Ich weiß nicht warum ich schweige
Mein Herz schreit
Wieso kann das keiner hören?
Ich habe nun Mitleid
mit Geistern, die ohne zu stören
einsam Abschied nehmen und aufsteigen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich weiß nicht warum ich schweige
Mein Herz schreit
Wieso kann das keiner hören?
Ich habe nun Mitleid
mit Geistern, die ohne zu stören
einsam Abschied nehmen und aufsteigen.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Mein Schmerz wächst tiefer
als Du mit steten Handbewegungen
ihn lindern kannst. Er dringt einfach weiter
in die Tiefe hinein, und tut auch Dir
irgendwann dort weh.
Jetzt leiden wir beide an meinem Schmerz
Und alle unsere Gespräche brechen
das Schweigen zwischen uns nicht.
Nicht mehr.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich höre nichts Und doch ist die Nacht lauter Als der Tag. Ich höre alles - Stimmen Gedanken Empfindungen Erinnerungen Und doch hat die Nacht nichts gesagt Sie schweigt. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Wer fragt führt Wer antwortet verführt Wer schweigt spürt Wer zuhört berührt. Che Chidi Chukwumerije ♦ Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Möchte so sehr schweigen denn sprechen ist das Ziel verfehlen. Nicht verstanden zu sein - nichts kann das Herz mehr quälen. Ein langes, lachendes, leeres Gespräch - so leicht ist es, mich zu bestehlen. Lange, lachende, leere Gespräche… bringen mich dazu, mich zu stählen. Meine Seele hungert und dürstet, was willst Du mir als Nahrung empfehlen? Würdest Du mit mir schweigen? Und was würdest Du mir dabei erzählen? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Schweigen tötet Es ist das unerträgliche Gewicht. Brich Dein Schweigen bevor Dich Dein Schweigen bricht. Schweigen brechen tötet Wer hat das noch nicht erfahren? Wahre Dein Schweigen und es wird Dich auch bewahren. Und wenn Du unsicher bist, hör auf Deine Empfindung. Und wenn Du sicher bist, hör auch auf Deine Empfindung. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Wenn Stimmen und Lärm die Leinwand sind, Auf die Du Dein Schweigen malen musst, Ist die Stadt eine unendliche Leinwand - Genug Brust breit genug für Deine Lust. So lang gerieben, Schweigen aber ist wund Durch Begehren der Stadt und ihre Frust; Denn das Schweigen geht gegen den Trend, Gleichzeitig ignorierend und benutzend bewusst Die Mischung aus geschwollenem Vollmond Und der brennenden Stadt mitten im August. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Hast Du schonmal zwei Menschen
reden gehört
und mit keinem Wort verrieten sie,
worüber sie wirklich redeten?
Hallo. Wir geht‘s Dir?
Lange Zeit. Danke, mir geht es gut.
Und Dir? Auch. Auch. Schön,
Dich mal wieder zu sehen. Ja…
Eine Umarmung… Sie gehen
ihre getrennten Wege wieder. Einst
waren sie beste Freunde, Liebhaber sogar,
aber das ist lange lange her.
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Wie angeordnet und vorgegeben sinnlos los babbeln - alles klein reden. Der Trick ist, nicht groß zu denken. Hauptsache nicht durch Schweigen die Aufmerksamkeit auf Deine wahren Gedanken lenken. Auf Deine großen Gedanken. Lenke lieber mit Worten ab. Mit kleinen Worten wie Luft verpackt in großen Geschenken. Nicht der Dauerschwätzer stört heutzutage sondern der Schweigsame. Schweigen ist zu tief, zu schwer. Smalltalk erleichtert uns doch das Gemeinsame. Geht‘s Dir nicht gut? Fragen ihn alle, eine Plage. Lasst mich!, schreit der Einfühlsame, innerlich. Fragt sich, ich und der Kleinredner - wer ist hier wirklich der Einsame? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Ich habe ein großes Bedürfnis nach Schweigen, nach einem großen randlosen Schweigen ohne das Geräusch von Mensch oder Technik, von Tieren oder Elementen oder Gedanken. Ein Schweigen so tief, daß ich in seinen Armen meine allererste, älteste, ur-sprüngliche Empfindung wieder vernehme, aus der ich gesprungen bin, aus der ich geworden bin. - Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung