LASS

Laß mich
Dich erreichen,
Dir entweichen
Dein weiches ich…

Ich guck hinein
In Dich hinein
Der Abendwein
Der Morgenschein

Glüht und glüht
Und glüht…

Laß mich
Dich erreichen,
Dir entweichen
Und streicheln,

Mein Schatz,
Dein weiches ich.
Dein weiches
Ich…

– Che Chidi Chukwumerije.

LIEBE

Warum bin ich von der Liebe
stets heimgesucht?
Sie schlägt mich mitten im Unerwarteten,
erweckt die tiefste Sehnsucht.

Sie zerreißt mich, durchwühlt mich,
stellt mich unter ihre Macht –
Sie überrascht mich, schwächt mich, bricht mich…
gibt nie Acht

auf meine Ängste, Hoffnungen, Vorurteile,
treibt mich gnadenlos zu meinem Heile.

Du brennst, Herz,
als würdest Du gleich verbrennen
und möchtest an einem Tag
gleich alle Ewigkeit erkennen.

– Che Chidi Chukwumerije.

MEINE SONNE

Eine Nacht wie jene Tage
An deiner Seite
In deiner schönen Weite

Schade. Du hasst mich jetzt
Nur Haß kann die Liebe ersetzen
Nur Nacht kann dem Tage folgen

Ferne ferne bleibe ich deinem Hassen
Bis es sich ausgehasst hat…
Meine Sonne wird aufsteigen –

– Che Chidi Chukwumerije.

WARST DU?

Warst du? Wo, du, wo? Irgendwo
Ist nirgendwo. Bleib fern

Nicht mehr so viel gibt es
Noch zu haben

Alles hat ein Ende – nichts
Hat zwei.

– Che Chidi Chukwumerije.

WAS NUTZEN TRÄNEN

Du schickst mir deine innigsten Gedanken
Bin ich das wirklich wert?
Wie kann man sich für so was bedanken?

Ein Versuch, das Gedicht bricht zusammen
Ich habe nichts, was an Wert
Dem nahe käme. Alles für sich, alles zusammen

Nichts nichts nichts. –
Das sind meine innigsten Gedanken.
Was reichen, was nutzen Tränen angesichts

Der Tendenz, in Schwachheit stets zu schwanken
Du bist treu, ich nicht
Das ist alles. Wo es zusammenbricht…

– Che Chidi Chukwumerije.

MEINUNG

Zweimal gekreuzt
Gerade Wege

Ein drittes Mal treffen wir uns
In der Meinung, dem Verständnis

Wir waren immer vereint.

– Che Chidi Chukwumerije.

NACHTSÜBER WANDERND

Daß ich davon nichts weiß
Ist das nicht eigenartig – ?
Nacht ist dein Rücken,
Tag deine Vorderseite – – –

Das ist dein Gesicht
Und Nachtsüber wandernd
Drehst du dich,
zweimal –

Wie ein Wunder
Wenn der Sieg dem verlorenen Kampf
Plötzlich entsteigt
Das ist dein Gesicht.

– Che Chidi Chukwumerije.

WORTBRUCH

Manches Schweigen
Sehnt sich danach
Gebrochen zu werden

So flehte lautlos die Nacht
Atemlos, pausenlos, wortlos…
Doch blieb fern der ersehnte Einbrecher.

Nein, fern blieb er nicht
Nur lautlos, pausenlos, atemlos
Brach er sein Wort.

– Che Chidi Chukwumerije.

SIE ROLLT…

Sie rollt…
Verschollene Zeit
In wie weit
Seit gestern Abend
Verweilst du noch an meiner Seite?

Sie bleibt. Treibe ich?
Nach vorn und nach hinten, ab und zu
Bleibe ich?
Verschollene Zeit
In wie weit
Seit gestern Abend
Verweilst du noch an meiner Seite?

Eine Hexe kam zu Besuch
Ich wusste nicht weiter
Aber als ich erwuch…

Schau, so ist es nun:
Auf der anderen Seite bin ich wach.
Verheißene Zeit
In wie weit
Seit einer Ewigkeit
Verweile ich noch unterwegs zu mir?
So war es einmal…

– Che Chidi Chukwumerije.

FREUNDE FAST

Dir hätte ich gegeben
Alles und viel –
Anfang, Weg und Ziel
Daneben.

Fast waren wir ganz dabei
Dabei werden wir bleiben –
Das lange Umschreiben
Längst vorbei.

  • Che Chidi Chukwumerije