Meine Blumen blühen wo keiner sie sieht Und welken wo keiner sie sterben hört. Alles, was Ihr merkt ist ab und an mein Lächeln und dann mein ernster Blick der Euch leise stört. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
der Emotionen und Gefühle
AUF NIMMER
Auf Wiedersehen Ist die größte Lüge der Welt Niemals willst Du wieder sehen Jemanden, der Dir nicht gefällt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WIR HINTERLASSEN IMMER SPUREN
Ich sitze hier jetzt seit einer Weile und versuche mein Herz zu verstehen Es malt viele Bilder, langsam, ohne Eile und dennoch mehr als ich je gesehen aber heute ist nichts besonderes geschehen Ich sprach wie immer mit etlichen Fremden und sah dabei in unzählige Augen in Blicken gefangen wie Körper in Hemden die schützen wollen doch nur dazu taugen gegenseitig zu suchen, zu flehen, zu saugen. Und lang nach dem ich wieder alleine bin lebt noch ein Teil von jedem in mir - Begegnungen tief sind des Lebens Sinn Ob kurz oder lang ich öffne mich DIR Jedes Ich ist ein Teil von unserem großen Wir. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
BLAU ALS WÄRE
Gibt es einen Ort - und da würde ich hin, sofort - blau als wäre der Himmel ein Kleid gefertigt aus Freude, gewaschen aus Leid, an- und ausziehbar wie aus Seelentiefen ein Lächeln, das suchende Augen riefen, fern und fließend im Wind wie ein Traum, ruhig und festsitzend wie ein uralter Baum, eng anliegend wie ein verbindendes Eid, ein unendlicher blauer blauer Raum… fast eine Erinnerung, in der wir schliefen… Gibt es irgendwo diesen Ort? Da würde ich hin, und sofort. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KEINE HEIMAT
Deine Augen saßen wie tote Steine auf Deinem Kopf Die waren offen, sahen alles, begriffen nichts Dieses Unbegreifen angesichts der Tatsache, daß klopf-klopf-klopf-klopf, unsere normalen menschlichen Taten an die Türen Deines Herzes ungehört appellieren, bewirkt die Weltenwende: wir rebellieren, geraubt von allen unseren Heimaten. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WIESO DER HASS?
Haben wir Schritte nach Vorne getan
um wieder rückwärts zu stolpern?
Oder sind wir im Kreis euphorisch geirrt?
Die Vergangenheit wartet ein paar
Generationen weiter in der Zukunft auf uns –
Schreiten wir als Gesellschaft vergeblich voran?
Nie sah ich rücklings zeigende Schuhe
bis moderne Füße sich darein steigerten
Eine Gesellschaft verliert sich im alten Nemesis
und verwechselt Gestern mit Morgen
und verwechselt Hassen mit Sorgen –
Ein Hass lang verborgen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DEINE WORTE BERÜHREN
Deine Worte berühren meine Haut Doch Dein Schweigen geht tiefer Deshalb werde ich, wenn die Welt schweigt, laut. Du wächst aus meiner Seele heraus Wie Dreadlocks, wie Gedanken, wie Unkraut Geperlt mit den Tränen meines Morgentaus. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
IST DEIN HERZ GROSS GENUG?
Ist Dein Herz groß genug für einen Nachmittag mit mir unter dem Erkenntnisbaum wo keine Geheimnisse sicher sind und alle Neigungen berührt werden? Empfinde, bevor Du mitfühlst Denk, bevor Du Ja sagst - oder nein Verabschiede Dich von Deiner Vergangenheit Bevor Du mich zu Deiner Zukunft machst - Du brauchst Platz in Deinem Herz für mich. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WANDELNDE WUNDEN
Wir sind alle wandelnde Wunden Nur bei manchen Menschen Sind die Wunden tiefer als bei anderen So tief, Du würdest nie denken Sie horten im Tiefsten schweigend Wunden Die innerlich bluten Und äußerlich lachen und grüßen Und immer stark sind. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GEWISSEN IST WISSEN
Kopfkissen ist Nicht weich genug Wenn das Gewissen Zerrissen ist. Der einzige Bezug Dazu ist Wissen Was beschissen ist. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
