Jemand kommt täglich vorbei Du siehst ihn vielleicht nicht Aber er ist da, seine freiwillige Pflicht, Dein Verschwiegenes hört er als Schrei. Sein Flüstern hörst Du häufig Als inneren Schrei in Deiner Empfindung Und in Deinem Gewissen Beunruhigung Damit Du wach bleibst täglich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
empfindung
NATURTRIEB

Das Tier stand und mit stetem Blick beobachtete den Menschen im Wald, sah kommentarlos seine Ungeschick, registrierte still, wie er dann bald sein Vorhaben erreichte mit seiner Technik. Ich habe klug mit Geschick und Elan diesen Wald ins Geld verwandelt, dachte der Mensch. Das Tier nebenan dachte, wer so dumm und krass handelt, hat keinen Platz in der Natur Zukunftsplan. Der Mensch ging und das Tier blieb, wie zwischen Herz und Kopf eine Kluft, aus der sich heraus jeder Dichter je schrieb, und die Frage hing weiter in der Luft: Wie zeigt sich der wirkliche Naturtrieb? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
AM UFER EURER INNENRÄUME
Ich wiederhole Worte in der Hoffnung, sie werden Euch etwas erklären unabhängig vom Gedicht, in dem sie eingebettet sind - Die Gedichte sind nur Fähren. Immer wieder landet zum Beispiel die Empfindung, einer von vielen blinden Passagieren, am Ufer Eurer Innenräume. Was danach passiert, werde ich nur in meiner Empfindung erfahren. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER GRÖSSTE BEITRAG
Egal was Du verlierst Dabei kaputt geht Die äußeren Umstände sind Verleugne nie Verrate nie Ignoriere nie Deine innere Stimme Glaube ihr Folge ihrer Anweisung Weiche nicht davon ab Bleibe ihr treu, standhaft Dies ist der grösste Beitrag Zur Weiterentwicklung Der Gesellschaft Der Menschheit Größer als Politik. Es ist Größer als Wirtschaft. Es ist Größer als Technik. Es ist Der Schlüssel zum Menschsein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KI
KI ist nicht künstlich Sie ist unseres Verstandes letzter Stand irdisch uneingeschränkt natürlich losgelöst von der lenkenden Hand unserer Empfindung letztendlich als Herrscher über Welt und Land der Menschheit zurückspiegelnd was auch immer sie stets für richtig fand, wie ein Meisterstück hängend an einer Gefängniswand. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EMPFINDUNGEN SAGEN MEHR
Worte versagen Wo Empfindungen alles sagen - Diese formlosen Gefühle im Magen Wie kann eine Brust, So klein wie sie ist, bergen so viel Lust, Ertragen so viel Verlust? Woher kommt Wissen? Woher weißt so viel das Gewissen? Dieses Wissen will ich nicht vermissen. Es lehrt mich den Unterschied Kunstlied und Liebeslied, Zwischen Aufwiedersehen und Abschied. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ZU HAUSE
Herz so groß Kein Platz in Worten Empfindungen Wird Geist immer horten Erfahrungen Aller Tiefen, aller Sorten Zu Hause Zuhause Und in tausend anderen Orten. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GESÄTTIGT
Kann es sein, daß Die Antwort nicht in dem Körper liegt? Ich meine, nicht im Körperlichen Ein Lächeln trifft einen Blick, der Geist siegt Der Körper, gesättigt, verliert seinen Appetit Fällt wie ein Stück Kleidung ab Das schwerer als die Empfindung wiegt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
NEUES WOHIN

Durchstöbere alte Denkkammer Regale leer Auf Schatzsuche tiefer tauchen Innere Einkehr In Empfindungsfluss hineinfallen Es ist als wär Ich neugeboren. Neues Wohin Aus altem Woher Weshalb ich immer dann wenn ich Mich nicht erklär Richtig liege, ist meins. Aufgetaut Ich schmerze sehr Sinken und steigen gleichzeitig Leicht wenn schwer Das Fließen übernimmt die Kontrolle Und will Meer. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
NICHT
Ich kann ein Land nicht verlassen In dem ich nie gelebt habe Ich kann Augen nicht vergessen An denen ich einmal geklebt habe Ich kann einen Traum nicht wegschmeißen Egal ob ich ihn jemals angestrebt habe Oder nicht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
