Wir gehen denselben Weg - Siehst Du mich auch? Oder denkst Du, das ist bloß nur ein Schatten Deiner Gedanken? Wir lieben dieselbe Frau - Siehst Du ihre andere Hand in meiner? Oder denkst Du, sie greift nach Luft? Wir rauchen dieselben Idealen - Siehst Du, wie sie mich beflügeln? Oder Denkst Du, das ist nur Rauch da oben? Das bin ich aber, weder Schall noch Rauch, Teil dieses Unerklärlichen namens Moderne - Teilträger unseres Schatzes. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
zum Nachdenken
WISSEN ÄNDERT DAS BEWUSSTSEIN
Das Gesehene Kann nicht ungesehen werden Gehörtes kann nicht Ungehört werden Wissen ändert das Bewusstsein Unveränderlich. Ich möchte so tun Als wisse ich nicht, wie Ihr über mich denkt - Schwer aber, wenn Wissen Das Bewusstsein lenkt. Das Bewusstsein mit Bewusstsein beschenkt Und damit einschränkt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER GRÖSSTE BEITRAG
Egal was Du verlierst Dabei kaputt geht Die äußeren Umstände sind Verleugne nie Verrate nie Ignoriere nie Deine innere Stimme Glaube ihr Folge ihrer Anweisung Weiche nicht davon ab Bleibe ihr treu, standhaft Dies ist der grösste Beitrag Zur Weiterentwicklung Der Gesellschaft Der Menschheit Größer als Politik. Es ist Größer als Wirtschaft. Es ist Größer als Technik. Es ist Der Schlüssel zum Menschsein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EGAL WIE TOLL
Ein Foto ist eine Momentaufnahme. Meistens gestellt. Verstellt. Egal wie toll die tollsten Menschen Auf ihren Profilbildern aussehen, Sieht die Wirklichkeit immer anders aus Im intimsten Hort, zu Haus, Ohne Ausnahme. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
BEI KAFFEE UND KUCHEN
Ich kann während eines Gesprächs mit Dir Tausendmal meine tiefsten Innenorte besuchen - Dabei sprachen wir äußerlich über das Wetter Lobten den Kaffee und kritisierten den Kuchen. Und auch Du machst das - leugne es nicht. Unmerklich tauchst Du in Dir ständig ab und auf Immer und immer und immer wieder Und erzählst nebenbei vom gestrigen Auflauf. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WIEDER VON VORN
Wieder von Vorne anfangen Verlorene Zeit abhaken Es lebt noch Dein Verlangen Nach gleichartigen Geistern Nach Kunst ohne Kompromiss Du Dich selbst wieder begeistern Die Fähigkeit, Altes los zu lassen Ist unsere größte Superkraft Ist Macht, uns Neuem anzupassen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DEIN MEISTERSTÜCK
Während Du neben mir liefst Merkte ich, daß Du schliefst Denn Deine Augen waren nur nach Vorne gerichtet Die Samen am Straßenrand hast Du nicht gesichtet Wir liefen und redeten über das gelobte Land Ich hielt derweil eine Gießkanne in meiner Hand Und als Du abends neben mir Pause machtest Merkte ich, wie Du plötzlich aufwachtest Denn Du sahst auf meiner Straßenseite Blühende Blumen bis in ferne Weite. Jetzt verstehst Du warum ich ständig Am schaffen bin, stündlich, täglich - Dein Meisterstück ist eine Blume am Straßenrand An der Du vorbeiläufst unterwegs ins gelobte Land. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EMPFINDUNGEN SAGEN MEHR
Worte versagen Wo Empfindungen alles sagen - Diese formlosen Gefühle im Magen Wie kann eine Brust, So klein wie sie ist, bergen so viel Lust, Ertragen so viel Verlust? Woher kommt Wissen? Woher weißt so viel das Gewissen? Dieses Wissen will ich nicht vermissen. Es lehrt mich den Unterschied Kunstlied und Liebeslied, Zwischen Aufwiedersehen und Abschied. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE MASKE FÄLLT
Mir wurde als Kind gesagt in einem britisch-sozialisierenden Internat: Sie werden die Maske wieder fallen lassen Aufgegangen ist noch nicht die Saat Ihre Herrschsucht ist noch nicht gestillt Sie sind noch nicht fertig mit Hassen Wir warten geduldig auf sie, denn Sie werden die Maske wieder fallen lassen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
BLAU ALS WÄRE
Gibt es einen Ort - und da würde ich hin, sofort - blau als wäre der Himmel ein Kleid gefertigt aus Freude, gewaschen aus Leid, an- und ausziehbar wie aus Seelentiefen ein Lächeln, das suchende Augen riefen, fern und fließend im Wind wie ein Traum, ruhig und festsitzend wie ein uralter Baum, eng anliegend wie ein verbindendes Eid, ein unendlicher blauer blauer Raum… fast eine Erinnerung, in der wir schliefen… Gibt es irgendwo diesen Ort? Da würde ich hin, und sofort. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
