GRENZSTEIN

Der Mensch, der Weltenwanderer
Hat auf seiner Expansionsreise
Sich vorgedrängt bis zur Grenze
Seiner widersprüchlichen Denkungsweise…
Weiß nicht weiter.

Zurück oder weiter?
Wo endet das eigene, beginnt das fremde?
Was darf man nehmen, darf man lassen?
Wie sehen Feinde aus, wie Freunde?
Was bestimmt Massen, Klassen, lieben, hassen?

Welche Grenze liegt noch unerforscht?
Denn alle erkennbaren haben wir bereits
Mehrmals erreicht, durchbrochen, überquert
Doch unbefriedigt brennt der geistige Lichtreiz –
Wir wollen weiter!

Che Chidi Chukwumerije
2019: Jahr der deutschen Dichtung

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SCHMERZGRENZEN

Sie saß allein im Klassenzimmer
Weinte leise vor sich hin
Die Tür ging auf und schnell erschien
Ein Lächeln auf ihrem Kinn
Doch im Winkel eines Auges leuchtete eine Träne
Und die sah er
Er kam näher
“Weinst Du?” Sie schüttelte den Kopf: “Ne ne…”
Und forcierte das Lächeln noch mehr.

Und er nickte und lächelte zurück
Als würde er ihr glauben
Holte seine Sachen und ging fort
Dann wartete er draußen
Lauschte an der Tür und nach einer Weile
Hört er, leise, wieder
Ihres Herzens graue Lieder
Wie sie schluchzte, weinte, heulte
Sein Herz brach aber er konnte nicht zu ihr.

– Che Chidi Chukwumerije.