Wein und Eure Stimmen
warm und weich und laut
und sanft und geht mir
unter die Haut.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Wein und Eure Stimmen
warm und weich und laut
und sanft und geht mir
unter die Haut.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Wenn ein Saxofon schweigt dann ist es egal wie viele Melodien in der Luft warten. Das Herz neigt umsonst der Mitmenschen Sinfonien wenn alle sich zumachen anstatt zu verbinden in Seelenharmonien und aus von Herzen zusammen zu lachen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Eines habe ich gelernt - Um dazu zu gehören musst Du viel einstecken musst Du ecken und stören und die Gleichart selbst erwecken. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Es ermüdet, täglich auf der Hut zu sein. zu bangen; Feindseligkeit statt Freundlichkeit aus viel zu vielen fremden Blicken zu empfangen, Angriffe aus dem Nichts. Hinterhältigkeit. Es enttäuscht, nicht vertrauen zu können; den nächsten Dolchstoß ständig zu erwarten; Wenige zu kennen, die Dir Gutes gönnen; begriffen zu haben, Du gehörst zu “Fremdarten”. Es macht Dich stark und schwach zugleich; Du darfst zart sein aber niemals weich; wirst Armut überleben aber wirst nie reich. Zwischen Euch liegt ein unsichtbarer Teich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Wenn ich der deutschen Gesellschaft alles gebe, alles schenke, was ich bin, was ich als Mensch wirklich im Kerne bin, werde ich dann zum Teil der Gesellschaft? Ist deshalb die Angst?: Denn wenn ich zum Teil der Gesellschaft werde, hätte ich die Gesellschaft nicht dadurch verändert? Aber hätte die Gesellschaft mich nicht auch verändert, wenn ich zu einem Teil von ihr werde? Wieso denn die Angst? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Der Tag ist ein Hügel Die Nacht ist ein Tal Doch am Tag erlebe ich meinen Fall Und nachts wachsen mir Flügel Geselligkeit ist toll Alleinsein ist schwer Doch In der Zweisamkeit bin ich leer Und in der Einsamkeit bin ich voll. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich suche die Worte Ich finde Orte des Schweigens Wo Begegnungen sich weigern Miteinander zu kommunizieren Eine große Gesellschaft Mit viel zu kleinen Räumen Keine zwei Meinungen passen darein Es sei, sie schweigen und halten sich klein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Gespaltene Weltseele Fuß steht Kopf Links und rechts ohne Mitte Brodelnder Eintopf Keiner wird glauben, daß beide Seiten falsch liegen Nur wer verlieren kann, wird im Menschwerden siegen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Die vielen Menschen in der Stadt, die täglich sich seelisch wappnen gegen die vielen Menschen in der Stadt, treffen in allen Ecken, auf allen ihren Wegen, die vielen Menschen in der Stadt. Dann ignorieren, irritieren, verletzen, erregen die vielen Menschen in der Stadt sich gegenseitig, ohne den Verdacht zu hegen, die vielen Menschen in der Stadt: dieses Sich-aneinander-Reiben ist ein Segen für die vielen Menschen in der Stadt, denn nur so können wir das Miteinander pflegen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich spüre Euch so nah und dennoch so weit Eure Haut, so nah, trennt uns Euer Geist, so fern, kennt und erkennt die Gleichheit, die unerklärliche Gleichart, in uns - so weit und doch so nah. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung