Mann oder Frau? Männlich oder weiblich. Es gibt eine Sensibilität der Empfindung Es gibt eine Tiefe der Erinnerung Es gibt eine Genauigkeit der Wahrheitserkennung Es gibt eine Intensität der Gewissensfühlung Es gibt einen Grad der Gottesverbindung Es gibt eine Feinheit der Schönheitsgestaltung Es gibt ein Zuhause, eine Ruhe, ein Heil, Zu deren Erreichung, das was zählt, Mir als Mann der weibliche Anteil Innen fehlt. Männlich ist nicht weiblich Und Mann ist nicht Frau. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
zum Nachdenken
DIE GEDANKEN SIND NICHT FREI
Die Gedanken sind nicht frei Sie sind gut, böse, rein, unrein Aber sie sind nicht zollfrei Sie erhalten ihr eigenes Sein Bewirken feinstofflich vieles dabei Prägen weiter Dein Bewusstsein Hängen an Dir wie ein Faden Kehren im Kreis auf diesem Pfaden Zu Dir zurück mit Gleichart beladen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SEIN WORT IST WICHTIGER ALS SEIN BLUT
Alle denken an das Blut. Aber wer denkt an das Wort? Die wahre Erlösung beruht nicht aufs Blut, sondern den Mut zu leben nach dem Christuswort. Wiederauferstehen durchs Wort, gelebt, ist der Erlösung Attribut. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ANDERS
Ich sehe die Welt anders. Ich sehe, daß wir mehrmals leben, dabei Wechselwirkungen erleben, als möchte uns das Leben vergeben, gäben wir uns nun anders. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FALSCHHEIT
Wie viele Lächeln sind Lügen,
die ich lächele, wie viele Grüßen
sind falsch und nur zum Betrügen
gegrüßt? Alle tue ich scharf büßen
immer wenn wahre Augen, unbeeindruckt,
mich mild streifend strafen als müssen
sie schreien: wir haben Dich durchguckt!
Das Wortlose. Das Wortkarge.
Das ist immer das Trefflichste.
Es ortet präzise, spürbar, die arge
Eitelkeit, der Schrecklichste
Leichenteil im Mensch genannten Sarge.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
TÄGLICH ALLES
Wenn jedes Gedicht ein Schritt ist, welchem Gedanken nähere ich mich? Wenn jeder Gruß ein Abschnitt ist der menschlichen Reise ins Friedensreich, wenn ich da ankomme, sehe ich Dich? Wenn jede Trennung ein Tritt ist in den Hintern, weil Du weiter gehen musst, weiter suchen musst, hast Du noch Lust? Wenn jeder Tag ein Zeitlimit ist, erfüllst Du täglich alles in Deiner Brust? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FREMDE KULTUREN
Diese merkwürdigen Momente, in denen eine fremde Kultur zu Dir spricht und in Dir jemand sich angesprochen weiß, der ein Teil Deines Innersten ist aber meistens in mitten Deines Innigsten schweigt, als wärest Du zwei Menschen ein Gesicht - ein Einheimischer und ein Fremder - gleichzeitig, und Du wusstest es bisher nicht. Ihre Augen wecken unzählige Erinnerungen, an die Du Dich nicht mehr erinnern kannst, diese fremden Menschen, die Dir vertraut sind, als hättet Ihr schon Lebzeiten zusammen getanzt, ja, schon ganze Leben gemeinsam gelebt, erlebt, gelernt, geliebt, Samen gepflanzt, die Inkarnation nach Inkarnation nach Inkarnation Früchte tragen, aus denen Du Toleranz tankst. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DEN FALSCHEN WEG ERKENNEN
Schwer ist nicht der Weg, sondern jedes Bein, wenn falsch der Pfad ist. Kein Zweck heiligt jedes Mittel, denn der Geist weiß, wohin und wie. Wenn Deine Innere Stimme bockt, wenn Dein Herz stolpert und stockt, halte inne, wisse mit Garantie: Du bist auf dem falschen Weg. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
INDIVIDUELLE SCHICKSALE
Kein Sohn gleicht dem Vater kein Mensch dem anderen genau Auf diesem Erde genannten Theater ist das Sichtbare nur Schau Unsere Wünsche blenden uns unsere Ängste, Einsamkeit, Unwissen Gedankenwolken, Gefühle, ein Dunst vor des Lebens Geheimnissen Wir kommen und gehen, mehrmals, jeder Mensch eine einmaliges Kreatur Liebe sie, doch binde Dich niemals an sie. Jedem seine Tour. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KLEINER KANN GRÖSSER SEIN
Große Menschen wie Eisberge sehen selten so groß aus wie sie sind - Schneewittchen sah keine Zwerge; nur wir tun das, denn wir sind blind. Sie sah Ritter, sie sah Riesen, sie sah Menschen mit großen Geistern. Denn nur Güte - und das ist bewiesen - hat den Mut, das Herz zu meistern. Du musst nicht groß sein, um mich mit Liebe zu besiegen. Mach Dich einfach, mach Dich klein und Du wirst das leicht hinkriegen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
