Denen wurde anvertraut
Der heilig(ende) Speer
Um den Speer sammelten sich nicht Heiler
Sondern ein Heer
Teilte die Welt wund-blutig zum
Roten Meer
Personenvoll,
Menschenleer.
– Che Chidi Chukwumerije.
Denen wurde anvertraut
Der heilig(ende) Speer
Um den Speer sammelten sich nicht Heiler
Sondern ein Heer
Teilte die Welt wund-blutig zum
Roten Meer
Personenvoll,
Menschenleer.
– Che Chidi Chukwumerije.
Die Hüter des Grales
Wollen den Gral für sich behalten
Macht-trunken
Zu stolz zu fallen
Stürzt das Volk eben tiefer, härter
Atlantis gesunken.
– Che Chidi Chukwumerije.
Alles Leben
Ist Lieben
Ist Leiden
Glauben
Sehen
Alles Sehen
Ist Gehen
Ist Erleben
Finden
Werden
Lebendig
Liebhaber
Leidender
Werden
Überzeugt werden
Ist sehend geworden
Sehen
Ohne Farbbrille
Gehen
Ohne Gehstöcke
Erleben
Ohne Vorurteile
Ohne Schutzmantel
Oder Deckmantel
Finden
Ohne Gier
Ohne Angst
Doch ohne
Satt werden auch
Ist
Werden
Durch
Leben.
– Che Chidi Chukwumerije.
Jedes Lächeln wirft einen Schatten
In deiner Nacht fühle ich mich geborgen
Wärme mich mit deiner dunklen Seite
Dein Lächeln spar für deine Lügen
So viel Sonne hatte ich noch nie
So viele neue Freunde gefunden
So viel Schimmer so schillernd gefeiert
Und so viel Einsamkeit empfunden
Verbirg dein Lächeln unter deinem Ernst
Denn die heiße Sonne spendet kaltes Licht
Diesen Sommer schmolzen Masken viele
Diesen Sommer wurd ich nachdenklich.
– Che Chidi Chukwumerije.
Behagen
Sah ich schlendernd
An allem vorbeigehen
Es roch nach Luxus und Komfort
Und hinterließ
Uns Ungeagen
Seine Augen
Fett wie Matratzen
Global ausgeweitete Pupillen
In jedem lag eine Lüge
Verbreitet
Ausgebreitet
Es geht der Welt gut
Schaut mich nur an
Ein Gedanke für dich
Ein Gedanke für mich.
– Che Chidi Chukwumerije.
Wieder so eine Stunde
In der es gilt, alles zu verlieren
Um frei zu sein, darf nicht zurück schlagen.
Alles verzeihen, allen verzeihen
Jeden Schmerz als Befreiungsschlag hinnehmen –
Wenn Ihr nur mein Schweigen
Richtig deuten würdet.
Wieder so eine Stunde
In der jeder Schmerz mich an den Augenblick
Erinnert, als ich ihn einem anderen einst
Zufügte. Und du, mein Peiniger, hast keine
Ahnung, was du dir gerade angetan hast.
Einst wirst auch du um Verzeihung bitten
Und dir selber aber nicht verzeihen können.
Das wird die Stunde deines Schweigens sein.
– Che Chidi Chukwumerije.
Sie, nicht weil Sie mein Vorgesetzter oder meine Chefin sind, sondern weil wir einander innerlich fremd sind…
Du, nicht weil wir Kollegen oder Nachbarn sind, sondern weil wir geistig im Gleichklang schwingen.
Und Sie, obwohl wir gleichalt sind, und in den selben Bekanntschafts- oder Arbeitskreisen uns befinden, sind mir irgendwie fern… ungleichartig… und intuitiv zolle ich Ihnen den dazu nötigen Respekt, Ihren Raum…
Und Du, obwohl wir uns erst kennen gelernt haben, oder es anscheinend uns nichts verbindet, was Nähe zulässt, bist mir vertraut ohne Ende und ich fühle mich bei Dir zu Hause und in der Gesellschaft eines Freundes.
Und selbst wenn einige die Sprache zum politischen Machtinstrument des Teilens und Herrschens, oder zur gesellschaftlichen Umgangsform des Lügens, des Verbergens und der Grenzüberschreitung abwerten…
bleibt trotzdem des Menschen Wort dessen BUND, denn seine Aus-sprache ist jeder. Höflich, Sie. Ehrlich achtungsvoll.
Vertraut, Du. Intim und sehr vertraut.
– Che Chidi Chukwumerije.
Tausend Stimmen
Der selbe Schrei
Einsame Herzen, sie scherzen
Und meinen es im Ernst –
So vielschichtig ist ein einfacher Gruß.
– Che Chidi Chukwumerije.
Ich bin nur ein Dichter
Meine Worte gehen auf Reise
Ziehen sich aus
Wie ausziehbare Fernrohre
Ziehen sich in die Länge
Lassen auf Ferne zurück blicken
Alles wirkt nah, greifbar
Doch streckst Du die Hände danach aus
Begreifst Du
Daß das die Art der Dichtung ist
Dinge nah zu bringen und dennoch
Fern zu halten.
Mehr als ich Prosa lese und liebe
Verschlinge ich unersättlich Gedichte
Gnadenlos wie Messer
Stechen sie tief ein
Scheu wie Rehe
Lassen sie sich nicht
Fassen.
– Che Chidi Chukwumerije.
Bist Du schon mal hungrig gewesen? Dreimal am Tag besucht er. Dreimal am Tag schickst Du ihn weg. Aber sag, kennst du ihn wirklich, den Hunger?
Kennst du seine Gesichtszüge? Die vielen verschiedenen Blicke seiner Augen? Seinen Gang? Seine Gedanken?Habt ihr euch mal mit einander
Tagelang unterhalten? Ist er schon mal bei dir wochenlang Eingezogen? Er ist Hausmeister. Hast du monatelang bei ihm gewohnt? Hungers Gast. Ein eifersüchtiger Liebhaber ist er. Er will alles, aber alles. Und sollte er dich nur einmal jahrelang in seinem Gefängnis einsperren, was wirst du tun?
Atemlos – er macht atemlos
Sprachlos – er macht sprachlos
Machtlos – er macht machtlos
Ein Gesicht.
Das Kind dadrüben im Staub
Das zart lächelnde…
Ich weiß, es hat heute noch nichts gegessen
Das sehe ich in seinen Augen.
Kein Lächeln kann
Hungers Gesichtsausdrücke
Verschleiern.
– Che Chidi Chukwumerije.