GESELLSCHAFT

Sie grüßte ihn gerne
Setzte sich jedoch gerne
Zu ihrer Art –

Er arbeitet gerne mit ihr
Feiert allerdings lieber
Mit seiner Art –

Gleich und gleich gesellt sich gern
Doch in unserem inneren Part, weich
Funkelt einsam in jedem ein Stern

Sie liegt nachts wach
Er liegt nachts wach
Und jeder sehnt sich schweigend nach
Der inneren Gleichart.

Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

ABSTAND

Unsere Beziehung
Basiert auf Distanz
Nicht Nähe, sondern Lücken
Ist die Seele von Tanz

Elektrizität
Knistert mit Widerstand
Gefangen sind wir
Außer Rand und Band

Und nebenbei entsteht
Wenn im Vorbeigehen
Ewigkeit und Augenblick
Sich kurz verstehen

Ein kurzer Schrei
Ein Zusammenfassen
Von Genießen und Verlassen
Von Entfesseln und Erfassen.

– Che Chidi Chukwumerije.

SONNE HEUTE

Du mein Herz schlägst
Ungewöhnlich stark heute
Tausend Vögel klirren und
Schirren im Wald
Ich komme bald.

Du mein Herz atmest
Mit ungewöhnlicher Schnelle
Wohin heute?
Zu aufgeregt, ich kann nicht essen
Zu aufgeregt und unterdessen
Dein Schlagen, Schlagen
Tausend Vögel klirren
Schirren im Wald
Kommst auch du bald?

Die Sonne ist nicht hell genug
Heller musst Du strahlen,
Und wenn du da oben bist
Dann warte, warte,
Ich komme bald.

 – Che Chidi Chukwumerije .

FERNERHIN

Flashback: Auszug aus meinem Interview zum lyrischen Mittwoch 15.
10. Juli, 2013), vor 3 Jahren.

Ich sehe in der Ferne
Eine Linie grüner Bäume
Am anderen Ufer

Einen unklaren Umriss
Nebelumgeben
Eine sagenumwobene ferne Zeit
In der Vergangenheit oder in der Zukunft
Aber nicht in der Gegenwart

Gegenwart ist dieser Tisch
Gegenwart ist das vorbeiziehende Kanu
Gegenwart ist die Lagune, das Ufergras, meine Sehnsucht
Ich kann sie alle tasten, schmecken
Und verstehen

Doch die grünen Träume dort in der Ferne
Sind ungewiss –
Sie sind das Schlummernde in mir…

– Che Chidi Chukwumerije.

Interview zum lyrischen Mittwoch 15.
– beim Sebastian Schmidt von Textbasis.