten und Gefühlslagen
EIN VÖLLIG NORMALER TAG
Ein Tag genügt um ein Leben zu durchleben Alles - Liebe und Hass tauschen, nehmen und geben Wachsen oder zurückfallen, verstehen oder vergessen, stecken bleiben oder weitergehen - und unterdessen einen völlig normalen Tag äußerlich leben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WILLENSKRAFT WIR
Wollen wir „wir“ wollen? Wollen wir? Wir wollen! Ja, wollen wir! Wollen ist unser Wir Handeln ist unser Wir Denken ist unser Wir Empfinden ist unser Wir Wollen wir? Ja, wollen wir! Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SIEHST DU
Die Gesellschaft die Dich mit fremden Augen ansieht wird Dir immer wieder und wird Dir eines Tages zeigen, sie sieht Dich nicht als Mitglied. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SELBSTGAST
Hotelzimmer haben etwas Fremdes und Vertrautes zugleich. Du bist weit weg von Dir und bist in Dir ein Besucher in einem Friedensreich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
REINKARNIERENDE ÄGYPTER
Die Menschen hier sind mir ähnlich Als waren wir einst zusammen in einem Herz Bevor die Haut uns trennten Und fremde Sprachen. Und Fluss und Schmerz. Wie viele Leben leben wir Bevor wir anfangen, wirklich zu leben? Wie viele Tode sterben wir Bevor wir uns dem Gotteswillen geben Und uns gegenseitig vergeben Oder für immer aufhören zu leben? Wie tief muss eine Wunde sein Bevor sie geheilt werden kann? Wie tief müssen wir verbunden sein Bevor jeder dem anderen vergeben kann? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ARBEITNEHMER
Wir schaffen bis geht nicht mehr denn es geht nicht mehr Wir tragen einen Traum doch trägt der Traum uns? Woher wolang wohin? Ich weiß es nicht. Arbeiter und Angestellte tun ihre Pflicht und blicken auf ihre Hände - leer. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DER LETZTE AUGEN-BLICK
Im aller letzten Augenblick kommt immer wie geschickt eine Wendung zum Pech oder Glück. Der letzte Herzschlag entlässt die Seele in sein wahres Geschick. Die letzte Umarmung, das letzte Wort tötet die Liebe oder holt sie zurück. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WIEDER DA
In letzter Zeit höre ich die Stimmen wieder nah und weit die Stimmen und die Lieder der Mitmenschen und der Menschheit denn ich bin wieder da nach Jahrzehnten der Abwesenheit in denen ich nur Dunkelheit sah. Und jetzt höre ich die Stimmen wieder und meine auch - und spüre meine Beine gehen wieder und Lachen in meinem Bauch. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ZU SCHMERZVOLL
Stimmen im Hintergrund Erinnerungen im Vordergrund - Freunde spielen und lachen und merken dein Schweigen nicht - Du erinnerst Dich an Sachen zu schmerzvoll für jedes Gedicht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
