Dir hätte ich gegeben
Alles und viel –
Anfang, Weg und Ziel
Daneben.
Fast waren wir ganz dabei
Dabei werden wir bleiben –
Das lange Umschreiben
Längst vorbei.
- Che Chidi Chukwumerije
Dir hätte ich gegeben
Alles und viel –
Anfang, Weg und Ziel
Daneben.
Fast waren wir ganz dabei
Dabei werden wir bleiben –
Das lange Umschreiben
Längst vorbei.
Wie hat sie das gemacht? Geschluckt. Gewürgt.
Muskulöses Gefühl
Zarte Handoberflächen, voller Reibung
Steine stürmen den Berg entlang
Avalanchenliebe.
Da laufen vier Füße auf cremigem Strand
Wäre da auch der Wind, käme trotzdem
Nichts ’rüber. Das sind keine Fußklopfen, nein
Herzschlagen. Herzschlagen.
Noch ruhiger wurde es dann
Immer ruhiger. Nicht Küsse sogar.
Nur diese zwei Handoberflächen
Reibungslos sogar. Reibungslos.
– Che Chidi Chukwumerije.
Wer mich will, der hat mich
Der zurück wich, dem wich ich
Aus. Auch.
Ein Gefühl im Bauch.
Zu schwer, Elefantenschrei
Ich fuhr auf, morgenfrüh
Im Innenraum einer rotgelben Wut
Das, was du leckst, das ist mein Blut
Liebe Frau
Das ist mein Blut.
Aufknallt, aufknarrt, aufkracht
Ach! Feuer Feuer
Aufknackt ein blutendes Herz –
Eine dicke langsame ruhige
Flüssigkeit, ausgedrückt wie ein Gedicht
Vom Dichter.
Dichter, Dichter, drück es ’raus.
– Che Chidi Chukwumerije
Du hast mich
Geheilt
Meine Ängste
geteilt
Wie oft sind deine Blicke zu mir
Geeilt
Im Freundeskreis
Einer Unterhaltung?
Ruhig, lächelnd, deine Augen
In meinen geruht
Bis es mir wieder gut ging
Und niemand hat was gemerkt.
– Che Chidi Chukwumerije.
Hinter meinem Augenpaar
Sah ich, da war
Mein zweites Augenpaar, tiefklar
Und was es ungesehen sah
In der Weite, beinah
Machte aus meinem Nein ein Ja
Und vice versa
Was meine ich damit?
Das, was man äußerlich vertritt
Stets innerlich darunter litt
Macht uns schwach und echt und fit
Schritt für Schritt.
– Che Chidi Chukwumerije
Decke.
bedecken.
aufdecken.
entdecken.
die Seele aufdecken, entdecken, bedecken mit einer Liebesdecke.
den Körper schützen, bedecken, schätzen, gewinnen, besitzen, besetzen.
das Stoffliche gewinnen, ohne das Geistige zu verlieren.
– Che Chidi Chukwumerije.
Ich träumte
Eine Stimme hinter mir
Ne Freundin zu ihrer Freundin:
Der ist so stark
Echt, der ist so stark
Das ist krass
Er hat seine Krallen und Zähne
Tief also aber richtig richtig tief
In mich hinein gesunken
Und lässt nicht mehr los…
Ich werde wahnsinnig
Das ist echt so irre!
Tut es nicht weh, hörte ich meine Stimme fragen.
Ne, also Ja. Aber so passt es richtig.
Und ich dachte an uns und war beruhigt
Und war wach.
– Che Chidi Chukwumerije.
Der Wald ist wild mit nackten Bäumen,
Finger, Hände tausendmal
Der Schnee ist weg, ein Raum voller Träumen
Macht seinen weg zurück ins Tal.
Et al, et al.
Zwischen Raum und Raum liegt kurze Zeit
Liegt Bitterkeit, liegt Tapferkeit
Und starkes Öffnen, und Mühe
Und Ruhe – – – und nun, blühe…
– Che Chidi Chukwumerije.
Ich möchte wieder sterben
Nochmals so tot sein
Wie ich es war
Bis deine Augen mich zum Leben lockten
Wer hat dir das Recht gegeben
Mir das Atmen bei zu bringen
Ohne mich vorher zu warnen
Die Luft sei knapp?
Was mache ich überhaupt hier
In einem Gespräch ohne Vertrauen
Wo Lebendiges sich tot stellt
Totes unsere Denkfelder bevölkert?
Und dennoch – jetzt wo ich wieder lebe
Wie schön ist es, nach Luft zu schnappen
Zu lachen, zu weinen, nach zu denken
Schlaflose Nächte wieder zu leiden.
Ich zog aus dem Schlafzimmer
Für eine Nacht ins Wohnzimmer
Wachte um vier auf und las deine WhatsAppnachricht
Come back, I miss you!
– Che Chidi Chukwumerije
Es fängt manchmal mit dem Gefühl,
Besser noch der Empfinden
An,
Manchmal mit dem richtigen Wort –
Manchmal wächst es, langsam, wie die Harmattan-Jahreszeit
Uns anwächst
Oder die zögernden Regen –
Es fällt manchmal aber mit dem Blick erst auf,
Nicht unbedingt dem ersten Blick,
Oder aber ihm auch doch –
Ein Mensch, der wirklich Mensch ist,
Der lebt unter dem Gewicht der Gegenmeinungen
Der Gesellschaft,
Wie eine Blume in der Wüste setzt er sich aber durch –
Das ist das dauerhafte Gedicht.
Das unsichtbare Gesicht, das bleibt doch das einzige Sichtbare…
Es tut weh, lohnt sich aber,
Der verbrannte Finger hat das leckere Essen gekocht,
Die Erdnuss überlebt das Feuer,
das Kind überlebt sein nächtliches Ungeheuer –
Was Wert hat, ist teuer –
Das Wasser ist teuer, das Wasser und das ewige Feuer…
Am Ende schmilzt alles
in sich zusammen ein –
Rauh ist fein, groß ist klein
Farbig ist farblos
Der afrikanische Urwald
Ein europäisches Grünhaus
Ein asiatischer Garten
Jedes sieht wie das andere aus
Das Menschenauge vertieft sich
Vereinfacht hat sich die Welt
Wir schauen um. Laufen von Zelt zu Zelt,
verirren uns nie.
Die Verbindungen sind so
gründlich –
Aufwiedersehen, ein Wiedertreffen, stündlich –
Ein Lied, ununterbrochen, wie eine Schienenbahn
Das Herz trommelt, das Atem pfeift, das Blut rollt entlang
Du kannst reden, was Du willst, von Rassismus
Von Unterschieden, von Babel, von Kommunikationslücken
Es geht tiefer, Bruder.
Wie auch immer, ich verstehe dich immer.
– Che Chidi Chukwumerije.