Manche surfen das Netz Manche surfen Herzen und zünden dadrinnen Kerzen an Nicht Kakophonie, sondern Symphonie, Harmonie und Sympathie verlangt von uns das Schöpfungsgesetz. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WIE TIEF DEIN HERZ IST
So viele Gedanken sind Erinnerungen die als Gedanken und Empfindungen zurückkehren. Wie tief Dein Herz ist weisst Du nicht Wenn Dich Schmerz frisst möchte das Licht Dich Tiefe lehren. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
EINSAMKEIT IST NICHTS
Einsamkeit ist nichts, was irgendeiner kommt und Dir abnimmt oder lindert - Sie ist die Sehnsucht in Dir nach Deiner eigenen Persönlichkeit, die gehindert ist an ihrer Entfaltung durch ungenügend Selbst-konfrontation, -Wissen und -Akzeptanz, tiefer als das innere Kind oder innere Jugend, der Erwachsene muss kennen seine (Ir)Relevanz. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
BEFREIT
Ich gehe immer weiter Hoff nicht auf meine Rückkehr Die rückt nicht näher Die kommt, ich komme, nie mehr Ich bin ein Befreiter Eure Fesseln haben mich innerlich befreit Eure Angriffe machten mich vor neuen gefeit Eure Wegelagerer geben mir sichres Geleit. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DEINE SPRACHE
„Komm“ ist keine Sprache, sondern die Art und Weise, wie Du „komm“ sagst, das ist eine Sprache. Deutsch ist keine Sprache, sondern die Art und Weise wie Du Deutsch sprichst, das ist eine Sprache. Deine, persönlichst. Weder Dialekt noch Grammatik kann sie ändern. Du kannst keine neue Sprache über eine App oder in einer Schule lernen - Liebe ist eine Fremdsprache, aber die Art und Weise wie Du liebst, das ist Deine Sprache. Und Deine Liebhaber verstehen sie ohne sie vorher zu erlernen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
SELBSTRAUM
Menschen wie Luft Einatmen, ausatmen Verbrannt, verpufft Schreie und Hymnen Zahllos wie die Sterne im All Wie die Sterne nah doch fern und überall Wie die Sterne erst der Urknall Danach entfernen sie sich voneinander kontinuierlich… Welt-, nein, Selbstraum. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GEDULDIG MIT ERLEBEN
Zu einem Menschen ohne Geduld kannst Du nicht sagen Hab Geduld Zu einem Menschen mit Angst oder Wut kannst Du nicht sagen Hab keine Angst oder hab keine Wut Was Du hast, hast Du Was Du nicht hast, hast Du nicht Nur durch Erleben lernst und wächst Du, Durch Worte allein nicht. Lass die Ungeduldigen ihre Ungeduld erleben Lass die Ängstlichen ihre Angst erleben Lass die Wütenden ihre Wut erleben - Ohne Sichselbstsein kein wahres Erleben Erleben und die Rückwirkung wieder erleben Eine Schule ist das Erdenleben Ohne Erleben kein Werden, kein Leben. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ZUSAMMENFAHREN
Sollen wir zusammenfahren? Der Sitzbezug sieht aus wie ein brennender Wald, rot mit Tigern und Palmen. Keine Distanz ist genug, der Nebel am Zugfenster bleibt unser Limit. Du musst meine, ich Deine, Aussicht sein auf einer Empfindungsreise durch Innenwelten, wo das Wahrsein mehr zählt als der Fahrschein und nur natürliche Schöpfungsgesetze gelten. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GEDANKENSPIELE
Gedanken wandern unter uns wie Geister, suchen neue Sklaven und neue Meister, überfallen uns; Entschuldigung: fallen uns ein. Mein Herz, mein Herz, wie tief Du bist, erkennst jeden Gedanken so wie er ist - Klopf, Klopf. Aber Du lässt nicht jeden herein. Geben und Nehmen und ahnen es nicht, das ist unser Leben hinter unserm Gesicht. Klopf, Klopf. Aber Du lässt nicht jeden herein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
PANORAMAAUGEN
Ihre Augen waren so groß wie Panoramafenster, durch die ich meine ganze große Welt, vor mir ausgebreitet und erhellt, erblickte; einladend, komm herein, erkundige mich, mach mich ganz Dein Heimatland. Lass mich nie wieder allein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
