Die haben etwas erfunden Es kann für uns künstlich denken aber nicht für uns empfinden - Empfindung lässt sich nicht künstlich lenken. Ich mag nichts, was für mich denkt - Informationen verschaffen darf er jedoch. Aber die Fähigkeit, völlig Neues zu schöpfen, kann allein der Menschengeist immer noch. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
der Selbstreflexion
SCHWER GENUG FÜR MEIN GEWISSEN
Und wenn ich singe höre ich Schmetterlinge aber ich sehe sie nicht Ich fühle ein helles Gewicht schwer genug für mein Gewissen hin und her ungerissen Die Nacht ist sacht Das Lächeln lacht Mein zweites Ich erwacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SELBST, STUR, STARR
Für Dich ist Deins immer noch das Beste Für mich ist meins immer noch das Höchste Jedem ist seins stets das Richtige Und wenn meins nicht Deins ist und Deins nicht meins ist dann, anstatt daß einer sich ändert, trennen sie sich und machen weiter, unverändert. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
WEITER REISEN
Wofür war die ganze Zeit? Umsonst? Ich gab Euch meine ganze Zeit Meine beste Zeit Umsonst. Wieviel Zeit habe ich noch übrig? Die Haare werden silbrig Die Stimme einsilbig Da! Dort! In der Ferne! Meine Träume! Meine Sterne! Euch erreiche ich immer noch gerne. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
MICH
Mich - Das, was es am wenigsten gibt. Mich - Das, was es am meisten gibt. Mich. Jeder sieht Mich. Jeder übersieht Mich. Keiner kennt Mich. Keiner verkennt Mich. Alles, was ich über Mich denke, ist falsch. Alles, was alle über Mich denken, ist falsch. Nur die Schöpfung kennt mich. Und die Schöpfung will Mich, kann Mich, wird Mich zurechtbiegen oder zerbrechen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
NACHTSINNEN
Ein Raum so groß wie keine Fantasie Grün wie die Erinnerung an Urwälder Dadrin wohnst, allein, Du selber Winzig wie ein Planet in einer Galaxie Wo bist Du? Ist das Deine Hoffnung? Ist das Deine Sehnsucht? Deine Angst? Ist das Deine Kindheit? Deine Ignoranz? Ist das das Wesen Deiner Entwaffnung? Und da liegst Du jede Nacht sinnend Spürend, fühlend, empfindend, nachdenkend Dich vor der großen Leere in Dir erschreckend - Jede Nacht mit dem Erwecken neu beginnend. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
VERSCHENKEN
Mein Herz ist ein Brunnen - Manchmal denke ich, manche Menschen können aus ihm tiefer und mehr schöpfen als ich. Oft verschenke ich das Wesentliche in mir gratis denen mit Verlangen tiefen Grades. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
SCHATZ DER LIEBE
Das Ende sucht den Anfang, sonst kommt er nicht zum Einsatz - Der Anfang sucht das Ende, sonst bleibt er zeitlich fehl am Platz. Ich bin Dein Anfang und Dein Ende, Du bist mein Ende und mein Anfang. Gesucht, gefunden, der Liebe Schatz. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
DAS GEWICHT DES WEGES
Manchmal fällt ein Gewicht ab Du fühlst Dich wie freigesetzt Steigst auf wie aus einem Grab Wirst in den Himmel versetzt Für einen Moment schaust herab Bis die Welt Dich wieder verletzt. Freunde tun Weh Feinde tun Weh Der Weg tut Weh. Alles tut Weh. Geh also einfach Deinen Weg. Geh. Geh. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
GEISTIGE GESCHWISTER
Geschwister haben ist schön aber wichtiger ist die geistige Gleichart. Die inneren Tiefen und Höhen sind ähnlich, ähnlich hart, ähnlich zart. Egal wie nationalistisch, egal wie rassistisch die ganze Welt wird, egal wie egoistisch zynisch oder ideologisch starr, bleibe Du unbeirrt: Suche Deine Gleichart im Geistigen, denn im Geistigen liegt die wahre Herkunft. Hör auf, Mitmenschen zu beleidigen - Werde und bleibe der Mensch der Zukunft. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
