Der Weg vor uns ist lang Und hart Schau nicht auf meine Hautfarbe Spüre meinen Geist Ich kenne den Weg Die Tür vor uns steht fest Und schwer Schau nicht auf meine Geschichte Spüre mein inneres Gedicht Ich habe den Schlüssel Das Ziel vor uns weicht aus Und ist in Rätseln gehüllt Schau nicht auf mein Geschlecht Spüre meine Empfindung Ich weiß die Antwort. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
zum Rassismus und Xenophobie
RECHT AUF FEHLER
Siehst Du mich wirklich Als ebenbürtig und gleichwertig? Beweis es mir - Zeig mir, daß ich zu den selben Fehlern Wie Du gleichberechtigt bin. Verzeih mir und gestatte mir Meiner unvollkommenen Menschlichkeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ZUSAMMEN HÄLT BESSER
Zusammen hält besser
Gemeinsam steht der Stadt gut
Nicht alles, was sich äußerlich unterscheidet
ist sich innerlich fremd
wenn sie sich ausziehen
und in einander einziehen
als wären ihre Seelen die Wohnungen der Stadt.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
BLINDER RASSISMUS
Das Schlimme an Rassismus ist, daß er nicht weiß, daß er Rassismus ist. Er denkt, er sei lustig, witzig. Er behauptet, er sei nett, zuvorkommend, behilflich. Er glaubt, er sei ehrlich, wahrhaftig. Er meint, er sei natürlich - sogar menschlich. Deshalb wird ihm nicht die Erkenntnis, daß er Rassismus ist. Vor allem deshalb, weil diese Erkenntnis… sie zeigte ihm gleichzeitig, wie klein er ist. Das Schlimme an Rassismus ist, daß er nicht wissen will, daß er Rassismus ist. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
HABEN OHNE SEIN
Du darfst aus meiner Kultur schöpfen Daraus was Neues machen Ich werde aus Deiner Kultur Sachen schöpfen die alt waren, ich werde sie neu machen. Nicht die Kulturen bilden die Trennlinien sondern die Ansichten, die behaupten es gäbe zwischen uns unüberquerbare Linien - Alle Andersdenkenden tun sie enthaupten. Ist es so schwer, leicht zu sein? Ist es so leicht, schwer zu sein? Besteht unser Sein nur aus Haben ist alles, was wir haben, nur schweres leeres Sein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DAS VERBINDENDE TRENNENDE
Rassismus weltweit wurde
auf die nächste Generation
bereits erfolgreich übertragen
Setze also keine Hoffnung
auf die übernächste Generation
die sie in ihrem Bauch tragen.
Er verbindet alle Nationen
und trennt alle Nationen –
und zeugt von unserem Versagen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DUNKEL
Du hast ein Hemd Ich habe eine Haut Du bist nicht fremd Keiner schaut Dir nach, wenn Du einkaufen gehst Überwacht Dich, wenn Du an der Ecke stehst Schaut schnell weg, wenn Du Dich umdrehst. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER TOD EINER PERSON
Pinsel war Emotion Tinte war Blut Gedichtet aus Passion Hoffnung und Wut Der Tod einer Person Das Sterben von Mut Zerstört einer Nation Aller-wertestes Gut. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MEHR NÄHE
Distanz braucht Nähe. Das ist mir neu. Immer dachte ich, Freiheit suchend, Nähe braucht Distanz, nicht andersrum - doch dann erwachte ich politisch in einer brückenlos geteilten Welt. Distanz braucht Nähe. Denn es ist wichtig, daß globaler Nord und globaler Süd, Ost und West, Kulturen, Religionen, Sichten sich be-greifen im Akkord, der den Frieden zusammenhält. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
PLATZ HABEN
Die Richtungen zogen durch uns in entgegengesetzte Persönlichkeiten. Kein Punkt, daß wir immer noch im selben Wunder zusammen schreiten. Sind wir im Laufen uns gekreist oder bewegen wir uns im Sein und Habe-nicht? Bin ich hier der Platz, der fehlt? Ein deutscher Geist mit Schwarzem Gesicht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
