EINE NACHT OHNE ERKLÄRUNG

Eine Sonne, weißer wie gelb
Blauer wie rot; grün oder schwarz
Weich werden, Sonne, werde weich über die Elb
Weich über den Main und weich über den Inn
Weich wie zu meinem Beginn
Denn hier kommt der Mond, nacht-schwarz
Er sammelt wie ein Becher der Sonne Fluss
Scheidet ohne Erklärung, noch Gruß, noch Kuss.

– che chidi chukwumerije.

BLEIB

Das klettert aus dem grünen Gemach
meiner zartesten Erinnerungen aus –
Du warst das grüne Feld, langsam
ne, du warst ein Bach, ruhig, mein Dach –
Sorgsam und mein Haus.

Nie war die Natur schöner
als deine Echtheit – Bleib
bleib hierdrin ein bisschen länger
Weib. Bleib.

– che chidi chukwumerije.

VERZEHREN

Der Genuß des Lebens
Besteht für mich darin
Die Grenzen der Reize ständig auszuweiten
Die ich ohne nach zu geben
Ertragen kann.

Was läufst Du weg von mir
Und steigerst mein Empfinden?
Gefangen zwischen Mensch und Tier
Am Sehnen und am Erblinden.

Du bietest mir körperliche Nähe an
Auf daß ich deine Seele in Ruhe lasse
Aber nein – Ich weiß, was ich will.

Was ist Zeit?
Wir haben die Ewigkeit.

Und Langsamkeit.

– CHE CHIDI CHUKWUMERIJE.

NEUE LIEBE

Erfahrung kommt
Will meinen Sinn für Abenteuer
Meine Lust nach Neuem
Meine Bereitwilligkeit, Rufen zu folgen
Verdrängen
Mir weg nehmen

Erfahrung hat gezeigt
Niemandem ist zu trauen
Keinem Wort, keinem Versprechen
Du musst dein Herz schützen
Unbedingt

Ich zweifle in der Nacht
Selbstgespräche…
Erfahrung sagt, das Menschenherz
Wird wieder lieben
Egal, was Erfahrung sagt
Denn dazu ist es geschaffen

So grau, diese Maitage
Grüner November, träume ich?
An Schönheit kann alles Sichtbare
Übertroffen sein, träume ich

Das Fremde fühlt sich an wie zu Hause
Eine lange Reise war eine kurze Pause
Es geht wieder nach Hause
Auch da draußen

Denn es ist mir ein Blick begegnet
Wild und angespannt atmet ein Pferd
Aufgeblasener Nase
Blickt nach Links nach Rechts
Weiß nicht wie es
Reagieren soll…
Denn plötzlich ist ihm bewusst geworden,
Ich bin gefangen.

 – Che Chidi Chukwumerije.

PANIKATTACKEN

Dieses Herz
Hart bangend
Denn sie gucken mich doch alle
So komisch an

Die Blicke sind dunkler
Ich schwöre es

Diese Gedanken
Sie fallen mir ein, nein
Überfallen mich
Denn ich bin ja Nährboden
Fremder Gedanken –
Ich bin Dichter…

Du kannst mich nicht retten
Niemand kann, vergiß es
Liebe mich einfach
Liebe mich tief, bedingungslos, wild, hemmungslos
Ganz tabulos…

Du lügst, ich habe keine Panikattacken
Ich will nur lieben
Und geliebt werden, atemlos.

– Che Chidi Chukwumerije.

REICH

Du machst mein Herz reich und weich…
Du bist ein Teich, in den ich tauche
Ein Halt, den ich brauche…
Ein etwas in meinem Bauch –
Du machst mein Herz weich und reich.

– che chidi chukwumerije.

LASS

Laß mich
Dich erreichen,
Dir entweichen
Dein weiches ich…

Ich guck hinein
In Dich hinein
Der Abendwein
Der Morgenschein

Glüht und glüht
Und glüht…

Laß mich
Dich erreichen,
Dir entweichen
Und streicheln,

Mein Schatz,
Dein weiches ich.
Dein weiches
Ich…

– Che Chidi Chukwumerije.

LIEBE

Warum bin ich von der Liebe
stets heimgesucht?
Sie schlägt mich mitten im Unerwarteten,
erweckt die tiefste Sehnsucht.

Sie zerreißt mich, durchwühlt mich,
stellt mich unter ihre Macht –
Sie überrascht mich, schwächt mich, bricht mich…
gibt nie Acht

auf meine Ängste, Hoffnungen, Vorurteile,
treibt mich gnadenlos zu meinem Heile.

Du brennst, Herz,
als würdest Du gleich verbrennen
und möchtest an einem Tag
gleich alle Ewigkeit erkennen.

– Che Chidi Chukwumerije.

MEINE SONNE

Eine Nacht wie jene Tage
An deiner Seite
In deiner schönen Weite

Schade. Du hasst mich jetzt
Nur Haß kann die Liebe ersetzen
Nur Nacht kann dem Tage folgen

Ferne ferne bleibe ich deinem Hassen
Bis es sich ausgehasst hat…
Meine Sonne wird aufsteigen –

– Che Chidi Chukwumerije.

WARST DU?

Warst du? Wo, du, wo? Irgendwo
Ist nirgendwo. Bleib fern

Nicht mehr so viel gibt es
Noch zu haben

Alles hat ein Ende – nichts
Hat zwei.

– Che Chidi Chukwumerije.