Fünf Tage sind viel Denk nicht, daß es schon vorbei ist Zeit ist nur ein Bei-spiel Abgelaufen ist noch nicht die Frist Dein Jahr könnte noch urplötzlich eine neue Wendung erhalten. Letzte Momente tun bekanntlich Überraschungen enthalten. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
Veränderung
JAHRE WIE JAHRZEHNTE
Die Jahre ziehen vorbei als wären sie Jahrzehnte Zwischen jeden zwei liegt eine ausgedehnte Zeit großer Umwälzungen, einschneidender Erlebnisse, sprunghafter Veränderungen, paradigmenwechselnder Erkenntnisse. Von Jahr zu Jahr zu Jahr ist der, der ich letztes Jahr war, ferne Geschichte, einmal es war. Bald wird wieder ein neuer Januar. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FREUNDE GEWESEN
Ich höre ihn nicht obwohl er spricht Ich höre nur den Wind Ich sehe sie nicht sehe nur ihr Gesicht Und ich bin nicht blind Wir lachen zusammen bis tief in den Abend weil wir Freunde gewesen sind Doch keiner sieht die anderen und keiner hört die anderen mehr. Nur Gesichter und Wind Verschlafen in jedem ist das innere Kind. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
FREI UND EIGENSTÄNDIG
Manchmal sitz ich horchend lang, still, lausche in mir der Stille, dem Gespräch, dem Gesang, dem Geschehen, wo mein Wille, wie frei und eigenständig, sich selbst stark beschäftigt, schmerzvoll und aufwändig sich sänftigt, umformt und kräftigt, weil die Zeit gekommen ist, das Lenkrad erneut zu drehen - und wenn die Wendung genommen ist, einen neuen Weg zu gehen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
ÄNDERUNG UND VERÄNDERUNG
Such nie den alten Freund im neuen - Menschen verändern sich von Tag zu Tag, auch Dein Freund, selbst von Moment zu Moment unmerklich wie das Wetter, ziehen gleich den Gezeiten von Mond zu Mond nach einem Herzbeben und wandeln im Geist der Jahreszeiten. Ein Jahr ist eine lange Zeit im Leben eines Menschen. Erwarte nie den selben Menschen heute wie den, der gestern ging - Suche nie den alten Freund in dem alten neu erschienenen halb Freund halb Fremdling - Ihr beide habt Euch verändert. Aber, hat das die Freundschaft geändert? Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
KLEINE FLAMMEN
Manch einer, der für die Politik keinen Sinn zu haben scheint, wird zur Veränderung der Politik mehr beitragen als es jetzt scheint, weil er Empfindungen umrührt und Gedanken zum Weiterdenken anführt, das Systeme überdenkt und Menschen vereint. Bleib deshalb, wer Du bist. Deine Art ist wichtiger, als Du ahnst. Menschen erreichen, Menschen veredeln, im Kleinen den Sinn für Frieden einfädeln, Werte reinhalten, die andere besudeln. Das, dem Du den Weg frei bahnst, ist tiefer als heute die Welt noch ist. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
DER SOMMER GEHT ZU ENDE
Und es waren Blätter nein, es waren Freunde Was für ein Wetter Freundschaft hat ein Ende War es wirklich Freundschaft oder nur der Sommer? Freude, Spaß und Leidenschaft nur bis Ende September Blätter wie Farbreisende bald kommt Eure Zeit Der Sommer geht zu Ende mit schleichender Plötzlichkeit Blätter, pflanzliche, menschliche, lösen bald alte Verbindungen - Es kommt die Zeit für tiefere Gespräche und Empfindungen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
LEBEN IST STERBEN
Leben ist sterben, progressiv. Sterben ist leben, intensiv. Leben ist Veränderung Sterben Erinnerung Wir sagen Auf Wiedersehen obwohl wir teils aus Erfahrung und teils mit der Empfindung wissen: wir werden uns nie wieder sehen außer in der Erinnerung. Denn bis wir uns einst wieder treffen, wurden aus uns bereits neue Menschen. Im Leben stirbt das Alte. Im Sterben lebt das Neue auf - Alte Menschen starten und neue beenden den Kreislauf. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
WISSEN VON UNWISSEN
Wissen ist Macht Wissen ist machen Wissen macht Oder besser noch: Wissen schafft! Und doch kommt die Veränderung stets anders als man denkt und hofft. Denn die Eigenschaft von Wissen ist, daß es die Krönung ist von Unwissen. Che Chidi Chukwumerije Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
VERSCHWUNDEN

Schmetterling
Wo bist Du?
Ich sehe Dich nicht mehr.
Entweder bist Du verschwunden
Oder ich bin es, der nicht mehr
Hier bin. Schmetterling,
Wo sind wir?
Che Chidi Chukwumerije
Im Jahrzehnt der Deutschen Dichtung
