Ich weiß nicht warum ich schweige
Mein Herz schreit
Wieso kann das keiner hören?
Ich habe nun Mitleid
mit Geistern, die ohne zu stören
einsam Abschied nehmen und aufsteigen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich weiß nicht warum ich schweige
Mein Herz schreit
Wieso kann das keiner hören?
Ich habe nun Mitleid
mit Geistern, die ohne zu stören
einsam Abschied nehmen und aufsteigen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich war zu oft am falschen Platz
Ahnte es, wollte es nicht ahnden
Ignorierte das komische Gefühl im Bauch
Doch Schmerz ist der bessere Lehrer
Er war das Feuer nach dem Rauch
Immer und immer und immer wieder
Nun habe ich ihn gut verstanden
Du musst keinen anderen Grund haben
Um Dich zu schützen,
Als eine Empfindung unbequem am Nagen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Schreibt Protokoll Geht einkaufen Schiebt Überstunden Hält das Büro am Laufen Geht Kompromisse ein (F)Akten balancierend Deadlines frühzeitig haltend Schlüsse akzeptierend Schaut immer wieder auf das Handy Steht plötzlich auf Ich muss jetzt zu meinen Kindern Ich mache den Rest von Zuhaus Kurz nach Mitternacht Nochmal eine letzte Mail Sitzt morgen wieder lachend im Büro Mit müden Augen parallel. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Es ist jene Stunde erneut der Selbstliebe des Selbsthasses der gesteigerten Triebe des inneren Kompasses der Hoffnungssiebe des Ich-Strafmaßes der Traumdiebe des neuen Anlasses die Wunde zu lecken, unbereut. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich lebe in einer Welt in der ich nicht existiere Und existiere in einer Welt in der ich nicht lebe Und keine von beiden ist mein Zuhause Ich gehe Wege, die ich nicht kenne und kenne Wege, die ich nicht gehe Keiner von beiden ist mein Weg Ich bin mein Zuhause Ich bin mein Weg Alles, was ich mache, passt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Hab alles gegeben Bin nichts mehr Habe nichts mehr Kann nicht mehr Will nicht mehr Übrig geblieben ist das, was ich wirklich bin. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich bin so sichtbar
Alles, was Du siehst, ist
daß ich da bin. Mehr nicht.
Alles andere –
Meine 1001 Nächte
verblassen wie Monde im Licht.
Meine Haut lenkt
Deinen Blick auf mich und
lenkt Deinen Blick von mir ab.
Deine Augen ziehen mich aus.
Meine Unsichtbarkeit ist
das Sichtbarste, was ich hab.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Fallen war mein Fliegen und bis ich am Boden ankam hatte ich es gemeistert. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Als ich aufhörte, kostenlos zu sein, verloren die einen den Appetit nach mir - In den anderen erwachte der Heißhunger. Als ich anfing, Weh zu tun, flohen die einen; die anderen gaben sich hin: Mir, uns, und unserem gleichartigen Beißhunger. Als ich aufhörte, ohne Grenzen zu sein, blieben die einen draußen, die anderen drinnen schätzten befriedigt meinen Schweiß und Hunger. Es hat lange gedauert aber ich kenne meinen Wert; Ich weiß, wie viel ich weiß, kann, wage, schaffe mit unbändigem Fleiß und unersättlichem Hunger. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung