Eine schüchterne Sonne ist zuweilen alles
was Du an Wärme brauchst.
Du musst sie nicht mal sehen. Fühlen
reicht, damit Du zögernd auftaust
und wie die Sonne lächelnd auftauchst.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
.
Eine schüchterne Sonne ist zuweilen alles
was Du an Wärme brauchst.
Du musst sie nicht mal sehen. Fühlen
reicht, damit Du zögernd auftaust
und wie die Sonne lächelnd auftauchst.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
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Wie viel Nähe verträgt die Distanz zum Fremden?
Ich wünsche, ich könnte Dir meine Gedanken so nah bringen,
Du würdest sie für Deine halten. Und so weit entfernen,
Du könntest sie nie mehr berühren oder in sie eindringen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
So Dunkel war es noch nie
In meiner Erinnerung
Und ich bin Schwarz
Ertrug schon immer Xenophobie
Ungebrochen
Als wäre mein Blut aus Harz.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Wie kam ich dazu
Neben mir zu stehen?
Werde ich mit mir wieder einig
Wenn ich neben mir gehe?
Wann bin ich stärker:
Wenn ich einer bin oder zwei?
Denn einer kann sich vergessen
Doch zwei erinnern sich gegenseitig.
Aber einer ist auch mit sich stets einig
Und zwei lähmen sich durch Streit.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Mein Herz genanntes Etwas
traf auf Liebe genannten Haß
teils durchsichtigen Glas
teils bodenlosen Fass
so unendlich ich vergaß
es war Haß
und nahm an, das
muß die Liebe sein, der Anlass
zum weltweiten Spaß
an dem Nähren und Ausleben von Haß.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Wer ist glücklicher?
Der seinen Freund kennt
oder der seinen Feind erkennt?
Wer ist unglücklicher?
Der seinen Freund nicht kennt
oder der seinen Feind nicht erkennt?
Der Mensch weiß nicht, was Haß ist
bis er versteht,
daß der für immer besteht,
nie weg geht.
Nur die Liebe kann den Haß bezwingen
aber nicht in dem, daß sie ihn befreundet.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Schuppen fallen von Augen
von einstigen Puppen –
gefährdete Gruppen naiv und nichtsahnend
tanzend vor feindseligen Truppen, abschussbereit.
Aber sie teilen mit Euch ja ihre leckeren Suppen,
arme dankbare Puppen. Eure Berge
sind kümmerliche lächerliche Kuppen
von wo Ihr fremde Sternschnuppen bewundert
während Eure Feinde Euch ständig verkleinernd schruppen,
arme Puppen an Euren Kluppen hängend
bis Ihr verschwindet wie ausgerauchte Fluppen… –
zum Glück fallen die Schuppen nun von Euren Augen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Für wen schreibst Du?
Gegen wen reibst Du Dich?
Wohin treibt Dich Dein Ohr für Menschenmeinungen?
Nichts ist einfacher
nichts ist mutiger und schwerer
als für Dich selbst zu schreiben
und dem Schweigen zu lauschen
und Dich darin schreibend auszutauschen
mit Deines Inneren wogendem Rauschen.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Die Lampe, ihr Leuchten
von Palmwedeln geschirmt
blickt verblümt durch den dunklen Raum.
Allein ihr Schimmer, zögernd, bahnt
meinen Augen einen Pfad zu Dir,
täuscht uns den Anschein eines Blickkontaktes vor,
einen, den nicht mal die forschen Sonnenstrahlen
je hier vor finden würden,
denn wir blickten von jeher stets
aneinander vorbei. Egal
wie viele Lampen ich im Raum anschalte,
wir sehen uns trotzdem in diesem Dunkel nicht.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung
Ich möchte wieder
wie ein Kind
Bücher lesen, Lieder
hören, die kindlich sind.
Vaterstimme
Mutterstimme
Innere Stimme
schaukeln die Wiege
in der ich träumend liege…
Augen zu, atme sacht
inneres Kind, gute Nacht.
– Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der deutschen Dichtung