Ich weiß nicht warum ich schweige
Mein Herz schreit
Wieso kann das keiner hören?
Ich habe nun Mitleid
mit Geistern, die ohne zu stören
einsam Abschied nehmen und aufsteigen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich weiß nicht warum ich schweige
Mein Herz schreit
Wieso kann das keiner hören?
Ich habe nun Mitleid
mit Geistern, die ohne zu stören
einsam Abschied nehmen und aufsteigen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Mein Schmerz wächst tiefer
als Du mit steten Handbewegungen
ihn lindern kannst. Er dringt einfach weiter
in die Tiefe hinein, und tut auch Dir
irgendwann dort weh.
Jetzt leiden wir beide an meinem Schmerz
Und alle unsere Gespräche brechen
das Schweigen zwischen uns nicht.
Nicht mehr.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich war zu oft am falschen Platz
Ahnte es, wollte es nicht ahnden
Ignorierte das komische Gefühl im Bauch
Doch Schmerz ist der bessere Lehrer
Er war das Feuer nach dem Rauch
Immer und immer und immer wieder
Nun habe ich ihn gut verstanden
Du musst keinen anderen Grund haben
Um Dich zu schützen,
Als eine Empfindung unbequem am Nagen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Menschen kommen und gehen
Und wenn sie gehen
bleiben sie in uns stehen
während sie im echten Leben weitergehen
Und wenn sie wieder kommen
innerlich zu- oder abgenommen
wie eine Kopie eines alten Bilds verschwommen
begreifen wir, nichts im Leben bleibt stehen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich spüre Dich sehr
Du weißt es
Ein Zittern in Deiner Stimme
beweist es
So winzig, und dann rauh
umkreist es
Mein Verlangen. Blühe, Zittern.
Doch heißt es
trotzdem, Du warst zu zärtlich.
Beiß es.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Einer lebt täglich 24 Stunden
Aber nur in den paar Minuten
In denen er sein Tagesgedicht schreibt
Taucht er aus dem Tode heraus
Und lebt, ganz kurz.
Einer stirbt täglich 24 Stunden.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Was willst Du mir sagen
Hessische Nacht?
Der Wald ist zu alt für mich
Ich verstehe ihn nicht
wenn er flüstert, wenn er träumt,
wenn er schweigt oder lacht.
Der Neuschnee ist uralt.
Meiner tiefen Empfindung Gewicht
beschäftigt lehrend mich –
Ich habe es nicht ausgedacht:
Ein fremder Geist spricht durch mich
in meinem jeden Gedicht.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Wenn du nur die Nacht wärest
Würde ich dich lieben
Wenn du nur der Tag wärest
Würde ich dich nehmen
Wenn du nur der Winter wärest
Würde ich dich mit Träumen schmücken
Mit Dir kuscheln
Aus dem dunklen Fenster mit Dir gucken
Während es draußen schneeregnet.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Gedankenleer
Empfindungsvoll
Ich schreie in Dur
Und schweige in Moll
Mein Kopf redet daneben
Mein Herz führt Protokoll:
Was ich haben soll,
Mehr Haben, weniger Soll
Danach gedankenlos
Dennoch empfindungsvoll.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Schreibt Protokoll Geht einkaufen Schiebt Überstunden Hält das Büro am Laufen Geht Kompromisse ein (F)Akten balancierend Deadlines frühzeitig haltend Schlüsse akzeptierend Schaut immer wieder auf das Handy Steht plötzlich auf Ich muss jetzt zu meinen Kindern Ich mache den Rest von Zuhaus Kurz nach Mitternacht Nochmal eine letzte Mail Sitzt morgen wieder lachend im Büro Mit müden Augen parallel. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung