Wenn Waffen alles sind, was Du hast - Massenvernichtungswaffen - weine, geistschlaffe Seele, weine. Du hast den Sinn verroht und verprasst auf der Reise zum Menschen vom Affen. Intelligenz im Aufleuchten verblasst, wo Ziel und Treffer auseinander klaffen. Unter des Evolutionsauftrags Last, gibt‘s nur einen Weg, der dazu passt: die Massen retten durch aufbauendes Schaffen. - Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
über Politik und das Gesellschaftsleben
WIR SIND ERNEUERBAR
Wenn nicht Sonnenblumenöl Dann Rapsöl eben Raps wächst in Deutschland Wenn nicht Erdöl Dann Erdwärme halt Tief unter uns ist es warm In uns brennt ein unbändiges Herz Wenn nicht Steinkohle Dann Wasser, Wind und Sonne Die haben wir auch - Das, was uns ausbremsen soll, erneuert uns, stoßt uns nach Vorne. Mut zum Zusammenhalt Ideen für Veränderung Alles haben wir, nur keine Angst. Die Gegenwart ruft: Nutzt die Chance, Haftet Euch nicht an der Vergangenheit; Passt Euch der Zukunft an. - Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
STRANDGUT
Wusstest Du, daß täglich ein Strand Dir Gesellschaft leistet? Denn, und ich spreche nicht von Deiner Seele, eine Gesellschaft ist ein Strand. Ne, ich spreche doch von einer Seele. Kultur, Gedächtnis, Geschichte, Art, Sehnsucht sind der Gesellschaft ihre Seele, wie das Meer dem Strande, das kommt und geht, wegnimmt und hinterlässt. Und so laufen wir täglich am Strand durch die Stadt, durch das Dorf, hinterlassen Fußabdrücke und Flaschenpost, Trophäen und Träume, die von der Volksseele geschluckt werden - Und alles Strandgut, das uns täglich begegnet, das Hässliche, das Schöne, das Neue, das Alte, kommt aus der Tiefe der Volksseele, zeigt sich kurz - und wird wieder geschluckt. Wird wieder verborgen, gehütet und versteckt. - Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung

Nach dem ich mein heutiges Gedicht schrieb, kramte ich dieses „alte“ Foto von vor 2 Jahren aus. Der Nordsee und vor allem das Wattenmeer haben zu meiner Seele gesprochen.
AUCH SCHWARZE SIND MEHR
Schwarze haben nicht nur zu klagen.
Nicht nur Geschichte zu ertragen.
Haben auch Umgewöhnliches zu sagen.
Bei näherem Betrachten Normales.
Schwarze haben nicht nur zu feiern.
Nicht nur lustig herum zu eiern.
Haben auch Ungewöhnliches zu entschleiern.
Bei näherem Betrachten Normales.
Menschliches. Ich kann Gedanken lesen.
Augen-blicke sind Gedichte. Einfach ablesen.
Die Gesellschaft birgt unzählige Wesen.
Klischees durchbrechen ist etwas ganz Normales.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WAS HABEN WIR NOCH ÜBRIG?
Wenn der Krieg jetzt käme,
was hättest Du?
Grundgesetz oder Grundstück?
Welches sichert Dir Ruh?
Wer besitzt Edelmetall oder Mineral?
Wer hortet Waffen?
Unser armes Ergebnis von Jahrtausenden
von evolutionärem Schaffen.
Was haben wir übrig?
Machtgier, Ichsucht, Fremdenfeindlichkeit.
Da Menschen keine Aliens sind,
herrscht hier bloß die Menschenfeindlichkeit.
Die Übermacht des Stärkeren,
des Schwachen Machtlosigkeit.
Erneut die enttäuschte Sehnsucht
nach friedfertiger Menschlichkeit.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SCHWARZE FLAMME
Ich renne Dir hinter her
wie ein brennendes Rad –
Du rennst immer schneller
wie aus Angst vor dem brennenden Rad –
Ich kann nicht stoppen zu brennen
Du kannst nicht stoppen zu rennen
Und unser Paradox kann nicht stoppen
uns voneinander zu trennen –
Den Schwarzen Mensch und sein Uhuru,
das vor ihm zu fliehen scheint, wie sein Schatten.
Bleib stehen, Selbst, ruft sein innerer Guru:
Such Außen Nichts, was wir Innen stets hatten…
Denn je lauter Du mit der Welt schimpfst,
desto tauber wird die Welt…
Zünde lieber in Dir eine Flamme,
die die Welt erhellt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
VIELFALT DER MENSCHHEIT
Wir sind so verschieden –
Fünf Hautfarben genügen nicht,
um Vielfalt zu wiedergeben.
Ein Regenbogen reicht nicht aus,
um unsere Lichter zu widerspiegeln,
wenn wir uns der Sonne öffnen.
Wir sind aus verschiedenen Empfindungen geboren,
aus unterschiedlichen Gedanken gekleidet
und verkörpern jeder ein einzigartiges Bewusstsein.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DIE MACHT LIEGT BEI MIR
Ganz egal wie ich den Baum nenne
Er ist Baum
Fluss kaum
Ganz egal wie ich den Fluss nenne
ist er Fluss
der fließen muss
Wie Du mich bezeichnest
kennzeichnet Dich
nicht mich
Wie ich lebe und mich gebe
ändert die Welt
die sich dadurch weiterentwickelt.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ANGEHALTENER ATEM
Die Bilder, die uns hätten mahnen sollen,
ernteten uns, und siegessicher, Erlahmung
Die Bilder, die uns hätten warnen sollen,
signalisierten stattdessen Entwarnung
Die Bilder,
die uns an vergangenes Übel erinnern sollten,
angeblich wilder,
lenkten uns vom heute begangenen Übel ab,
anscheinend milder.
Doch Fremdenhass kommt heute
niemals angekleidet wie gestorbene Leute –
Er zieht T-Shirts von heute an
sieht cool aus, normal, aufgetan
und tanzt im Club dann und wann.
Hass braucht keinen Grund, zu hassen.
Dein Dasein ist ihm Boden genug.
Generation für Generation wächst seine Ungeduld.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WENN DU DEN SCHMERZ NICHT MEHR FÜHLST
Wenn Du den Schmerz nicht mehr spürst,
bist Du stark oder bist Du taub geworden?
Wenn Du die Nacht nicht mehr hörst,
bist Du hell oder bist Du taub geworden?
Oder wie soll ich das sonst sagen?
Ich lief durch den Tag, durch die Stadt
und sie fühlte sich nicht mehr fremd an.
Bin ich wach geworden oder bin ich tot?
Wie kann etwas einst neu und fremd
sich anfühlen jetzt wie eine Heimatstadt?
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
