Meine Gitarre
singt mir lautlose Lieder
jede Nacht
Trost für den harten Tag
Träume für die weite Nacht
Erinnerungen für morgen
Lautlose Grüße von mir zurück.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Meine Gitarre
singt mir lautlose Lieder
jede Nacht
Trost für den harten Tag
Träume für die weite Nacht
Erinnerungen für morgen
Lautlose Grüße von mir zurück.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Lärm.
Der Baum hört seine Gedanken, seine Blätter, nicht mehr.
Lärm.
Das Herz hört das Rauschen seines Botschafters, seines Blutes,
nicht mehr.
Denn die Nacht ist angebrochen.
Mit ihren Millionen Stimmen der Dunkelheit.
Der Mund ist aufgegangen –
Im Märchenwald hört man‘s klarer.
Augen zu. Gute Nacht.
Und morgen alles wieder vergessen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Nach dem Sturm
Kommt der innere Sturm
Ich finde immer noch keine Ruhe
Kein Zufluchtsort
Ist Hort genug. Ich muß fort.
Es lebe die Unruhe.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Und der Teufel brach der Welt die Brust auf
Und riß ihr das Herz aus ihrem Schreihals raus
Und fraß es blutend vor unseren Tränen auf
Und wir haben mit unseren Fingern ihm die Zunge abgeleckt
Und es hat uns zutiefst geschmeckt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich war heute Watt wandern
Besuchte den Meeresgrund –
Und das Meer aus der Ferne beobachtete
Wie ich erkundete jeden Fund.
Muscheln und Austern und Krabben
Rund herum und gesund
Eine Auster wanderte in meinen Mund
Und verschwand in meinen Schlund!
Bin ich jetzt ihre Muschel und ihr Watt
Und mit dem Meeresgrund im Verbund?
Kommt nun das Meer mich auch besuchen
Und fluten meinen Herzensgrund? …
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Die Uhr läuft runter
Doch die Zeit bleibt still
Wir werden älter und älter
Doch unverändert, unser Wille.
– Che Chidi Chukwumerijee
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

Da wo sie sich alleine dünkten
Formten für sich die Wolken ein Reich
Mit schneebedeckten Bergen
Und schattigen Tälern
Und Silberseen
Und sonnenspiegelnden Wüsten
Und Dörfern und Städten und Häusern
In denen die Wolkenmenschen
Ihren Wolkentätigkeiten nachgingen…
Und über ihnen strahlte wonnespendend
Eine verklärte Sonne
Und wir flogen so leise vorbei, wie wir konnten
Und ich hoffte, daß wir die Sonnenmenschen
Nicht störten.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Als wäre es ein Argument
überschlagen sich die Regentropfen
mit scharfen harten Pointen
Ich verstehe nichts
wenn Ihr gleichzeitig redet
Als hätte er mich gehört
hört der Regen mit einem Schlag
plötzlich auf…
Nein…
Er hat nur innegehalten –
Nun fallen die Tropfen wieder
Sie streiten nicht mehr
Sanft, versöhnend besänftigen sie mich.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich lief auf Zehenspitzen
auf einem Regenbogen
und er trug mich mühelos
schwerelos, ja sogar gewichtlos
Ich griff nach einer Wolke
und sie war fest wie ein Fels
als wäre ich die Wolke fast
und, weniger noch, ein Ich ohne Sein
Ich saß rittlings auf einer Welle
und ich durchbrach die Oberfläche nicht
sondern sie beförderte mich auf leichten Füßen
und setzte mich auf die Schwelle…
…deines Herzens. Doch all meine Leichtigkeit
lag schwer, schwer, schwer wie Blei
auf Deinem Gewissen, und ich sank
wie Stein im Treibsand Deiner Unzufriedenheit.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Himmel und Erde
Wolken und Seen
Träumen und Leiden
Kommen und Gehen
Wie Treffen und Trennen
Im Wechselgesang
Meinungen, die nach Meinung fragen
Tiefen, die aus der Schalheit ragen –
Welche sind die menschlicheren Plagen?
Vertragen oder Zanken?
Wie Empfindungen und Gedanken
Im Wechselgesang.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung