SCHLAG MICH

Unzählige Flügelschläge
Umschwärmten meinen Kopf
Meine Haare sind nicht meine Haare
Meine Gedanken sind mein Schopf
Aus dem Herd heraus brodele
Ich, Eintopf.

Die Einsamkeit übersetzte
Die Sprache deiner Abwesenheit
Unzählige Flügelschläge
Doch kein Schwarm weit und breit –
Schlägt dein Herz für viele
Und sagen mir die Flügel Bescheid?

Mein Platz in deiner Innenwelt
Nimmt äußerlich Gestalt
Ich verzichtete auf die Hülle
Nahm gefangen mir den Inhalt
Deine Schläge überzeugen mich
Du bist in meiner Gewalt.

– Che Chidi Chukwumerije 

UNSERE GRENZEN

Weit weit
Wie Ort des Urknalls
Kante des Geschehens
Leben
Weit weit dehnt sich
Weiter mein Herz aus
Jedes Herz, das ich einst rührte
Ist noch unterwegs nach Haus
Jeder Freund, der Abschied nahm
Spür ich noch hier Zuhaus

Wie weit noch, dein Ufer?
Bald gehen mir die Kräfte aus.

– Che Chidi Chukwumerije.

PRÄGUNG

Schmeckst leicht nach Mandeln
Gebrannt, mit deinem Geschmack nach mir
Ich hab’s aus deinem Kuss zart
Heraus geschmeckt.

Ich habe keine Mandeln gegessen
Flüsterst du, lächelnd
Mußt auch nicht, lächle ich
Es reicht, daß du verliebt bist.

Die Liebe, sie ist der wahre Schöpfer
Wenn sie einkehrt, bringt sie
Alles mit: Sonne, Mond, Nacht, Wind
Wasser, Luft, Freude, Schweigen, Schmerz.

Einsamkeit schmeckt nach dir
Wenn du nicht da bist
Alles und alle schmecken nach dir
Wenn du nicht da bist.

– Che Chidi Chukwumerije.

VORBEI FAHREN

Handschrift ihrer Gedanken
Unsichtbare Tinte
Berührungsängste
Worte sind zu schwer
Zu leicht ist ihre Hoffnung
Reden engt ein
Schweigen deckt auf
Unvolles Treffen
Knapp daneben
Vorbei fahren ist die sicherste Begegnung

Du tanzt dem Lied
Und überhörst den Sänger
Jetzt hast du meine Worte gefunden
Nun hast du mich verloren.

– Che Chidi Chukwumerije.

AFFÄRE

Verlangen ohne Erwartung
Wie geht das denn?
Haben ohne Besitzen – Vor- und Nachteile?
Alles, was ich für dich fühle
Nicht alles hast du gefühlt
Alles, was du von mir hast
Entspricht nicht allem, was du in mir hast.

– Che Chidi Chukwumerije.

SONNE HEUTE

Du mein Herz schlägst
Ungewöhnlich stark heute
Tausend Vögel klirren und
Schirren im Wald
Ich komme bald.

Du mein Herz atmest
Mit ungewöhnlicher Schnelle
Wohin heute?
Zu aufgeregt, ich kann nicht essen
Zu aufgeregt und unterdessen
Dein Schlagen, Schlagen
Tausend Vögel klirren
Schirren im Wald
Kommst auch du bald?

Die Sonne ist nicht hell genug
Heller musst Du strahlen,
Und wenn du da oben bist
Dann warte, warte,
Ich komme bald.

 – Che Chidi Chukwumerije .

WUNDE

Ihr wurde gewiss
Ich würde sie irgendwann verlassen
Deshalb hielt sie bereits
Den Ersatz bereit, für den Fall
Denn alleine kann sie nicht sein –
Das ist ihre tiefste Wunde.

Daß ich sie für nur eine kurze Weile verlassen würde
Um mich und sie wieder zu finden
Wussten wir beide nicht
Aber als ich zurück kehrte, befreit und bereit
War sie bereits weg –
Denn sie kann nicht alleine sein.

Rückblicke besiegeln die Flucht
Die plötzliche Abreise war längst gebucht
Die Ängste der Sehnsucht.

– Che Chidi Chukwumerije.

LANGSAMKEIT

Zwei Schritte vor
Einen zurück
Heute ist nicht
Tag genug
Nur Herz hat
Herz genug für Verstand
Langsamkeit, Schatz
Ist der Boden
Ist allein Boden genug
Wenn die Liebe es so eilig hat.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

VENUS

Ewiger Sturm
Wer vermag die Dichte
Deiner Gefühlswolken zu teilen?
Das Gedränge deines Empfindungswirbels
Die heulenden Wunden
Zu heilen?

Dich kennen die nicht, die dich
Kühl und ruhig aus der Ferne nennen
Sturm, wie du durch mein Leben rast
Wie wir durstlieben und unauslöschlich verbrennen.

Wer vermag dich zu verstehen?
Auf Erleben folgt Zergehen.
Kann die Liebe
Zu einem Todesurteil werden?
Denn mit dir leben
Ist mit dir sterben.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

MIR VERTRAUTER

Die Worte kehren zurück
Schmilzeschnee aus Österreich
Pendelvögel aus Afroteich
Alte Liebe aus vergrabnem Glück
Und dann sehe, tanze, küsse ich dich
Ein Lächeln aus Lust und Laune
Aus Freude, Unruhe und flehendem Blick
Nach einem Moment mit mir alleine.

Ich mag dein Lächeln
Noch anziehender ist’s als deine Hübschheit
Und mir vertraut ohne Ende
Nur deine Augen sind mir vertrauter
Schweigen lauter und verschwiegen.

– Che Chidi Chukwumerije.