Wie viele hocken, ungerne, jäh entwurzelte Blumen, Ameisen aus der Ferne, Menschen beim Reinzoomen, am ausgebombten Straßenrand, im Schatten makaber grinsender Struktur erschreckter Aus-bauten unter der Hand des Krieges kalt abstrakter Architektur? Und dennoch sind sie Zuhause. Denn nicht Bauten alleine sind Heimat. In Mitten des Krieges ist jede Pause jedem Patriot, ob Soldat ob Diplomat, gleich dem treuen Mutes neuen Frühling. Gebrochen ist erst der Geist, wenn er vom Kämpfer wurde zum Flüchtling, der ein Fremder mitleidig willkommen heißt. - Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Aufbau
WARTEN
Wie lange Gast?
Exil wird langsam zum Knast
Außen, frierend, Rast
Innen, fiebernd, Hast
Haß im goldenen Palast
Im Kreise wandern macht nur Sinn
Wenn die Reise mündet in den Beginn.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
MITTEL ZUM MEHR
Manchmal blicke ich über
den Teich nach Hause
Mit Sehnsucht in mir
Nach Hause
Nein mit mehr als nur
Sehnsucht
Aber ich glaube, eben
Das ist Sehnsucht
Zwei Herzen beseelen
Ach meine Brust
Aus Lust wird Frust
Aus Frust wird Lust
Je mehr ich hier ankomme
Desto mehr
Fehlt mir ein Land südlich
Vom Mittelmeer.
Saftiges grün
Rote Erde
Akzeptanz
Pflicht es werde.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
