Warst du? Wo, du, wo? Irgendwo
Ist nirgendwo. Bleib fern
Nicht mehr so viel gibt es
Noch zu haben
Alles hat ein Ende – nichts
Hat zwei.
– Che Chidi Chukwumerije.
Warst du? Wo, du, wo? Irgendwo
Ist nirgendwo. Bleib fern
Nicht mehr so viel gibt es
Noch zu haben
Alles hat ein Ende – nichts
Hat zwei.
– Che Chidi Chukwumerije.
Du schickst mir deine innigsten Gedanken
Bin ich das wirklich wert?
Wie kann man sich für so was bedanken?
Ein Versuch, das Gedicht bricht zusammen
Ich habe nichts, was an Wert
Dem nahe käme. Alles für sich, alles zusammen
Nichts nichts nichts. –
Das sind meine innigsten Gedanken.
Was reichen, was nutzen Tränen angesichts
Der Tendenz, in Schwachheit stets zu schwanken
Du bist treu, ich nicht
Das ist alles. Wo es zusammenbricht…
– Che Chidi Chukwumerije.
Zweimal gekreuzt
Gerade Wege
Ein drittes Mal treffen wir uns
In der Meinung, dem Verständnis
Wir waren immer vereint.
– Che Chidi Chukwumerije.
Daß ich davon nichts weiß
Ist das nicht eigenartig – ?
Nacht ist dein Rücken,
Tag deine Vorderseite – – –
Das ist dein Gesicht
Und Nachtsüber wandernd
Drehst du dich,
zweimal –
Wie ein Wunder
Wenn der Sieg dem verlorenen Kampf
Plötzlich entsteigt
Das ist dein Gesicht.
– Che Chidi Chukwumerije.
Das wissen wir schon
Am Ende des Tages steigt
Die Sonne…
Das wissen wir schon
Daß ein Herz kein Mund ist
Ein Mund kein Herz hat…
Das wissen wir schon
Daß unsere Liebe nur Schein ist
Wahr-schein-licht…
Denn ich liebe dich
Mal so mal so –
Das wissen wir schon…
Und wir schritten getrennt
Einen gemeinsamen Weg –
Das wissen wir jetzt…
– Che Chidi Chukwumerije.
Manches Schweigen
Sehnt sich danach
Gebrochen zu werden
So flehte lautlos die Nacht
Atemlos, pausenlos, wortlos…
Doch blieb fern der ersehnte Einbrecher.
Nein, fern blieb er nicht
Nur lautlos, pausenlos, atemlos
Brach er sein Wort.
– Che Chidi Chukwumerije.
Nachtmantel fallen lassen
Getaut, geschmolzen
In der steigenden Wärme
Einer zögerlichen schüchternen
Perlenbesprenkelten
Morgensonne.
Voller Staunen kommt und vergeht die Dämmerung
Noch bevor sie ihre Erinnerungen niederschreiben
Kann.
– Che Chidi Chukwumerije.
Sie wurde bleich
Ich wurde weich
Ich war der Teich
In ihrem Reich –
So schwierig ist es nicht
Treu zu bleiben
Schwieriger ist es, zu warten
Bis das Richtige einbricht –
Schwierig ist warten
Lohnt sich aber
Sein Inhaber ist Erwarten
Du erwartest Dich aber
Nicht Du wartest auf Deine Zukunft
Sondern sie auf Dich.
Sie wurde bleich
Ich wurde weich
Ich war der Teich
In ihrem Reich.
– Che Chidi Chukwumerije.
Magnete, die anziehen
Stoßen ab
Sich, dich und mich
Und gegenseitig
Neugier erregt meine Neugier
Jede Annäherung bewirkt
Diese kuriose Distanzierung
Warum?
Und sind wir danach
Uns vertrauter
Oder uns fremder
Nun geworden?
– Che Chidi Chukwumerije.
Wie landet man
Wie strandet frau
Auf der Straße?
Ich sah ihr zu
Ihre Bahnen ziehend
Tauben füttern
Brot beißen, Saft schlürfen
Im Kreis hin und her schaukelnd
Geparkten Fahrrädern die Lenker nach Vorne richten
Sie sieht ernst aus und ist beschäftigt
Einst war sie im Kindergarten
Saß zu Frühstück
Am Elterntisch
War froh, ahnungslos froh
Machte sich keine Sorgen
Über die Zukunft
Lange her
Jetzt brennt sie eine Zigarette nieder
Eingemummt am Straßenrand
Redet mit Tauben –
Wie landet frau
Wie strandet man
Auf der Straße?
Denkt irgendwo
Irgendwer
Noch ab und zu an sie?
Und weiß nicht, wo sie – oder ihr Geist – ist?
Alles, woran wir glauben
Alles, an dem wir uns festhalten
Unsre Weltsicht, unsre Orientierung
Alles versandet in den Strand der Geschehen
Die wellengleich uns alle einholen –
Alles fällt ab, wir wandeln weiter…
Als ureigene Empfindungen begannen wir
Als ureigene Empfindungen enden wir.
– Che Chidi Chukwumerije.