MUSIK SEIN

Das Gesagte ist nur halb gewagt
Den Rest lass Sein.

Che Chidi Chukwumerije

GESCHWEIGE DENN

Ich befinde und bewege mich plötzlich an einem Ort jenseits von Worten, und wie ich hierher gelang, kann ich nicht sagen.

Auf einmal sehe ich die Welt anders und so wie ich sehe, lässt sich nicht in Worte drücken, geschweige denn über Worte zum Ausdruck bringen.

Empfindungen. Bilder. Begriffe. Aufnehmen. Wissen. Lieben. Schweigen.

Che Chidi Chukwumerije.

VORBEI

Vorbei ist
Der letzte Augenblick
Vorbei ist
Noch nicht mein Geschick
Vorbei ist
Jede halbherzige Freundschaft
Vorbei ist
Noch nicht unsere Bekanntschaft

Dafür ist unser Bekanntschaftsgrad viel zu hoch
Tief sind wir zusammen gefangen in einem Loch

Vorbei ist
Der mich bisher führende Traum
Vorbei ist
Noch nicht sein gezeugter Baum
Vorbei ist
Der Regen samt allem Getümmel
Vorbei ist
Noch nicht der erzeugende Wolkenhimmel

Alles hat ein Ende, aber manchmal eben zwei
Denn Zu Ende heißt nicht immer gleich Vorbei

Vorbei ist
Noch nichts, dessen Anfang noch besteht
Vorbei ist
Noch nichts, dessen Ausgang noch aussteht
Vorbei ist,
Was seinen Kreis geschlossen hat
Vorbei ist
Was geschlossen wurde mit einer guten Tat.

– Che Chidi Chukwumerije.

SCHWER DEFINIERBAR

Erdkund, stolperrund
Blatt Vormund
Migration im Hintergrund
Integration im Vordergrund
Doch diese Stelle … bleibt wund.
Der Bund ist der innere Bund
Unsichtbar und …

– Che Chidi Chukwumerije.

WENN MITTEN AUF EINEM WEITEN FELD

Wenn mitten auf einem weiten Feld
Einsam ein Baum steht
Bleibt der Blick einen Augenblick lang
Auf ihn hängen in Ruhe
Denn kurz gleicht er unserer Seele
Darin verloren der Geist während
Im Kopfkino auf der Autobahn unbeherrschte Gedanken
Vorbei rasen – Aber bald verschwindet
Die Lichtung samt Feld und Baum
Schnell vergessen im Rückspiegel, das nächste Lied
Ertönt aus der CD; Bild folgt auf Bild;
Der Navi steuert dem ihm vorgegebenen Ziele stur zu.

– che chidi chukwumerije.

FEST ABER ZART

Zart geht das
Bezwingen kann man es nicht
Empfangen nur
Kann man ein Gedicht

Das war zu hart
Denke daran, das ist eine Blume
Fest aber zart
Werbe Dich um die Blume

Und wenn ich scheide
Bleibe ich
Und wenn ich bleibe
Scheide ich
Aber nie aber nie leide ich
Scheide oder bleibe ich

So geht das
Bestimmen kann man es nicht
Empfinden nur
Kann man ein Gedicht.

– che chidi chukwumerije.

EINE NACHT OHNE ERKLÄRUNG

Eine Sonne, weißer wie gelb
Blauer wie rot; grün oder schwarz
Weich werden, Sonne, werde weich über die Elb
Weich über den Main und weich über den Inn
Weich wie zu meinem Beginn
Denn hier kommt der Mond, nacht-schwarz
Er sammelt wie ein Becher der Sonne Fluss
Scheidet ohne Erklärung, noch Gruß, noch Kuss.

– che chidi chukwumerije.

INN’ BLICK

Mit Blick auf den Inn
Ausblick mit sechstem Sinn
Woher, ich, wohin?
In diesem Urlaub ist alles drin.
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Che Chidi Chukwumerije.

BEIM BAUERN ZU GAST

Ein Regenbogen hat gegrüsst
Einen Fremden lang geküsst
Einen Mundwinkel eingebüsst

Atlantis, sinkst Du oder stehst?
Jesus, kommst wieder oder gehst?
Herz, zu den Bergen Du wehst…

Unter der Nachrichten Last
Vergessen Österreich fast
Heimelig, beim Bauern zu Gast.
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– Che Chidi Chukwumerije.

 

IRGENDWO

Blick vom Kolsassberg 270513 - nr 2

Ende Mai
Dicke Schneemützen
Wärmen die verwirrten Karwendelköpfe
Gleich fängt der Himmel auch noch an
Zu weinen
Die Sonne hat den Sonnenaufgang verschlafen
Und doch höre!, höre!
Irgendwo im Gebüsch singen singen singen
Drei Vögel.

che chidi chukwumerije.