Nach dem Sturm
Kommt der innere Sturm
Ich finde immer noch keine Ruhe
Kein Zufluchtsort
Ist Hort genug. Ich muß fort.
Es lebe die Unruhe.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Nach dem Sturm
Kommt der innere Sturm
Ich finde immer noch keine Ruhe
Kein Zufluchtsort
Ist Hort genug. Ich muß fort.
Es lebe die Unruhe.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Die Grenze stand an mir
Und konnte mich nicht überqueren
Denn egal wie sehr sie sich verschloß
Blieb ich offen…
Offen für weniger, offen für mehr
Offen für Antworten, die zu mir heimkehren
Und jede Antwort, die sich mir erschloss
Ließ mich weiter hoffen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Mitten auf der Reise
fühlten sie sich wie zwei Fremden
unerklärlicherweise gefangen
auf einem Boot weit weit draußen
auf einem ihnen unbekannten Meer –
auf einander angewiesen
dazu verdammt, dem anderen
dabei zu helfen, in die jeweils entgegengesetzte Richtung zu paddeln.
Gut, daß die Welt rund ist. So rund
wie ein offenes und lächelndes Gesicht –
egal in welcher Richtung sie lächelnd segeln
schaffen sie die Kurve und
jeder kommt bei sich zu Hause an.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich war das Kind, das starb
Weil ein Erwachsener Klugheit erwarb
Die seiner Reinheit Sinn verdarb…
Ich war das Kind, das ertrank
Im Erwachsenen Durst langsam versank
Still liegend unten im Tank
Ich bin die Erinnerung eines Kindes
Ahne ich, doch ich find es
Nirgendwo mehr in mir und indes
Sind mir die Jahre vorbeigeflogen
Der Bogen war grad, der Pfeil ist verbogen
Suchend das tote Kind einst betrogen.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Ich denke an alles
was ich verpasst habe in dieser Welt
und es war es alles wert
Dadurch habe ich mich zu dem entwickelt
dem das Leben dies hat beschert:
Die Chance, den Wert und die Grenzen
der Menschen respektieren zu lernen
Damit statt zu konkurrieren, zu ergänzen
Allen, und gerne, Nahestehenden und Fernen –
Somit hab ich doch alles.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
In Liebe zu Dir
ließ ich alles Überflüssige an mir
fallen. Haare, Ansichten,
eitel übernommene Pflichten,
oberflächliche Verbindungen, und
Zwischenstufen, denn ich bin jetzt rund.
Alles ist heller, lichter,
leichter, offener die Gesichter
klarer die Gedanken, deutlich
spürbarer Empfindungen wortwörtlich
denn die Liebe befreit von Schwäche
und vom Zwang der Oberfläche.
– Che Chidi Chukwumerije.
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Ich wagte es
Bis zur Grenze meiner Persönlichkeit heute
Und kehrte überrascht zurück
Denn wo einst
Herrschte Traurigkeit, gärt nun die Freude
Gefühlt unverdientes Glück
Ein Darlehen
Daß sich nur dann und unendlich vermehrt
Wenn ich es ausschenkend weitergebe
Nur geschnitten
Wachse ich ganz, blutig überlebe unversehrt
Gepresst bin ich die beste Rebe.
– Che Chidi Chukwumerije.
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Nach über vier Jahrzehnten
Habe ich mich langsam an die Einsamkeit gewöhnt
Die zweite Hälfte war die schlimmere
Aber das Warten hat sich gelohnt
Das Erdenleben war nicht umsonst gelebt
Mit einem lachenden Herzen
Bei Sonnenaufgang in die Welt hinauszugehen
Fällt mir leichter als traurige Schwere
Leichter als Angst und Enttäuschung das Säen
Von Hoffnung in Freude angestrebt
Lang war mein Leben
Ein Warten auf den Tod, mein Tod ein Harren
Aufs Leben, das Leben war schneller
Denn die Einsamkeit war fester eingefahren
Meine Seele hat gezittert und gebebt
Doch womit ich nicht rechnete:
Die Einsamkeit selbst entfesselte
Den Morgen in mir
Und als ich am Rande der Kluft stand
Begriff ich, was uns verband:
Das Sehnen nach dem großen Mehr.
– Che Chidi Chukwumerije.
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
All die Jahre hast Du gewartet
Und nicht gewusst, worauf
Kostbar muß es sein, deshalb
Nimmst Du alles in Kauf
Doch Du wirst nicht jünger, langsam
Nimmt das Leben seinen Lauf
Leben, lieben, leiden, wachsen
Und das Leben hat Dich getauft
All die Jahre hast Du gesucht
Unter jedem Dach und Fach
Bis in Dir selbst das Leben schüttelte
Einen besonderen Menschen wach
Ein Geheimnis verrat’ ich Dir dennoch
Ob Du es glaubst oder nicht
Es erwartet immer noch Dich da draußen
Der Gral, das Gesuchte, das Licht
Weiter geht Dein Suchen morgen
Doch mach Dir keine Sorgen
Du bist zu einem reiferen Suchenden geworden.
– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung
Hinter meinem Augenpaar
Sah ich, da war
Mein zweites Augenpaar, tiefklar
Und was es ungesehen sah
In der Weite, beinah
Machte aus meinem Nein ein Ja
Und vice versa
Was meine ich damit?
Das, was man äußerlich vertritt
Stets innerlich darunter litt
Macht uns schwach und echt und fit
Schritt für Schritt.
– Che Chidi Chukwumerije