Eine seltne Melodie
Eine Waldfee war sie
Ein Flötenlied samt Wanderlust
Neugier und Nostalgie…
Und als sie wieder ging
Dies schlafander Schmetterling
Ward’s bittersüß in meiner Brust
Wie Neugewinn und Neuverlust.
– Che Chidi Chukwumerije.
Eine seltne Melodie
Eine Waldfee war sie
Ein Flötenlied samt Wanderlust
Neugier und Nostalgie…
Und als sie wieder ging
Dies schlafander Schmetterling
Ward’s bittersüß in meiner Brust
Wie Neugewinn und Neuverlust.
– Che Chidi Chukwumerije.
Du hast meine Wunde aufgeleckt
Und den Zeigefinger hineingesteckt
Ohne es zu wissen
Vertrautes, zu intim zu teilen
Inniges, zu unerreichbar zu heilen
Verschlossen im Gewissen
Um Ernsteres zu bewachen
Verwendet man viel Lachen
Hin und her gerissen
So lautet die Frage bei jeder Begegnung
Von Schüchternheit und Erregung:
Tschüß sagen oder küssen?
– Che Chidi Chukwumerije.
Nach dem Gefecht eines dornigen Tages
Dicht an Streit, Politik, Geld und Gelten
Bleibt mir nur Feines – für manche, Vages –
Als Ausgleich aus Sepiainnenwelten
Ein paar Strähne des Dichtens
Ein Gemälde, Melodien, eine Geschichte
Parallelraum des feinfühligen Sichtens
Durch das Leichteste aller Gewichte
Töte mich, Poesie, und bring mich neu zur Welt
Seelenverliebt, verwirrt und neu geboren
Entkleide schnell, was mir tagsüber gefällt
Lass wirken, was Innen schlief, verloren.
Wozu denn dieser ganze glatte Fortschritt
Der aus uns lauter leere Hüllen macht?
Jedes Leid ist seines Glückes Schmied
Und den Tag versüßt die Nacht.
– Che Chidi Chukwumerije.
Papa, wo bist du?
Ich wollte doch nur einmal
Mit eigenen Augen die Welt sehen
Erforschen mein eigenes Schicksal
Nicht von dir ewig weggehen
Mama, wo bist du?
Ich wollte doch nur einmal
Dich und deine Welt kennen lernen
Allen Zweifel, alles Unwissen, allen Trübsal
Überzeugt von mir entfernen
Jetzt bin ich endlich da
Und ihr beide sichtbar verschwunden
Auf versuchte Heilung
Folgen unerwartete Wunden.
– Che Chidi Chukwumerije.
Ist mit dem Tode alles aus?
Oder war der Körper doch nur ein sicheres Haus
Das, einst in sich zusammen gebrochen,
Der Bewohner rechnungtragend verlassen muss
Nach Jahrzehnten, Jahren, Monaten, Wochen…
Zum Weiterwandern alleine zu Fuss?
Wie viele Reisende pausieren gerade?
Kaum Einer schaut noch auf seiner Landkarte.
– Che Chidi Chukwumerije.
Ich werde dich lieben
Als wärest du geblieben
Das letzte Wort auf Erden
Behüten, liebkosen
Befruchten mit grossen
Subtilen Gedanken und Wünschen
Benutzen für Hohes
Benutzen für Rohes
Verschweigen mein jedes Versprechen
Aus deiner Tiefe
Schöpfen Begriffe
Und Dich widerwillig verraten.
– Che Chidi Chukwumerije.
Der neue Tag ist eingebrochen
Er kann nicht länger warten
Der Regen, den ich nachts gerochen
Erfüllt ihn mit Erwarten
Du merkst, wie er sich Mühe gibt
Die Führung zu übernehmen
Merkst auch, dass ihm dies nicht gelingt
Fängt an, sich leicht zu schämen
Ein rötlich Färben streift seine Wangen
Er zittert unbewusst
Eine Gänsehaut, ein dumpfes Verlangen
Ergreift seine Brust
Denn der Regen, der die Nacht
Enthäutete wie einen Lauch
Führt weiter mit seinem Liebesakt
Er will den Tag auch.
– Che Chidi Chukwumerije.
Frieden in Brust
Frei von Frust
Wenn das, was Du mußt
Das ist, was Du tust.
– Che Chidi Chukwumerije
Der dürftige Nachtregen
Kehrt abermals zurück
Ich lausche ihm lieber
Als schreiben in meinem Buch
Wäre ich ein Baum
Würde er meinen Blättern
Alte Zeilen bereinigen
Perlen hinterlassen
Ungestört, die Nacht und ich
Der Regen legt sich abermals
Das Schweigen erhebt sich abermals
Weicht und befruchtet mich.
– Che Chidi Chukwumerije.
Lange nach dem ich meine Gitarre
Gespielt und wieder beiseite gelegt
Hatte, antwortete die Nacht, sanft, sachte
Und plötzlich. Geräusche. Die Nacht ist erregt
Dachte ich, als ich durchs Fenster dem Regen lauschte
Und dann roch ich sie, ihre milde Feuchte
Und roch sie noch lange nach dem der kurze Regen
Langsam, lautlos verschwunden war.
– Che Chidi Chukwumerije.