Und ich hauchte Dir mein Totem ein
Und es war ein Pfahl
Und ich weichte ihn in Deinen Boden ein
Und Du lindertest meine Qual.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Und ich hauchte Dir mein Totem ein
Und es war ein Pfahl
Und ich weichte ihn in Deinen Boden ein
Und Du lindertest meine Qual.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Die demonstrierenden Massen
werden aufgeschluckt von den dürstenden Straßen
bevor sie sie wieder verlassen,
Straßendurst ungelöscht,
Menschenflamme unerlöscht.
Mein Feuer brennt Dich nicht nieder
Dein Fließen stillt nicht meinen Durst
Wir werden ineinander fließen
und wir werden miteinander ringen
In alle Ewigkeit.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Da ist viel mehr Zeit innerhalb eines Tages,
als wir vermuten.
Zeit genug, um mehr zu erfüllen, als wir oft versuchen.
Zeit genug, um alle zu lieben, die wir lieben wollen.
Doch nicht Zeit genug, falsch zu gehen und wieder zurück zu kehren.
Dafür musst Du nach einmal leben.
Drum: widme Dich heute allem,
was Dir lieb und teuer ist.
Zeit für mehr hast Du nicht.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich berühre Dich
denke ich, doch
ich berühre mich
Im Dunkeln
zünde ich mir das Licht
wenn ich Dich zum Funkeln bringe
Es gibt keinen Unterschied
im Dunkeln
zwischen Dir und mir
Ich berühre Dich
Ich berühre mich
Hauptsache, Du lachst.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Herzen. Sie hängen schwer beladen
wie längst reife Früchte vom Baume der Gefühle runter,
sehnen sich brennend danach,
genommen und verzehrt zu werden…
Doch nicht alle Herzen werden genommen.
Manche werden schwerer und schwerer,
fallen zu Boden und werden Teil der Sehnsucht,
die die Welt immer mehr verzehrt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Was wird aus deren Schrei nach Ruhe?
Sollen sie lauter als die Unruhestifter selbst schreien,
Um gehört zu werden?
Oder sollen sie schweigen, um gehört zu werden?
Gehört und geduldet.
Wer hört die Innere Stimme, wenn sie schreit?
Wir hören nur ihr Schweigen, wenn sie schweigt
Und wir nicht mehr wissen, was wir sagen sollen.
Drum, schreiet, Kinder, seiet laut
Durchzieht die raue Oberfläche der Welt mit Gänsehaut
Die Zukunft haben Euch Eure Eltern geklaut
Klaut ihnen nun die Vergangenheit.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich hielt den Atem an
Überließ Dir den Sauerstoff
Wurde zum Baum
Du läufst an mir vorbei
Sitzt in meinem Schatten
Beachtest mich kaum
Wenn Du atmest, atme ich
Wenn ich sterbe, stirbst Du
Zurück bleibt nur unser Traum
Traum von Freiheit und Freude
Traum von Wahrheit und Wurde
Traum von Lebensraum.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich atme so hart
Doch so zart
Du taust langsam
Vertraust langsam
Kommst langsam raus
Die Gedanken, einst so leise
Einst so schlau
Wie schnell sind sie gefallen
Hungrig geworden
Kindlich, offen und laut.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Holz ist stolz
Sonst würde Holz nicht brechen
Vor lauter Starrsinn
Edelholz
Adelstolz
Es gibt Menschen, die weinen nicht
Es gibt Schmerzen, die reden nicht
Und doch leiden sie.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Nach der Liebe kommt der Kater
Verführer Amor war der Vater
Lebenslang nun ich die Mutter
Grimm und Bitterkeit das Futter
Meines gebrochenen Herzens
Es wurde schon Tabak verboten
Cannabispflanzen, Rauschschoten
Zigaretten und Rauch aller Arten –
Doch die Liebe ist im Lebensgarten
Das Rauschgift der besten Schmerzen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung