TRÄGHEIT

Die Schneeflocke, ist sie
träge oder leicht?
Ich trage Dinge in mir
so schwer, ich denke: Es reicht!

Die leeren Dinge wiegen
schwer auf meiner Tragfläche
Die tiefen Dinge liegen
ungern auf meiner Oberfläche

Nein ich sehe mich nicht
Denn ich kritisiere gerade Dein Gesicht
Mein Kopf ist zu schwer – war das meine Absicht?
Ich kann meinen Blick nicht heben, zur Einsicht
Die Trägheit, in der Tat, ist geistig.

Ich muß mich selbst vom Boden aufheben
und tragen mit eigenem Wollen
Diese Trägheit täglich neu überwinden
ist das Höchste, was wir tun sollen

Gefährlicher als das Dunkel in anderen
ist das Dunkel in mir selber
Schwieriger als andere zu besiegen
Ist das Bezwingen meiner eigenen Fehler.

– Che Chidi Chukwumerije

—-

Das Jahr der deutschen Dichtung

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