Der Vogel
Stand
Einen Augenblick
Auf der Straßenlaterne
Drehte sich und flog weg…
Die Straßenlaterne
Stand
Einen Augenblick
Unter dem Vogel
Stand stockstill und bleibt noch auf dem Weg…
Wir sind alle unterwegs.
– Che Chidi Chukwumerije.
Der Vogel
Stand
Einen Augenblick
Auf der Straßenlaterne
Drehte sich und flog weg…
Die Straßenlaterne
Stand
Einen Augenblick
Unter dem Vogel
Stand stockstill und bleibt noch auf dem Weg…
Wir sind alle unterwegs.
– Che Chidi Chukwumerije.
Das klettert aus dem grünen Gemach
meiner zartesten Erinnerungen aus –
Du warst das grüne Feld, langsam
ne, du warst ein Bach, ruhig, mein Dach –
Sorgsam und mein Haus.
Nie war die Natur schöner
als deine Echtheit – Bleib
bleib hierdrin ein bisschen länger
Weib. Bleib.
– che chidi chukwumerije.
Eine Sprache ist nicht einfach eine Sprache
Eine Sprache ergibt sich nicht aus den Worten einer Sprache
Sondern die Worte ergeben sich aus der Sprache –
Eine Sprache ist eine Art zu sprechen
Eine Art zu sprechen ergibt sich aus einer Art zu denken
Eine Art zu denken ergibt sich aus einer Art wahrzunehmen
Eine Art wahrzunehmen ergibt sich aus einer Art zu empfinden
Eine Art zu empfinden ergibt sich aus einer Art zu leben
Eine Sprache ist also eine Art zu leben.
Dein Leben entspricht Dir…
Es spricht sich herum…
Keine zwei Menschen sprechen die genau selbe Sprache
Deine Sprache ist Deine Mutter, sie ergibt Dich…
Meine Sprache gibt mich wieder
Meine Aussprache bin ich –
– che chidi chukwumerije.
Der Genuß des Lebens
Besteht für mich darin
Die Grenzen der Reize ständig auszuweiten
Die ich ohne nach zu geben
Ertragen kann.
Was läufst Du weg von mir
Und steigerst mein Empfinden?
Gefangen zwischen Mensch und Tier
Am Sehnen und am Erblinden.
Du bietest mir körperliche Nähe an
Auf daß ich deine Seele in Ruhe lasse
Aber nein – Ich weiß, was ich will.
Was ist Zeit?
Wir haben die Ewigkeit.
Und Langsamkeit.
– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.
Heute morgen
Frucht meiner Sorgen
Bewegung ohne Worte beschrieben
Die jene Innenorte einst umschrieben
Wohnort meiner wahrsten Freude
Winkendes Gebäude.
Immer wieder lösen sich die Wolken, die Wellen
Die sich in mir zusammenballen, schwellen
Der Regen hält inne, dieser schwüle
Regen meiner Gedanken und Gefühle
Eine Sonne erhellt kurz diese Nacht
Ich sehe einen Lichtstrahl, der sinnend lacht.
Manchmal wirkt es wie eine Erinnerung
Manchmal wie eine erste Begegnung
Manchmal wie eine nie gebrochene Verbindung
Ich erlebe wieder das Land von Heute
Wohnort meiner wahrsten Freude
Winkendes Gebäude.
– che chidi chukwumerije.
Es ist zwanzig Minuten nach Mitternacht,
Mein Schmerz erwacht
Lehrt mich weiter, wie eine Seele lacht,
Was er begonnen hat letzte Nacht.
Die Sonne wird in sechs Stunden aufsteigen
Den Unterricht unterbrechen,
Meine Tiefsten werden wieder schweigen,
Bis die Schmerzen wieder stechen.
Die Nacht wird fallen von Sternen runter,
Der Schmerz wird weitermachen,
Der Geist wird langsam lichter, bunter,
Der Geist wird schließlich lachen.
– che chidi chukwumerije.
Das Wort steigt empor
Übersteigt die Grenze aller Wortspielerei
Eine neue Erneuerung, wir stehen ihr bevor
Und wieder tiefste Anbetung; bei manchen, Träumerei
Die Welt nun voll von Herzen
Die sich sehnen, einfach nur sehnen
Die Welt voll auch von Schmerzen
Und salzigen Tränen
Nun warum weinst du, mein Herz?
Spürst du’s nicht, wonach du dich sehnst?
Warum weinst du so, Menschenherz?
Erträgst du’s nicht, wenn du dich ausdehnst?
Das Licht soll in die Erde einbrechen
Aus dem Gefäß bricht’s: Brot, Wasser und Wein
Das Licht soll dann über die Welt brechen
Und dazu sollst du auch ein Mittler sein.
– che chidi chukwumerije.
Ich habe oft den Eindruck
Der Zug redet zu mir
Von Station zu Station
Was murmelt er?
Er summt, er grollt
Er gähnt und flüstert
Mahnt und schimpft
Neckt und tröstet
Erzählt von Vergangnem
Erkläret Aktuelles
Ein Prophet ist er auch
Er kündet alles –
Vom Mensch und von Technik
Von Einsamkeit
Gruppenseelen, Einzelgängern
Ungeteiltem Leid
Von Angst und Neugier
Und jeder Art von Menschenwesen
Von Fremdsein und Fremdschämen
Und Fremd- und Fremdes-lesen
Davon, daß die Reise
Ein Ausruhen ist
Von dem, was Du tust
Wenn Du bei Dir bist
Vom Klassenunterschied
Gesellschaftsleben
Alles hat einen Preis
Daneben.
Je mehr ich zu höre
Desto weniger versteh ich
Im Kopf
Doch seelisch, geistig
Wachse ich
Auf Erden leben ist nur Dichtung
Ausstieg, ob links ob rechts
In Fahrtrichtung.
– che chidi chukwumerije.
Fern
Ist mein Kern
Fern
Wie ein Stern
Gern
Bleibt mein Kern
Fern
Wie ein Stern.
– che chidi chukwumerije.
Erfahrung kommt
Will meinen Sinn für Abenteuer
Meine Lust nach Neuem
Meine Bereitwilligkeit, Rufen zu folgen
Verdrängen
Mir weg nehmen
Erfahrung hat gezeigt
Niemandem ist zu trauen
Keinem Wort, keinem Versprechen
Du musst dein Herz schützen
Unbedingt
Ich zweifle in der Nacht
Selbstgespräche…
Erfahrung sagt, das Menschenherz
Wird wieder lieben
Egal, was Erfahrung sagt
Denn dazu ist es geschaffen
So grau, diese Maitage
Grüner November, träume ich?
An Schönheit kann alles Sichtbare
Übertroffen sein, träume ich
Das Fremde fühlt sich an wie zu Hause
Eine lange Reise war eine kurze Pause
Es geht wieder nach Hause
Auch da draußen
Denn es ist mir ein Blick begegnet
Wild und angespannt atmet ein Pferd
Aufgeblasener Nase
Blickt nach Links nach Rechts
Weiß nicht wie es
Reagieren soll…
Denn plötzlich ist ihm bewusst geworden,
Ich bin gefangen.
– Che Chidi Chukwumerije.