Der Hahn kräht schon wieder
Ich bin noch wach
Für ihn beginnt der Tag gleich wieder
Für mich die Nacht.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Der Hahn kräht schon wieder
Ich bin noch wach
Für ihn beginnt der Tag gleich wieder
Für mich die Nacht.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Jener Moment
kurz bevor Dir die leichte Vorahnung dämmert
der baldigen Ankunft morgendlicher Dämmerung…
Hat die Empfindung einen Geruchssinn?
Wiese rieche ich, wo es keine gibt –
Wieso?
Der Tag ist wie ein Gedanke
der Dich aufsucht und lange heimlich umkreist,
leicht spürbar, bevor er Dich erhellt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich möchte wieder
wie ein Kind
Bücher lesen, Lieder
hören, die kindlich sind.
Vaterstimme
Mutterstimme
Innere Stimme
schaukeln die Wiege
in der ich träumend liege…
Augen zu, atme sacht
inneres Kind, gute Nacht.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Durch meine Kinder wurde ich als Deutscher neu geboren
Meine Kinder sind als Deutsche meine Eltern
Meine Gedichte sind als Denker meine Lehrer
Meine Freunde sind als Menschen meine Familie
Meine Tage sind als Lebenszeit meine Nächte
Und meine Nächte sind hell, weil ich endlich wach bin.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich war ein Sucher in der Natur
und ich fühlte mich fremd, als
der Schnee kam. Aus dem Dunkel,
aus dem Nichts. Lagerte sich um mich
wie ein Belagerer einen Feind, und
starrte mich ernst und wortlos an.
Mein Herz klopfte, ich wartete ab und
ließ mich prüfen. Dann umarmte mich
der leise Schnee und geleitete mich
aus dem Wald wie ein treuer Begleiter.
Manchmal sind wir Zuhause in
der Natur, doch manchmal sind wir
nur Besucher in einer fremden Welt.
– Che Chidi Chukwumerije
29.01.2020 (18:53h)
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Als ich im Dunkeln
Dem Atmen meines Sohnes lauschte
Dachte ich an meinen Vater
Der nachts gerne wach lag
Vielleicht saß er auch so neben mir
Und lauschte
Und ich denke an meinen Sohn
Und frage mich, ob er eines Tages
Auch genau so sitzen wird
Dem Atmen seines Kindes in der Nacht
Lauschend und sich dabei wundernd
Ob sein Vater einst auch seinem Atmen
Lauschte in der Nacht.
– Che Chidi Chukwumerije (15.01.2020)
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

Wie ein Gast
Neben mir liegend
Liege ich neben mir
Wie ein Geist
Und wie ein Geist
Bist Du mit mir
So anwesend
Als wärest Du mit mir
Denn Du bist da
Mit mir
Frag mich nicht wie
Aber Du bist da
Überwältigend nah
Obwohl Du meilenweit
Irgendwo liegst
Wach in der Nacht
Wie ein Gast
Im eigenen Bett
Und redest mit mir
Ohne Handy
Ohne Worte
Ohne Gedanken
Ein Miteinander stärker
Und intensiver
Inniger und intimer
Wirklicher und wahrhaftiger
Schweigsamer, verständlicher
Als Blut und Fleisch.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

Stille Nacht, heilige Nacht –
Nach dem ich heute Nacht
Geschenke meinen Lieben verschenkt
Und meine selbst ausgepackt habe,
Werden meine Gedanken nun gelenkt
Endlich zu der eigentlichen Gabe?
Der göttlichen Weihe der Nacht.
In der Finsternis scheint das Licht
Das Finsternis begreift es immer noch nicht.
Wann werden wir endlich das Gotteswort
Als liebevolles Licht begreifen?
Es erhellt unseren innersten dunklen Hort
Damit wir als wahre Menschen reifen.
Für was anderes kam das Licht nicht.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Eine kleine Nacht
Musik für den Geist
Der mich bewacht
Und um mich kreist
Bei mir sitzt und lacht
Immer dann, wenn es heißt:
Wir wissen nicht, was Che macht
Er sitzt alleine meist’.
Ich liebe wohl Gesellschaft
Innerlicher Art
Wesentlich-Geistig-Wesenhaft
Die sich um mich schart
Wenn ich brauche Kraft
Kraft stark, Kraft zart
Wie eine Flöte zauberhaft
Die Ewiges aufbewahrt.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Abend. Tagesende.
Tausend Eindrücke zu verarbeiten
Keine Zeit zum Verinnerlichen
Die Kinder sind laut mit Liebe
Frech mit Freude
Unermüdlich mit Müdigkeit
Groß mit Geschichten
Feist mit Fragen
Auch sie haben tausend Eindrücke
Zu verarbeiten und keine Zeit
Sie zu verinnerlichen.
La le Lu
Nur der Mann im Mond
Hat seine Ruh.
Schneller als wir denken können
Wird die Gegenwart
Zur Vergangenheit.
Der Tag ist nicht genug
Du musst in Deinem Schlaf wach sein
Und in Deinem Traum leben.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung