Die Uhr läuft runter
Doch die Zeit bleibt still
Wir werden älter und älter
Doch unverändert, unser Wille.
– Che Chidi Chukwumerijee
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Die Uhr läuft runter
Doch die Zeit bleibt still
Wir werden älter und älter
Doch unverändert, unser Wille.
– Che Chidi Chukwumerijee
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich blätterte alte Fotos durch
Sah in jeder Phase meines Lebens
einen Fremden mit meinem Gesicht
Und meine Frage lautet:
Wo war ich mein ganzes Leben lang
während diese Fremden mein Leben lebten?
Nein, die Frage lautet:
Für welchen zukünftigen Fremden
gebe ich mich heute ahnungslos aus?
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Wenn ich mich von Dir trenne
Würdest Du darin die Liebe erkennen?
Wenn der Schmerz unerträglich brennt
Würdest Du darin die Liebe erkennen?
Wenn der Weg steinig wird und hart
Würdest Du darin den Weg erkennen?
Wenn der Weg Dich verändert hat
Würdest Du Dich darin erkennen?
Was ist Liebe, wenn Du einsam bist?
Was ist Liebe, wenn Du ein Sucher bist?
Wieso schickt sie uns keine Gesellschaft?
Dreht sich weg und wünscht uns viel Kraft.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ein Hahn kräht
Im Dämnertal des Erwachens
Ich liege, wach, im Bett
Und träume, der Hahn hätt gekräht
Vielleicht sind es meine Empfindunen
Die ich jeden Morgen aussende
Mit einem inneren Schrei der Hoffnung.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Was steht still?
Die Zeit oder die Welt
Oder die Sorge ums Geld?
Das, was ich wirklich will
Steht immer still.
Das Wasser fließt weg
Doch der Fluß ist immer da
Die Jahre fliegen dahin
Doch die Zeit ist immer da
Die ewig geschehende Zeit
Das, was ich einst war
Sind meine Kinder heute
Es bleibt, was es ist
Kindheit, Land des Wachsens
Auch für Erwachsene.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Wenn man die Blätter zählt
Die vom Baume gefallen sind
Ist er alt…
Wenn man die Blätter zählt
Die dem Baume am Entsprießen sind
Ist er jung…
Bin ich so alt,
Wie meine Werke hinter mir?
Oder so jung
Wie die Träume in mir?
Was ist die Zeit? Was ist das Alter?
Wann beginnt und endet mein Zeitalter?
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich laufe über mein Klavier
Und alle paar Schritte stehe ich wieder
Am Anfang meiner Lebenslieder
Wir haben alle dafür so ein Gespür
Dejavu ist des Lebens Dauersouvenir
Wie wiederkehrend der Morgen dem Tag
Egal was der Kalender behaupten mag
Mein Gedicht ist Reinkarnation auf Papier.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Bevor mein Tag zu Ende geht
Möge er endlich beginnen
Dem Leben gibt es kein Entrinnen
Gegen den Tod allein ist zu gewinnen
Des Wesentlichen, der Liebe, besinnen
Der Zuversicht, der Freude im Innen
Sollst Du Dich, mein Ich, mein Morgengebet.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Immer wieder versuche ich
in den Kopf des 15-jährigen
hinein zu gelangen, der ich einst war
denn er hat die ganze Welt
mit einer Klarheit durchblickt und verstanden
die mir abhanden gekommen ist.
Er wusste, wer er war und was er wollte
Er wusste, was er mußte.
Er wusste, daß das, was er wusste, richtig war
Und er versuchte, vergebens, alles fest zu halten
Denn er wusste, er würde es einst vergessen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Die Schranken fallen
Endlich Freiheit
Das Wahre in jedem, es tritt vor
Unterdrückung, dachten wir, war die Hölle
Doch die Freiheit ist selbst die grenzenlose Hölle
Gefangen und verloren in der Freiheit
Wir finden keinen Weg zurück
Zurück zu den Ketten
Die Ketten, die uns besser kannten, als wir uns selbst
Die Ketten, in denen wir frei waren.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung