Keiner kann mich aufhalten, der mein Ziel nicht kennt - Das, was sie dafür halten, war nie mein Element - Ich war nur zwiegespalten, ein blindes Instrument, bis ich in dem Verwalten meines Weges als Experiment alle meine Seiten, die alten und neuen transparent durchlebte und könnte entfalten mit meinem Temperament. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
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SEIN LASSEN
Wenn ich überlege, wieviel ich mich verändert habe in den letzten zehn bis 15 Jahren, dann bin ich froh, daß ich so viele neue und unterschiedliche Sachen gewagt und gemacht habe. Denn wenn Du vieles bist, musst Du auch vieles sein, um durch Erleben vieles durch- und aus- und abzuleben – und somit vieles sein zu lassen – damit zunehmend nur das zurückbleiben kann, was Du wirklich bist.
Che Chidi Chukwumerije


GEDULDIG SUCHEN

Ich suche manchmal geduldig über Jahre und Jahrzehnte bewusst und beständig die Antwort auf eine winzige Frage die ich in mir trage. So winzig, Du könntest denken: witzig!, was ist das denn!? Das ist meine Sehnsucht nach Klarheit, meine Bedürfnis nach Wahrheit. Und ich kann warten still, geduldig, auch wenn ich äußerlich herumtreibe, beschäftigt, die Antwort erhaltend langsam in Schritten klein und groß gleichsam. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WOLLEN WIR WOLLEN
Wollen wir haben müssen wir wollen Wollen wir wollen müssen wir spüren Wollen wir spüren müssen wir suchen Wollen wir suchen müssen wir unzufrieden sein unruhig sein, entschlossen sein los zu lassen was wir bereits haben und zu zu lassen neue Lust am Sein und ein neues Bewusstsein. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
GEFANGEN IM VERLANGEN
Mein Tag hatte mehr Menschen als Minuten Aber ich konnte sie trotzdem alle lesen Mehr Gedanken als Sekunden Doch ich bin immer in der Gegenwart gewesen Und ich habe sie alle gefangen. Es wurde gelacht und nachgedacht Und es gab nicht genug Stunden Die Menschen waren wie Flugblätter, Informativ, überall habe ich sie gefunden, Gelesen, aber sie stillten nicht mein Verlangen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
MEHR IN DIR
Komm zu mir Ich öffne Dich Dir Nicht mir Du bist Dir das größere Geheimnis Das wichtigere Du musst es nur zulassen Folgen, wenn ich Dich führe Du wirst Dich neu begreifen und fassen Wenn ich Dich innerlich berühre. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
HEIMAT ERDE
Wie kann ein Planet So groß und so klein sein Gleichzeitig? Du kannst überall hinreisen Bist nirgendwo zu Hause Die Welt umkreisen Machst nirgendwo eine Pause Lang genug um anzukommen Denn dafür reicht eine Leben nicht Anscheinend. Und wenn Du zu Deinem Anfang wieder kehrst Reicht auch dort den Rest Deines Lebens nicht mehr Um wieder anzukommen. Mutter Erde, die alte Reisende, Hat aus uns allen Heimatlose gemacht. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
REGE
Wer alles schon weiß Der schreibt keine Gedichte Er schreibt Vorträge Nur Suchende schreiben Gedichte. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FRUST
Manche kommen ohne zu gehen Manche gehen ohne zu kommen Manche kommen ohne abzugehen Manche gehen ohne Abkommen Frust Lust Was Du musst Unterscheidet sich von dem, was Du tust Sehnen, dehnen Nehmen, genommen Fragen, verzagen Weder gehen noch kommen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
NEUES WOHIN

Durchstöbere alte Denkkammer Regale leer Auf Schatzsuche tiefer tauchen Innere Einkehr In Empfindungsfluss hineinfallen Es ist als wär Ich neugeboren. Neues Wohin Aus altem Woher Weshalb ich immer dann wenn ich Mich nicht erklär Richtig liege, ist meins. Aufgetaut Ich schmerze sehr Sinken und steigen gleichzeitig Leicht wenn schwer Das Fließen übernimmt die Kontrolle Und will Meer. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
