OFFEN FÜR ANTWORTEN

Die Grenze stand an mir
Und konnte mich nicht überqueren
Denn egal wie sehr sie sich verschloß
Blieb ich offen…

Offen für weniger, offen für mehr
Offen für Antworten, die zu mir heimkehren
Und jede Antwort, die sich mir erschloss
Ließ mich weiter hoffen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

MEHR ALS FARBE

Anonym und incognito sein
Unsichtbar
Nicht extra und ständig wahrgenommen
Zu werden
Habe ich erkannt
Ist wertvoller als Silber und Gold.

Ist Schwarz eine Farbe?
Ich denke nicht.
Schwarz muß mehr sein, als nur Farbe
Es ist bestimmt was Anderes, das anzieht
Und abstoßt und Raum nimmt –
Sonst macht das alles keinen Sinn.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

KENNE DEINE ART

Keine Zeit für Bullshit
Mein Feind trägt nicht nur fremde Haut
Er sieht auch aus, wie ich
Auch das sage ich, und ich sage es laut

Die äußere Gleichart brachte uns
So weit, daß wir gegenseitig
Die fehlende innere Gleichart erkannten
Und suchen sie nun anderweitig.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

ERGÄNZENDE GLEICHART

Wer bin ich? Woher komme ich?
Wem gehöre ich?
Wo kommt der Regen her?
Vom See und Fluss oder von den Wolken?
Von der Sonne?
Oder vom Kreislauf der Natur?

Gehörst Du einer Nation oder einer Rasse?
Einem Geschlecht? Einer Neigung?
Oder einer Charakterart?
Wer kann Dir Deine Einsamkeit nehmen,
Dich begreifen, Dir entsprechen?
Dich spüren lassen, Du bist jetzt Zuhause.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

WENN FRIEDEN IMMER WÄRE

Ich träumte heute von Frieden
Nicht von Frieden morgen
Sondern von Frieden gestern…

Ich träumte, daß keine Atombombe
Gebaut wurde, weil keine Kriege
Geführt wurden. Ich träumte

Daß keine Grenzen verletzt wurden
Weil nur natürliche Grenzen bestanden
Verstanden innerlich von allen Menschen

Und der gestrige Frieden meines Traums
War so stark, so tief, so echt, so lebendig
Es brauchte keiner mehr von Frieden zu träumen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

RASSISMUS 2.0

Wer unterdrückt werden sollte
Darf nicht laut schreien dürfen
Lautlos soll er erwürgt werden

Wenn sie Rassismus beklagen
Klagen wir sie dafür an!
Unser Gericht wird uns sicher Recht geben

Diskriminierung 2.0
Rassismus 2.0
Wir bringen es Euch schon bei

Polizei und Politik und Justiz
Wir lassen unser Volk niemals im Stich
Wir haben die Mittel, die Medien

Ihre Stimmen totschlagen
Totschweigend
Wir führen wieder das Wort laut!

Das Imperium schlägt zurück
Gegenteiliges soll wieder unterdrückt
Heil zum Unheil, Glück zum Unglück.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

TAG DER EINHEIT

Ist es kindisch
dem, dem ich angeblich
fremd bin, zu zu lächeln
und ehrlich zu beichten:
Wir sind alle Geschwister im Geiste
in meinem Herzen?

Ich träume von dem Tag, einmal im Jahr,
an dem für vierundzwanzig Stunden
jeder jedem sein Herz öffnet
und diese Beichte ehrlich zu läßt:
Wir sind Geschwister im Geiste
in meinem Herzen.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

MENSCHEN, WIE MONDE

Menschen, wie Monde,
Sind näher nicht das, was sie weitaus scheinen
Lachen sie? Nein, sie weinen

Menschen, wie Monde,
Wechseln ständig phasenweise ihre Absicht
Nennen das Gezeigte ihr Gesicht

Menschen, wie Monde,
Ziehen ihre Bahnen, brauchen ihren Raum
Und sind doch gefangen in eines andern Traum

Schick zuerst Deine Sonde
Etwas aus Deinem Inneren, was Inneres in anderen erweckt
Denn viel zu viel ist in dem Menschen versteckt.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

GÄSTE DER NATUR

Wie viele Rassen sind wir?
Wie viele Rassen waren wir einst?
Wie viele Rassen werden wir sein?
Alle rätseln
Runzeln mit der Stirn
Die einen rasten aus
Die anderen ruhen in sich
Und keiner rudert zurück.
Nur die Natur, die Natur wird das regeln.
Die Natur hat Recht.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung

POLIZEILICH BEKANNT

Das Traurigste in einer Gesellschaft
Ist der Verlust an Vertrauen
In den Beschützer unseres Vertrauens
In die Vertrauenswürdigkeit unserer Gemeinsamkeit.

Das vertrauteste Gesicht des Staats
Ist nicht der/die Bundeskanzler/in
Das bekannteste Gesicht des Staats
und sein Herz, ist der/die Polizist/in.

Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung