SYMBOLIK

SYMBOLIK

Ohne Kult keine Kultur
Geheimnisse liegen in unserer Natur
Das Äußere vermag nicht zu wiedergeben
Das dem Inneren normale Erleben

Alle wissen wir
Realität ist krass, ist krank
Ist unglaublich, ist mehr
Als der schlimmste Gestank

Doch inmitten der Realität
Schnappt der Traum nach Luft
Ist er eine Erinnerung
Oder ist er nur ein Wunsch?

Verborgene Gesinnungen
Neu schwangere Kultur
Schade, daß man viel weiß
Aber wenig sagen kann nur.

– Che Chidi Chukwumerije
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

NEU JA

Denn ich habe
Im Dunkel Licht gesucht
Und habe gefunden
Lichtsehnsucht

Denn ich habe
In der Weite Nähe erforscht
Doch je intimer sie wurde
Desto größer mein Durst

Denn ich hab’ begriffen
Das Alte ist hartnäckig
Wenn die Silvesterglocken verstummen
Wiederholt das alte Jahr sich

Es muß alles neu werden
Aber wie wird das erreicht
Wenn der Verursacher, Mensch,
Unverändert bleibt?

Es muß alles neu werden
Neu ja neu
Gottesname nicht mißbrauchend
Doch seinem Gesetz treu

Ja zur Empfindung
Und ihren leisen Hinweisen
Ja zu guten Absichten
Gültig auch ohne Beweise

Ja zu dem Mut
Den wilden Sprung zu wagen
Aus altem Trott und Schrott
Ins Neue Lebenstage.

– Che Chidi Chukwumerije.
2019: Das Jahr der deutschen Dichtung

DEINE GRENZEN BILDET DEINE FANTASIE… NICHT.

Eine Rose wird eine Kartoffel niemals werden
Eine Frau nie wirklich ein echter Mann
Feuer mag flüssig sein wie Wasser
Aber frag es, ob es Deinen Durst löschen kann

Der Haß hebt uns niemals empor ins Licht
Das schafft nur die Liebe, zart
Das Schwert mag glauben, es sei ein Kissen
Doch der Krieg erinnert es daran, es ist hart
Deine Grenzen bildet nicht Deine Fantasie
Sondern das tut in Wirklichkeit Deine Art.

Statt aus allem alles machen zu wollen
Und die Menschen scheinbar ohne Konsequenzen
In allerlei Fantasien sich schwelgen zu lassen
Sollte jeder nach Innen sich versetzen
Und sich fragen: Was bin ich?
Wer sich kennt, kennt seinen Weg und wird glücklich
Der kennt aber auch seine Grenzen.

Wer Selbst, Pfad und Wegzaun begreift
Hat gefunden seinen Weg nach Außen
Entwickeln wird er sich fortan
Innerhalb seiner unerreichbaren Grenzen
Denn er fühlt sich Zuhause.

– Che Chidi Chukwumerije.

OHNE DICH KEIN MICH

Es lebe die Vielfalt
Hymne der Natur
Ohne jung kein alt
Jedem Inhalt vielerlei Gestalt
Jenseits der Zensur

Die Menschen, die wir nicht begreifen
Verhelfen uns am Schnellsten zum Weiterreifen
Durch Reibung, Herausfordern und Schleifen

Alles, was Du nicht bist
Freue Dich, daß jemand anders es ist
Das schöne Leben hat sich aufgeteilt
Über unzählige Miriaden in aller Welt.

– Che Chidi Chukwumerije

GEISTWESEN

Fernblick. Fernweh
Doch Zuhause ist in der Näh
Schaukeln. Ein See
An der Wand ein sehnendes Monet
Kuchen, Tee und Kaffee
Zum Luxus genügt Rinderfilet
Und eine Frau, deren Dasein
Allein reicht zum Zuhause sein.

Dennoch reicht es nur
Wenn man es hinter sich läßt
Denn die Hälfte eines Menschen ist Natur
Und der Geist ist der Rest.

– Che Chidi Chukwumerije.

DIE WELT GENÜGT NICHT

Weiß man, wie unwichtig die Dinge sind, kann man sie machen ohne sich zu verlieren oder sich von ihnen so sehr vereinnahmen zu lassen, daß sie zum Hang werden, einem die Wahlkraft wegnehmen und einen dazu bringen, Grenzen zu übertreten, die man im Wesen seiner Natur selbst in sich trägt.

Nicht lossagen soll man sich von der Welt, sondern sie richtig einordnen. Dann kann man alles erleben, was sie ausmacht, ohne von ihr sich beherrschen zu lassen. Weiß man, wie unwichtig die Dinge sind, kann man sie tun. Und lassen.

Che Chidi Chukwumerije

TEURER RAT IST GUT

Ich gebe Leuten Rat,
den ich mir meinerseits gewünscht hätte
Denn entweder schwieg damals jemand in meiner Nähe
Der das schon wusste, was ich jetzt weiß
Oder ich bin der erste, der diesen Weg geht
Aber das kann nicht sein

Meine Pflicht ist es, weiter zu geben
Und hoffe, daß die vor mir wandernden mir auch aus der Born ihrer Erfahrung geben werden.
Denn nur so reift die Menschheit von
Generation zu Generation –
Wissen wird weitergegeben, in Liebe.

– Che Chidi Chukwumerije

DU MUSST DIE WEIHNACHT IN DIR SELBST TRAGEN

Du musst die Weihnacht in Dir selbst tragen. Wozu die Geschenke alle, der Tannenbaum, die Kerzen und Sterne, die Lieder und Lichter, das Essen und Gebäck, die tausend Getränke und das Feiern, der Weihnachtsmarkt und der Geruch von gebrannten Mandeln und Glühwein, das Familienzusammentreffen, der Freundeskreis, die Gottesdienste, die Hymnen und Gebete, wozu das alles, wenn in Deinem Herzen der Weihnachtsgeist nicht mehr wohnt?

Du wirst einsam sein und die Leere wirst Du mit aller Weihnachtssymbolik der Welt nicht lindern oder füllen, sondern nur noch größer und tiefer, trauriger und bitterer, einsamer und nachdenklicher machen können. Denn – und das ist das Rätsel – Du musst die Dankbarkeit in Dir tragen, um die Freude der Weihnacht wieder zum Leben zu erwecken. Aber wie willst Du denn dankbar sein, wenn Du vergessen hast, wem und wofür Deine Dankbarkeit gelten sollte?

– Che Chidi Chukwumerije

DAS WEIHNACHTSGESCHENK

Das Geschenk, das alles ins Rollen brachte
Eine Schar, die einen Stern beobachtete
Ein Engel, der über einen Stall wachte
Ein Kind, das in einer Krippe lachte

Und Könige und Schäfer kamen und gingen
Doch dem Baby wird es gelingen
Daß Jahrtausende später unsre Herzen noch singen.

– Che Chidi Chukwumerije

WELTANSCHAUUNG GEGEN WELT

Zu beobachten
Wie manche Dich fallen lassen
Ohne zu helfen –
Du fragst Dich, ist es weil
Sie Dich für stark halten
Oder weil sie Dich geschwächt
Sehen wollen.

Das Streben nach Macht nimmt zu
West und Ost erstarken in alter Feindschaft
Nord und Süd verachten sich gegenseitig wieder
Weltanschauung gegen Welt
Jeder wird einer Gruppe zugeordnet
Der Einzelmensch wird zum Opfer.

– Che Chidi Chukwumerije