KEIN LEBEN WIE DAS ANDERE

Kein Tag wie der andere
Der düstere, der heitere
Kein Mensch wie der andere
Der dunklere, der hellere
Kein Lachen wie das andere
Das lautere, das leisere
Kein Weinen wie das andere
Das tiefere, das flachere
Keine Liebe wie die andere
Die erfülltere, die unerfülltere
Keine Nacht wie die andere
Die erholsamere, die schlaflosere
Kein Leben wie das andere
von Inkarnation zu Inkarnation…
Wechselnde Gestalt -
Selbstbestimmter Inhalt -
Steigendes oder fallendes Lebensgehalt.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

‘RÜBERKOMMEN

Dein Da Sein
löst mal Freude mal Pein aus
Dein Erscheinungsbild allein
ist irgendwie einzig Dein Haus
Ich kann Dich besuchen
aber Du kommst nie daraus
Du musst es in Dir suchen
Korrektur, Erfolg und Applaus.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

DU WEISST

Du weisst, wenn Menschen lügen.
Du spürst es fein.
In der Empfindung gibt‘s kein Betrügen,
der Verstand allein
denkt sich gerne sein Eigenes dabei,
erzeugt dazu den passenden Gefühlsbrei,
lässt sich blind in die Täuschung einfügen.
Und dennoch und dennoch und dennoch…
weißt Du es unterbewusst doch!

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

NUR UNSER GEIST

Ein künstliches Gehirn, das für uns denkt
aber nichts empfindet und nicht mal fühlt,
darf nicht sein was unsere Schritte lenkt,
uns belehrt, führt, füllt und aufwühlt.

Alles, was wir bereits entdeckten, ist nichts
im Vergleich zu dem, was wir noch nicht wissen.
Und nur unser Geist kann‘s finden. Angesichts
der Verrohung hilft keine KI, nur das Gewissen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

KONTAKT

Eines habe ich gelernt -
Um dazu zu gehören
musst Du viel einstecken
musst Du ecken und stören
und die Gleichart selbst erwecken.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

MIKRORASSISMEN

Es ermüdet, täglich auf der Hut zu sein. zu bangen;
Feindseligkeit statt Freundlichkeit
aus viel zu vielen fremden Blicken zu empfangen,
Angriffe aus dem Nichts. Hinterhältigkeit.

Es enttäuscht, nicht vertrauen zu können;
den nächsten Dolchstoß ständig zu erwarten;
Wenige zu kennen, die Dir Gutes gönnen;
begriffen zu haben, Du gehörst zu “Fremdarten”.

Es macht Dich stark und schwach zugleich;
Du darfst zart sein aber niemals weich;
wirst Armut überleben aber wirst nie reich.
Zwischen Euch liegt ein unsichtbarer Teich.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

WEITER!

Wir sind Geist
Wir gehen immer weiter
Wir schütteln Altes ab
Wir gehen immer weiter
Ob jung oder ergreist
Egal, wir gehen weiter
Ob vor oder nach dem Grab
Einfach weiter, ständig weiter!

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

HERBST UND VERÄNDERUNG

Irgendwann gibst Du auf
und lässt den Herbst herein;
Altern gehört zum Lebenslauf,
Reifen zum erfüllten Sein.

Die Blätter lassen die Farben los,
eine nach der anderen;
Die Bäume lassen die Blätter los,
die faden und die bunteren.

Die Menschen lassen die Menschen los,
um ihre Wege weiter zu gehen;
Die Menschen lassen die Menschen los
bis auf Wiedersehen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

EIN LAND

Ein Land, zwei Seiten
Eine Seite, zwei Länder
Deutschland Deine weiten
Tiefen sprechen Bänder.
Das, was Du hasst,
ist ein Teil von Dir,
weil Du es hast
tief in Dir und tief in mir.

Das, was Du hast,
ohne es zu beachten,
ist‘s, was zu Dir passt -
Nur tiefer beobachten.
Die Gleichart ist tiefer als gedacht
und verdient nicht so viel Verdacht
und verdient nicht so viel Verdacht.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

IRGENDJEMAND

Egal wie Du Deine Worte wählst
irgendjemand wird sie falsch finden
Egal wie weit weg Du von allen stehst
an irgendjemanden wirst Du Dich binden
Egal wie fest Du sie alle an Dir hältst
irgendjemand Liebes wird aus Deinem Leben verschwinden.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung