Wen sehe ich? Dich? Oder mich? Dich sehe ich seit langem nicht mehr… Ich sehe nur mich - und das auch nur ungefähr… Meine Ängste, meine Erinnerungen - Meine Schmerzen, meine Empfindungen- Meine Freuden, meine Hoffnungen - Meine Schatten, meine Erwartungen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
zum Nachdenken
ERDDORF
Die Welt ist zu einem Dorf echt geworden - Wir erleben uns alle gegenseitig in Echtzeit. Sympathien und Ressentiments, einst verborgen, merken, wie nah sie sich sind. Sie waren nie so weit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
AN DAS WEIBLICHE
Wäre Ahnung eine Person, dann wäre sie ein Weib. Wäre Tiefe ein Körper, bestimmt ein weiblicher Leib. Würde Heim, würde Heimat Form nehmen genau, dann stünde vor unseren Augen eine warme und tiefe Frau. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
MENSCHENWELT
Die Welt wird zusammen kommen in Deiner Welt Und Deine Welt wird sich verbreiten über die ganze Welt Und überall, wo die Welt ist wirst Du Dich Zuhause fühlen, wenn Du mit dem Herzen hörst… Und überall, wo Du Zuhause bist, wirst Du die ganze Welt spüren, weil Du der ganzen Welt gehörst. Zu allen glokal spielenden Akteuren: Irgendwann, hoffentlich, sind wir reifer und finden unsere Gleichart viel leichter mehr im Inneren als im Äußeren. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WELTORANGE
Die Welt fühlt sich klein an eine Orange, die wir schälen und essen und schmeißen die Kerne weg und vergessen prompt die Milliarden Seelen die aus dem Boden unserer falschen Taten wieder Form nehmen um uns zu quälen. Wir sehen nur die Orange und nicht den Lebensbaum von dem wir sie stehlen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SCHÄTZE SCHÄTZEN
Schätze schätzen Sätze mit Bedacht einsetzen Auch gut gemeint kann verletzen Beziehungen richtig einschätzen Hassworte kann man nicht zurücksetzen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DER ZWANG ZUR ANPASSUNG
Ich kenne die Antwort nicht Wie liest man eines Fremden Gesicht? Wann wird Migration zur Integration? Wann wird Integration zu Assimilation? Wann wird Assimilation zur Selbstverneinung? Wann wird Selbstverneinung zur Selbstverbiegung? Wann wird Selbstverbiegung zum Selbsthass? Wann wird Selbsthass zum Fremdenhass? Wann wird Fremdenhass zum Selbstmord? Wann wird Selbstmord zum geistigen Tod? Wann wird geistiger Tod zur Lebensnorm? Wann wird Lebensnorm zur Ausdrucksform? Sichtbar auf der Gesellschaft Gesicht - Aber wie liest man eines Menschen Gesicht? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
ÜBER KURZ UND LANG
Alles passiert, kurz, immer am Anfang. Alles andere ist nur der lange Schatten der untergehenden Sonne. Ein Ermatten, in die Länge gezogen. Ein Schwanengesang. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SELBSTSCHUTZ
Wir lachen, obwohl wir ernst sind - Wir lachen, weil wir ernsthaft sind - Zu ernstlich, zu schwer, zu intensiv, deshalb lachen wir, mildernd, defensiv. Wir schweigen, obwohl wir viel zu sagen hätten, denn Worte schmiegen oft die schwersten Ketten - Und sollten wir fallen, wer könnte uns noch retten? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
EWIG LEBEN
Lohnt es sich an Gott zu glauben? Lohnt es sich an Gott nicht zu glauben? Wo bleibt der Frieden Deines Herzens? 80plus Jahre können doch nicht alles sein. Der Brennstoff in mir braucht eine Ewigkeit Und würde immer noch nicht alle sein. Spürst Du es nicht in Dir? Dieses Ewig-bestehen-Können Ewig-sein-Seien, Ewig-leben-Dürfen? Spürst Du es nicht auch in Dir? Der Ewige hat Dich heraus gegeben Und Dich erlaubt, fort an zu leben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
