Nichts schwächt
oder stärkt Dich schneller
als eine falsche Entscheidung
Dich tötet danach
sowohl das verbitterte Aufgeben
wie die befreiende Aufarbeitung.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Nichts schwächt
oder stärkt Dich schneller
als eine falsche Entscheidung
Dich tötet danach
sowohl das verbitterte Aufgeben
wie die befreiende Aufarbeitung.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Farbe verwirrt die Menschen –
So tief sitzen die widersinnigen Vorurteile,
weitergegeben von Generation zu Generation
Anhand von Farbe sehen wir alles
nur das nicht, was der Mensch wirklich ist,
versteckt unter seiner Hautfarbe.
Stell Dir vor, Du siehst einen Menschen
Aber Du siehst nicht den Menschen,
sondern seine Wirkungsart formgeworden…
Was würdest Du sehen, wenn Du mich siehst?
Was würde ich sehen, wenn ich Dich erblicke?
Jede Wette: Ganz andere Farben.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Das Ding mit Sterben ist,
daß Du es vergisst –
Irgendwann als Erwachsener
blickst Du suchend zurück
vergeblich nach dem trennenden Moment
zwischen Dir und Deinem Glück.
Dieses Rätsel wird Dich begleiten
den Rest Deines Lebens:
Wie könnte ich so leise sterben
ohne Anzeichen eines Erdbebens?
Wer oder was hat mich wann getötet?
Du suchst die Antwort … vergebens.
Das Kind starb mit seinen Erinnerungen
Der Jugendliche starb mit seinen Idealen
Der Erwachsene bleibt mit seinen Fragen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Als ich es machte,
war es kein Fehler –
Als ich es überdachte,
war es ein Fehler –
Jetzt wo ich älter wär,
und es aus der Ferne betrachte,
ist es kein Fehler mehr.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Pronomen
Normen in denen wir wohnen
wie in Gasthäusern
anonym.
Reisende
Suchende
Verlorene
– vertreten durch tausend Pronomen
Ideenreisende
Identitätssuchende
Jeder sucht auf seiner Art und Weise
nach dem Namen seines Geistes.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Einen Wegen zu gehen,
nur um zu sehen,
daß es es nicht wert war,
den Weg zu gehen… –
War es wert?
Was nun mit diesem Wissen?
Auf Deinem Gewissen sitzen
reicht nicht – es war nur Wert, wenn
Du nochmal leben darfst. – –
Ich möchte wieder leben
mit diesem weise gewordenen Herz.
Ich würde so viel anders machen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Dieser Moment
Wenn der Pfad würgt…
Wenn die Brücke
mit einem Fragezeichen im Gesicht
stehen bleibt…
Wenn heute unruhig wird, denn
es wurde noch nicht geschwängert
von Dir mit Morgen…
Wenn die Wand fällt, denn sie war eine Illusion
und dahinter… nichts steht…
Wenn Du nach Deinen Anführern und
Deinen Wegweisern suchst, aber
es steht keiner mehr vor Dir…
Dieser Moment,
Wenn Du realisierst, daß
es nun an Deiner Generation liegt,
die Zukunft der Menschheit zu bestimmen –
das nächste Kapitel einer jahrtausendelangen Geschichte
zu schreiben –
die Weiterentwicklung unserer Zivilisation zu sichern.
In diesem Moment wirst Du
zum ersten Mal richtig geboren.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Kann gerade nicht sprechen
Aber ich sehe Deine Nachrichten
Kann gerade nicht kämpfen
Aber ich kenne Deine Absichten
Kann gerade nicht lieben
Aber Du bist in allen meinen Geschichten
In allen meinen Erinnerungen
Und in allen meinen Gedichten.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Im Augen- und Tränenblick
erscheint trüb das Glück
wie ein Wackelbild gespiegelt
auf der Oberfläche eines Flusses
den Deine Reise überbrückt.
Schmerz bleibt und vergeht
und vergeht und bleibt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Als wäre Heute eine Papierwand
reißt sie der Nostalgie entlang…
Heute häutet sich,
trennt sich und tränt,
hält das überraschte Herz gebannt.
Eine Melodie ist ein Pfad,
der sein Gedächtnis nie verliert –
Ein Gedicht ist eine Speicherkarte,
in die die Jugend ihre Träume diktiert
und als Erinnerungen sie dort ewig bewahrt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung