EIN FLUSS, DER BLEIBT

Wieder am Main
Nach so vielen Wochen, nein Monaten
In denen ich alles verloren
Und mich gewonnen habe

Und Du, süßes Wasser
Nur Du bleibst mir treu
Unverändert, unverschollen, ohne Seitensprünge
Spiegel meiner unsichtbaren Tiefe

Dennoch hasse ich Dich heute
Weil Du nichts sagst
Du entfernst Dich und bist dennoch da
Ich war’s, der Dich verließ.

– Che Chidi Chukwumerije.

EWIG

Sommer sprudelte
Sprossen blühten
Sommer sprudelte mit deinem Lachen
Jede Blume, die du sprachst
Goß ich doch jede Nacht
Mit den Tränen, die du mir schenktest

Dieser Augenblick, dieser Sommer, dieses Jahr
Kommt nie wieder zurück
Diese Augen, mit denen ich dich sah
Werden nie wieder sehen
Diese Lippen, die dir huldigten
Werden nie wieder sprechen.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

SEHNSUCHT

Antwort sucht Klage
Trennung sucht Anziehung
Korrigierung sucht Fehler

So wandere ich suchend durch mein Erdenleben
Und komme nicht auf die Ursache meines Leidens
Ich möchte etwas wieder gut machen
Weiß aber nicht was.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

FUSSFASSEN

Da tauchten sie wieder
Vor mir auf
Fußabdrücke in der Nacht
Einer nach dem anderen…
Wie Lichtblicke führen sie mich
Durch mein Ungewissen

Jedes Verschwinden ist ein verlorener Freund
Eine enttäuschte Hoffnung
Ein gebrochenes Versprechen
Auch ich bin nicht unschuldig.
Jeder Lichtblick ist Empfindung
Ist Fußfassen, Erkenntnis, Gewissen.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

HOFFNUNG

Das war kein gewöhnlicher Fluß
In den du tauchtest, in dem du schwimmst
Das war mein Schmerz

Das war keine gewöhnliche Melodie
Die dich so tief ergriff

Das war in mir die Hoffnung.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

ALLEINSEIN

Ich stoße Menschen von mir ab
Halte meine Einsamkeit im Trab
Nehm mein Alleinsein mit ins Grab

Dein Unverständnis schützet mich
Freundschaft war tief, ein Spatenstich
Dolchstöße rein für Dich, mein Ich

Dann war alles nur Saitensprung
Wer weiter tanzt, der ist noch jung
Wo bleibst Du, stolze Dämmerung?

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

LANGSAMKEIT

Zwei Schritte vor
Einen zurück
Heute ist nicht
Tag genug
Nur Herz hat
Herz genug für Verstand
Langsamkeit, Schatz
Ist der Boden
Ist allein Boden genug
Wenn die Liebe es so eilig hat.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

OB DU DAS VERSTEHST ODER NICHT

Warum zitierst Du andere
Wenn in Dir selbst
Die Stimme spricht?
Hast Du Dich noch nicht verstanden
Wirst Du’s bei andern auch nicht

In Dir leben Fragen
Nur die darfst Du stellen
Nicht die Fragen der Anderen
Egal wie gut ihre geistigen Güter scheinen
Sind für Deinen Weg Deine eigenen die Besseren

Allein zählt die Liebe
Ob Du das verstehst oder nicht
Und die Bescheidenheit ist stolzer
Als das Stolzeste, was es gibt.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

BLUE

She told me the tongue
Is the instrument of the heart
Learn to use it well, for song
And touch, to part and to impart

I tell you this, she said
Because you make my tongue restless
Then I knew what she wanted
A drink of tenderness

Blue was that night
And underneath the mango tree
Me warm me hands in her fireside
She sang of honey

Yet, though she’s melting me, watching me
Still my admiration is voiceless, deadpan
Words of flattery would be
A waste of woman.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

MAMA MIA

Reife Frauen und
philosophisch veranlagte junge Männer,
so wird gemunkelt,
sind zusammen in der Vereinigung
die Erfüllung eines der schönste Geheimnisse
der Natur…

Aber was weiß ich?
Ich bin weder das eine noch
das andere 😉

– Che Chidi Chukwumerije