Das Miteinander Klappt nicht ohne einander Beginnt mit dem Füreinander Und durch die Reibung aneinander Schauen wir tiefer ineinander Entschärfen wir das Gegeneinander Finden wir uns zueinander Laufen gemeinsam oder nacheinander In das echte Miteinander. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
über Politik und das Gesellschaftsleben
DIE SELBEN SCHMERZEN
Sonderbare Welt Wo jeder Mensch den anderen Für einen Fremden hält Wortlos an einander vorbei gehen Ohne zu entdecken Daß sie alle die selben Schmerzen In sich verstecken Selbst wortlos würden sie sich verstehen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
VORURTEILE ALS FILTER
Es könnte so einfach sein Ohne Vorurteile als Filter Dinge zu durchblicken fein Aber da haben wir sie Die Vorurteile als Filter Blind machend wie noch nie. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
UNSICHTBARKEIT
Diese Haut lenkt zu sehr ab vom Wesentlichen Der eine will mir helfen Der andere mich schaden wegen meiner Hautfarbe Die eine will mir Unverdientes schenken Die andere Verdientes mir vorenthalten wegen meiner Hautfarbe Der eine erwartet unmittelbaren Zugang in mich Der andere lehnt mich instinktiv vollständig ab wegen meiner Hautfarbe Die eine verarbeitet mich nur mit Vorurteilen Die andere verarbeitet mich überhaupt nicht wegen meiner Hautfarbe Der eine verlangt nur Perfektion von mir Der andere erwartet nur Unfähigkeit von mir wegen der Hautfarbe Die eine glaubt, mich vollkommen zu verstehen Die andere hält mich für unverständlich wegen meiner Hautfarbe Und bei alledem fühle ich mich nur ungesehen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ZUSAMMEN ZIEHEN
Brunnen
Als wäre die Gesellschaft ein Brunnen
schöpfe ich täglich aus ihrem Born
Je mehr wir uns UNS gegenseitig gönnen
zieht mich ihre Kraft weiter nach Vorn…
Die Tiefe in dem Wir scheint unendlich zu sein
Unendlich zu sein ist vollständig zu sein
als Wir – jedes ich erweitert durch die anderen,
alle anderen verbunden durch den einen.
Ein Unfassbares zieht sich im Kreis
durch unsere geschlossene Reihe
Ist es Freude? Ist es Menschlichkeit?
Eine neue Gesellschaft. Eine freie.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ANZIEHUNG DER GLEICHART
Zögernd Wie eine Maus aus ihrem Loch Wagt die Menschheit sich Aus Ihrer Mentalität des Gespaltenseins Heraus - Wagt es sich, es sich vorzustellen Daß es möglich ist, sich zu begegnen Enger mit sich selbst in Harmonie Zu leben. Und dennoch, egal wie eng Die Menschen sich an einander schmiegen Oder gerade deshalb…, Suchen sie in ihren kleinen Gruppen Und kleinen Räumen Um so mehr die Gesellschaft der Gleichart. Frag mich nicht, was Gleichart ist - Entscheide Du selbst, was Du wirklich bist. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WAS MEIN GEIST WILL
Manchmal bin ich so still
Ich weiß selber nicht
Was mein Geist will
Dann schreibe ich ein Gedicht
Wir machen so viel
Und machen es nicht publik
Das Leben ist kein Spiel
Kein Model, keine Politik
Es ist ein Schmerz, der sticht
Eine Sehnsucht nach Mehr
Eine Empfindung vom Dunkel und Licht
Eine Ewigkeit ohne Wiederkehr
Es ist täglich die Suche
Nach der Bedeutung von Gesellschaft
Es ist die unendlichen Versuche
Menschentum zu erheben über Bürgerschaft.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WIR BEGEGNEN UNS
Wir begegnen uns Zwischen den Zeilen von Chatgruppen Überspringen mit jedem Smiley Eine Fülle von Sätzen, die Den Punkt nicht treffen - Worte wollen gehört werden Nicht nur gelesen Gesichter wollen gesehen werden Nicht nur als Smiley vorgetäuscht Menschen wollen getroffen werden Äußerlich - und innerlich. Trennt uns Farbe oder vereint uns Menschentum? Spaltet uns Kultur oder einigt uns Gesellschaft? Geschlecht, Kastengeist, Wohlstand, Behinderung, Orientierung, Bildung, Glaube. Was glaubst Du? Trennen uns Tausend Unterschiede oder verbindet uns Eine gemeinsame Innere Stimme, die Weder mit Ton noch mit Händen spricht Und dennoch immer laut ist, Immer da ist? Zwischen uns. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
NUR WISSEN VEREINT
Nichts ist wilder als Verzweiflung Nichts zynischer als Hass Nichts lauter als die Stimme der Zweiteilung Einer Gesellschaft in Pass und Ohne-Pass Lange dauert der Tiefe Heilung Schwer ist der Weg mit Liebe als Kompass Wichtigster Gegenstand für die Verteilung: Wissen. Der Schlüssel zum Einlass. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WORTE IN DER LUFT
Ich ringe nach Worten Wie ein Sterbender nach Luft schnappt Sie halten mich am Leben. Wieso höre ich keine Stimmen heute Nacht? Ich möchte reden über Teilnahme und Teilhabe Über Beteiligung Darüber, daß alles Andersartige es immer noch schwer hat und manchmal ist es sogar unmöglich, Zugang zu finden zu der Ebene wo Worte die Luft ist, die wir atmen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
