YOUR OWN NOVEMBER

Those trees
Changing leaves
Changing their minds
Turning times

Redressing time
But there’s an hour when
Fear leaves
Turned red

Fall yellow, weak, finished, all said and dead.
Then you change your mind too
After the thoughts are fallen
Your fearlessness stands naked hard in the bolding cold

Do you fear your own freedom, your own self-dependence?
Are you afraid of your own courage?
November strips the brave of their cowardice
And the cowardly of their bravery.

– Che Chidi Chukwumerije.

GUTEN MORGEN

Alles alles
Normales
Nominales
Alles halt
Mit schwarzen Streichelstreifen schuhsohlengeschmuste helle sanftbraune Stuhlbeine
Weich gesessene Ledersessel
Denn der Herbst schleicht da draußen um das Haus herum
Durch den Nebel
Tritt mir Lautlos entgegen
Ich übertöne es mit abstrakter Automusik
Die Reifen flüstern strassestrasse
Molltöne öffnen mir ein Seitenohr
Bahnstreik. Frühschicht. Mal wieder Autokuscheln mit Schal
Mal wieder gemeinsam reisen mit
Umrissen und Lautlos und Musik lau in Hinterstund –
Bis ich aus dem Nebel hervortrete
Alles normal. Guten Morgen, Herr Kollege.

– Che Chidi Chukwumerije.

UNBEHAGEN

Behagen
Sah ich schlendernd
An allem vorbeigehen
Es roch nach Luxus und Komfort
Und hinterließ
Uns Ungeagen

Seine Augen
Fett wie Matratzen
Global ausgeweitete Pupillen
In jedem lag eine Lüge
Verbreitet
Ausgebreitet
Es geht der Welt gut
Schaut mich nur an

Ein Gedanke für dich
Ein Gedanke für mich.

 – Che Chidi Chukwumerije.

GUTEN TAG

Tausend Stimmen
Der selbe Schrei
Einsame Herzen, sie scherzen
Und meinen es im Ernst –
So vielschichtig ist ein einfacher Gruß.

 – Che Chidi Chukwumerije.

KEIN MAL AM TAG

Bist Du schon mal hungrig gewesen? Dreimal am Tag besucht er. Dreimal am Tag schickst Du ihn weg. Aber sag, kennst du ihn wirklich, den Hunger?

Kennst du seine Gesichtszüge? Die vielen verschiedenen Blicke seiner Augen? Seinen Gang? Seine Gedanken?Habt ihr euch mal mit einander
Tagelang unterhalten? Ist er schon mal bei dir wochenlang Eingezogen? Er ist Hausmeister. Hast du monatelang bei ihm gewohnt? Hungers Gast. Ein eifersüchtiger Liebhaber ist er. Er will alles, aber alles. Und sollte er dich nur einmal jahrelang in seinem Gefängnis einsperren, was wirst du tun?

Atemlos – er macht atemlos
Sprachlos – er macht sprachlos
Machtlos – er macht machtlos

Ein Gesicht.
Das Kind dadrüben im Staub
Das zart lächelnde…
Ich weiß, es hat heute noch nichts gegessen
Das sehe ich in seinen Augen.
Kein Lächeln kann
Hungers Gesichtsausdrücke
Verschleiern.

 – Che Chidi Chukwumerije.

AUFGESCHLOSSENHEIT

Stell dir vor
Alle Augen sind verschlossen
Heute Nacht –
Wer soll die Dunkelheit beobachten?

Wäre das Herz eine Kerze
Kerzen überall in der Nacht
Gäbe es die Welt weiterhin zu dritt
Oder sähe ich nur ein einheitliches
Bild?

Aufgeschlossene Augen
Im Ghetto
Aufgeschlossene Augen
In der Wüste
Aufgeschlossene Augen
Auf dem Land
Aufgeschlossene Augen
Überall.

 – Che Chidi Chukwumerije

KOHLENTANZ

Diese Kinder, die Sterben
Gründe dafür gäbe es tausendfach
Doch Gründe genug kennt mein Herz
Tausendfach trifft der Schmerz ein
Ohnmächtige Tränen…

Noch einen Grund gibt es auch
Grund, Hilfe zu schaffen
So wissend war die Menschheit noch nie
Doch so blind auch

Dein Schmerz, er sucht mich heim
Warum? –
Dein Schmerz, er sucht sich ein Heim
Klopft an die Tür meines Herzens,
dieses heute unsagbares Wort!

Je länger ich tatenlos bleibe
Desto heißer brennt die Kohle
Während anderswo auf diesem Planeten
Kinderherzen erfrieren.

 – Che Chidi Chukwumerije

LIEBESGESICHTER

Gedicht
Dichtzusammengepresst
Aus-ge-drückt

Kostet ein Herz auch nur einmal die Liebe
Lässt es die Welt es hören…

Hallt sie in ihm ein tausend mal nach
So wird die Welt es ein tausend mal hören.

 – Che Chidi Chukwumerije.

FALLENDE GRENZEN

Es war einmal
Eine Glasscheibe
Aus gefrorenem Eis
Klar wie Kristall
Ein verschlossener See

Dadrunter erblickte ich etwas
Das weinte
Unschärfe Relation
Kommen oder gehen?

Sommer Sommer
Laß schmelzen den Weg
Laß tasten das Ziel.

 – Che Chidi Chukwumerije.

RIGIDIFICATION

Basically to do with respect – or the lack of it. A disrespect that has its roots in an unexamined, unquestioned presumption which a person has grown up with from childhood.

The presumption becomes the basis for all further interactions with and reflections upon the people or places to which the presumption applies. This presumption forms the bedrock of the basic attitudes the person develops towards the object of consideration. It stands like a wall in the face of a reappraisal of the people, object, situation or place; it is wielded as a weapon, held up as a shield in one’s dealings with them.

 A common tendency towards lethargy might then prevent one from examining the presumption, which may also be called a prejudice. To examine the prejudice means facing the danger of encountering and acknowledging its incorrectness or partial incorrectness, and taking the trouble to build up a new view of and relationship with the discriminated – and thus making an about-face.

 So it becomes a matter of pride. And, passed on from generation to generation, it will stand through the centuries like the Rock of Gibraltar, and no-one will know its beginning anymore.

 Pride is a drug. It offers you comfort and succour, with gentle paws and steely claws that entrap what they embrace.

 – Che Chidi Chukwumerije.