Ob Du es magst oder willst oder nicht kommt der Augenblick als wär‘s seine Pflicht - Und je länger er gärt, bevor er kommt, desto reifer die Ernte, aus der er strömt. Nichts, was ein Menschengeist sät, kehrt nicht einst zurück wie ein Komet, kommt er früh oder kommt er spät. Denk daran, wenn Du heute böse tust - Deines Pfeiles Zielscheibe ist Deine Brust. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
zum Nachdenken
SELBST TREU
Die Ratte wird eine Ratte sein - ob sie Dir hässlich erscheint oder schön, wird sie weiterhin Ratte sein und die Dinge tun, die Ratten tun. Dir mögen sie ekelhafte Dinge sein - in ihrer Welt sind sie richtig und schön. Meine Aufgabe ist es, Mensch zu sein, ich zu sein und über dem Ganzen zu stehn! Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ES GIBT EINEN FRIEDEN
Es gibt einen Frieden Der ist schwer zu beschreiben Denn Beschreibungen richten sich an den Kopf Doch dieser Frieden findet im Herzen statt. Es gibt einen Unfrieden Der ist schwer zu vertreiben Denn der Kopf ist der Deckel, das Herz der Topf In dem der Unfrieden seinen Sitz gefunden hat. Nichts stört mehr den Frieden Als ein Schwarzer, der sich weigert zu unterschreiben Er stellt die Welt auf den Kopf Denn er reklamiert die Normalität für sich als Heimat. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GLÜCKLICH SEIN
Nochmal: Glücklich sein ist kein Wettbewerb, sonst ist es kein glücklich sein mehr, sondern unglücklich sein. Der Verderb des Glückes kommt mit dem Seelenverzehr durch das Besserseinwollen im Erwerb dessen, was nicht erworben werden kann, denn Glück ist ein als Nomen getarntes Verb - werden muss es getan. Und zwar so: Anderen Glück gönnen beglückt die, die das können. Andere glücklich machen läßt im Macher das Glück erwachen. <em>Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE INNERE FEINDSCHAFT
Du wirst lang unter ihnen leben, ihnen Dein Bestes, ihnen Helfendes, geben, und dabei und daran wirst Du erleben: Wenn Du äußerlich anders bist, sogar bist Du auch ein Christ, bleibst Du jedem inneren Rassist ein wartender Terrorist. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KINDESWOHL
Wer passt auf Dich auf,
wenn Du ein Kind bist?
Wer sieht die Gefahren im Voraus,
eher Du auf sie triffst?
Wer beschützt Dich?
Wenn Dein Ball in eine Autostrasse fliegt
und Du ihm hinterher schießt..
Wenn Du auf einer Wiese spielst
und neben Dir ein offener Brunnen ist
ohne eigene elterliche Aufsicht.
Wer sonst beschützt Dich?
Und Erwachsene laufen vorbei –
Einige hocken am Fenster nebenbei –
Keiner macht einen Aufschrei.
Manche sehen die Gefahr nicht,
manchen ist es, unglaublich, egal.
Manche bangen aber trauen sich nicht,
fremde Kinder anzusprechen. Denn, ob legal?
Ob ideal? Jede Entscheidung ist vielleicht fatal.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
UNSTERBLICHKEIT
Die Welt passt problemlos in jedes Herz rein Ist aber selbst viel zu klein für das Herz. Groß Ist die Sehnsucht nach Ewigkeit. Diese sterbliche Welt allein birgt unmöglich so viel Lebendigkeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WO LEBST DU?
Wo befindet sich das Leben? Im Positionsspiel des Berufslebens? Dort suchte ich einst das Leben und siehe: Ich suchte vergebens. Wo findet das Leben statt? Im Geltungsdrang gesellschaftlichen Drucks? Ihm widmete ich einst meine jede Tat, bis ich darunter litt und dabei wuchs. Wo spielt sich das Leben aus? Bei Familie, Freunden, Religion, Leidenschaften? Ein Teil von mir fand dort ein Zuhaus, wo ich einsam saß inmitten der Machenschaften. Wo bin ich am Lebendigsten? Ganz einfach, hier ruhig in meinem Geiste. Befolge ich meinem Innigsten, spende ich Freude und bin der Freieste. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
VON BÄUMEN LERNEN
Der Baum stand da Als wäre er nicht da Und war für alle da Der Mensch stand da Als wäre er wirklich da Und war für niemand da Nur für sich selbst. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MÄNNLICH IST NICHT WEIBLICH
Mann oder Frau? Männlich oder weiblich. Es gibt eine Sensibilität der Empfindung Es gibt eine Tiefe der Erinnerung Es gibt eine Genauigkeit der Wahrheitserkennung Es gibt eine Intensität der Gewissensfühlung Es gibt einen Grad der Gottesverbindung Es gibt eine Feinheit der Schönheitsgestaltung Es gibt ein Zuhause, eine Ruhe, ein Heil, Zu deren Erreichung, das was zählt, Mir als Mann der weibliche Anteil Innen fehlt. Männlich ist nicht weiblich Und Mann ist nicht Frau. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
