Es ist jene Stunde erneut der Selbstliebe des Selbsthasses der gesteigerten Triebe des inneren Kompasses der Hoffnungssiebe des Ich-Strafmaßes der Traumdiebe des neuen Anlasses die Wunde zu lecken, unbereut. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
der Emotionen und Gefühle
SO GEHT ES MIR
Wie geht es Dir? Universelle Frage ohne Antwort. Warum wird sie überhaupt gestellt? Mir geht es jeden Tag anders, was denkst Du denn? In mir ist eine Welt und alles, was in Welten so geschieht. Jetzt weißt Du, wie es in mir aussieht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WEH TUN
Wenn Schmerz nicht mehr Weh tut, wende Dich an Freude. Sie ist schlimmer wenn sie vergeht. Wenn der Hass nicht mehr Weh tut, hab Acht vor der Liebe. Sie hinterlässt Scherben überall wo sie hin geht. Und ich? Und was ist mit mir? Wenn Du mir nicht mehr weh tun kannst, liebe ich Dich nicht mehr. Es ist zu spät. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FREUNDES KREIS
Du kannst Dich nicht umdrehen
Ohne Deinen Freund zu verletzen
Denn er steht Dir nah – zu nah –
Du wirbelst ihn aus dem Gleichgewicht.
Der Trick ist, weiter zu gehen
Wenn er Dein Freund ist, trefft Ihr Euch wieder –
Du kannst Dich nicht umdrehen, ohne
Zu finden Deines Freundes Gesicht.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
NICHT MEHR LANGE
Wie schnell Ihr wachst Eure Augen sprechen Volumen Eure Worte navigieren kluge Gedanken Auf den Weg zu mir Ich sehe es in Euren denkenden Augen - Wie lange noch, bis ich Euch nicht mehr Meine Kinder nenne Sondern meine Erwachsenen? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KUSCHELTIER
Kuscheltier kuschelt nicht Heißt nur so Lächelt nicht heuchelt nicht streichelt nicht Kuscheltier tuschelt nicht schmeichelt nicht so wie so. Dennoch füllt es ein Loch bringt Wärme Gesellschaft sacht denen, die keine Arme halten in der Nacht. Ersatz für die Zweisamkeit in einer Welt voller Einsamkeit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DOPPELEINZELGÄNGER
Hast Du auch das Gefühl, Dich gibt es zweimal? Einer flüstert in der Nacht, der anderer wird am Tag vokal. Ich denke nachts Dinge, die mir tagsüber fremd sind. In der Nacht weich, hellsehend, am Tag hart und blind. Alle diese Emotionen, die Nacht für Nacht erwachen und Tag für Tag verschwinden, was soll ich mit ihnen machen? Und die Tage werden kürzer und die Nächte werden länger - Der Herbst macht aus einem Einzelgänger selbst seinen eigenen Doppelgänger. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE EMPFINDUNG SCHWEIGT NIE
Schweigen tötet Es ist das unerträgliche Gewicht. Brich Dein Schweigen bevor Dich Dein Schweigen bricht. Schweigen brechen tötet Wer hat das noch nicht erfahren? Wahre Dein Schweigen und es wird Dich auch bewahren. Und wenn Du unsicher bist, hör auf Deine Empfindung. Und wenn Du sicher bist, hör auch auf Deine Empfindung. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MIT SCHMERZ LEBEN
Schmerz ist ein Muster, das unsere Herzenswände schmückt; das die grauen Nächte verschönert, die unsere leeren Tage bestätigen wollen; das das Leben versüßt, welches droht, in seiner Öde uns an unserem Sterbebett mit einem bitteren Beigeschmack enttäuscht zu verlassen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EIN HAFEN NAMENS ABEND
Dieser See in dem wir täglich beinahe ertrinken schwere Umarmung, mit Verzweiflung ringen Hoffnungslosigkeit in die wir täglich hinein sinken uns, selbst und gegenseitig, fast umbringen Der Abend sieht uns aus der Ferne verzweifelt winken flüstert täglich dem Tage zu: gutes Gelingen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
